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Der Wandel in der Beerdigungskultur

Von Feierabend-Mitglied Samstag 21.03.2026, 17:40

Was haltet Ihr z.b. von Grabsteinen?

Ich hoffe auf eure Gedanken dazu.


Hier meine Idee dazu:

Ich denke in letzter Zeit öfter darüber nach, welchen Sinn Grabsteine und Grabpflege heute eigentlich noch haben.
Für mich persönlich ist klar: Nach dem Tod betrifft mich all das nicht mehr.
Zeit, Geld und Mühe,
die in ein Grab investiert werden,
dienen also nicht dem Verstorbenen,
sondern nur den Hinterbliebenen.
Kinder zerstreuen sich heute in alle Richtungen und
die Grabpflege wird bestenfalls zur lästigen Pflicht die beauftragt werden muss.
Wenn man sich die Kosten anschaut,
wird das noch deutlicher.
Ein Grabstein kostet oft mehrere tausend Euro,
also in etwa so viel wie ein hochwertiger Brillant.
Der Unterschied: Der Brillant bleibt erhalten, kann getragen und sogar weitergegeben werden.
Wenn er angeschaut wird,
denkt man eventuell an mich.
Ein Grabstein hingegen ist an einen Ort gebunden und
wird nach Ablauf der Ruhefrist häufig entfernt und
zu Straßenschotter verarbeitet.
Das wirft für mich grundlegende Fragen auf:
Geht es bei traditionellen Gräbern wirklich um dauerhafte Erinnerung – oder eher um gesellschaftliche Rituale,
die wir beibehalten, weil sie Teil des Gewohnten, bzw.
weil sie gesellschaftlicher Zwang sind?
Und wäre es nicht sinnvoll,
Formen des Gedenkens zu finden,
die beständiger,
persönlicher und weniger an Bürokratie oder
Friedhofsfristen gebunden sind?
Möchte jedenfalls nicht,
dass gezwungenermaßen die lästige Pflicht der Grabpflege erledigt wird!
In kleineren Orten traf man sich auf dem Friedhof und die Nachbarn tuschelten über die undankbaren Hinterbliebenen.
Diese haben leider nichts mehr davon!
Friedhöfe haben sich ebenso wie z.b. das spezielle Sonntagsoutfit überlebt!

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