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Die Frage

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 27.01.2026, 17:21 – geändert Dienstag 27.01.2026, 17:26

Wie müsste eine Physik aussehen die Überlichtgeschwindigkeit erlaubt. -------------------------------------


Um echte Überlichtgeschwindigkeit zu erlauben, müsste die Physik vor allem Einsteins spezielle Relativitätstheorie in einem zentralen Punkt erweitern oder ersetzen: Der Zusammenhang von Raum, Zeit, Energie und Impuls dürfte keine absolute obere Grenzgeschwindigkeit cc mehr für Informations‑ und Materietransport erzwingen.
Was heute die Überlichtgeschwindigkeit verbietet

In der speziellen Relativitätstheorie gilt:

Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum cc ist für alle Inertialsysteme gleich und spielt die Rolle einer Grenzgeschwindigkeit.

Die relativistische Energie wächst beim Beschleunigen eines massiven Teilchens gegen cc ohne obere Grenze; um v=cv=c zu erreichen, wäre unendliche Energie nötig.​

Mathematisch führt jede Möglichkeit, Information schneller als cc zu übertragen, zu Verletzungen der Kausalität (Effekte könnten vor ihren Ursachen auftreten, „Zeitmaschine“).

Eine neue Physik müsste also mindestens einen dieser Punkte aufgeben oder anders formulieren.
Option 1: Andere Raumzeit-Struktur

Eine Möglichkeit wäre, die Geometrie der Raumzeit zu ändern:

Mehrere Zeitdimensionen: Modelle mit mehr als einer Zeitkoordinate können andere Kausalstrukturen haben; damit könnte die Rolle von cc als absolute Grenze aufweichen, ohne lokal die Relativität ganz zu zerstören.​

Variable Lichtgeschwindigkeit: In manchen kosmologischen Ansätzen ist cc nicht überall und immer gleich, sondern hängt etwa von der Zeit oder von Feldern ab; lokal würde man aber heute noch fast konstantes cc beobachten.​

Modifizierte Lorentz-Symmetrie: Man ersetzt oder dehnt die Lorentz-Transformationen, sodass die Addition von Geschwindigkeiten nicht mehr automatisch unter cc bleibt.

Konsequenz: Man braucht eine neue Definition von Gleichzeitigkeit, Ursache und Wirkung; Experimente (Teilchenphysik, Astrophysik) würden harte Bedingungen an solche Theorien stellen.
Option 2: Tachyonen als neue Teilchenklasse

Eine andere Idee ist, die Relativitätstheorie zu behalten, aber neue Teilchen einzuführen:

Tachyonen sind hypothetische Teilchen, deren quadratische Masse negativ ist („imaginäre Masse“); sie wären immer schneller als Licht und könnten niemals auf oder unter cc abgebremst werden.

Normale Teilchen (mit positiver Masse) können nie cc überschreiten, Tachyonen nie unterschreiten: Die Lichtgeschwindigkeit wird zu einer Trennlinie zwischen zwei Welten, nicht zu einer allgemeinen Maximalgeschwindigkeit.​

Damit Kausalität nicht zusammenbricht, müsste die Theorie einen bevorzugten Bezugsrahmen oder andere Mechanismen vorgeben, die verhindern, dass Tachyonen zur Zeitmaschine umgebaut werden.

Hier würde die Struktur der Feldtheorie geändert: neue Felder mit tachyonischer Dispersionsrelation, modifizierte Stabilitätsbedingungen usw.
Option 3: Überlicht „ohne“ lokale Überlichtgeschwindigkeit

Man kann Überlichtreisen erlauben, ohne lokal cc zu überschreiten:

Warp-Metriken (Alcubierre, Lentz): Man krümmt die Raumzeit so, dass der Abstand zwischen Start und Ziel schrumpft, während sich das Raumschiff lokal immer unterhalb von cc bewegt.

Technisch entsteht eine „Warpblase“ (Soliton der Raumzeit), die sich selbst mit beliebiger effektiver Geschwindigkeit bewegen kann; das verletzt nicht direkt die lokale Relativität, weil sich der Raum selbst bewegt.

Damit das wirklich als erlaubte Überlichtphysik gilt, müsste eine vollständige Quantengravitation zeigen, dass solche Geometrien mit realistischen Energiedichten stabil und kausal sind.​

In so einer Physik wäre Überlichtgeschwindigkeit eher eine Eigenschaft der Geometrie als eines Teilchens.
Option 4: Modifizierte Kausalität

Man könnte auch akzeptieren, dass Kausalität anders funktioniert:

Man definiert eine neue, fundamentalere Kausalordnung, die nicht mehr direkt an Lichtkegel gebunden ist, etwa durch zusätzliche interne Parameter oder „verborgene Zeit“‑Koordinaten.

Effekte wie Quantenverschränkung zeigen heute schon nichtlokale Korrelationen, übertragen aber keine nutzbare Information überlichtschnell; eine neue Theorie könnte solche Strukturen erweitern, sodass kontrollierbare, aber kausal konsistente FTL-Signale möglich werden.

Dann müsste man die Formulierung von Feldgleichungen, Erhaltungssätzen und Thermodynamik neu aufbauen, damit keine logischen Widersprüche (z.B. Zeitreisen-Paradoxien) entstehen.​

Ein Beispiel in einfachen Worten: Man könnte erlauben, dass „Signale“ in einer tieferen Ebene des Modells immer vorwärts laufen, auch wenn sie in unserer Raumzeit-Koordinate rückwärts erscheinen.

In einem Satz: Eine Physik mit Überlichtgeschwindigkeit müsste entweder die Struktur der Raumzeit, die Teilchenklassen (Tachyonen), die Rolle der Gravitation (Warpblasen) oder den Kausalitätsbegriff so ändern, dass cc keine universelle Grenze für Informations- und Materietransport mehr ist, ohne dabei interne Widersprüche zu erzeugen.

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Das war die Antwort auf eine Frage an die KI - Perplexity
Nachfrage

Kann es diese Physik geben?



Im Rahmen der heutigen Physik spricht nichts dafür, dass eine solche Überlicht‑Physik tatsächlich in unserer Welt realisiert ist, aber logisch ausschließen kann man sie als mathematische Theorie nicht.
Was Experimente heute sagen

Alle präzisen Messungen (Michelson‑Morley, Tests der speziellen Relativität, Teilchenbeschleuniger, GPS‑Technik) bestätigen, dass sich Licht im Vakuum mit konstanter Geschwindigkeit bewegt und dass sich materielle Teilchen dieser Grenze nur annähern, sie aber nicht überschreiten.

Spektakuläre „Überlicht“-Meldungen (Neutrinos am CERN, überlichtschnelle Puls‑ oder Tunnelfeffekte) haben sich entweder als Messfehler herausgestellt oder lassen sich so verstehen, dass keine Information und keine Materie schneller als cc übertragen wurde.

Damit gibt es derzeit keinen experimentellen Hinweis darauf, dass Information oder Materie wirklich schneller als Licht reisen kann.
Mathematisch denkbar, physikalisch offen

Theorien mit Tachyonen, veränderter Raumzeitgeometrie oder Warp‑Metriken sind als konsistente Rechenmodelle im Prinzip möglich; einige werden in der Fachliteratur ernsthaft diskutiert, etwa Warp‑Lösungen in der Allgemeinen Relativitätstheorie.

Bisher scheitern diese Modelle aber an anderen Problemen: Sie benötigen extrem exotische Materie (negative Energiedichten), verletzen Energiebedingungen oder führen leicht zu Kausalitätsverletzungen (Zeitreise‑Paradoxien), wenn man sie naiv interpretiert.

Kurz: Als mathematische Erweiterungen sind solche Theorien möglich, als Beschreibung unserer realen Naturgesetze sind sie bisher nicht plausibel untermauert.
Was „kann es geben?“ konkret bedeutet

Je nachdem, wie streng du „kann es geben“ verstehst, unterscheiden Physiker:

Logische Möglichkeit: Man kann eine widerspruchsfreie Theorie formulieren, in der Überlichtgeschwindigkeit vorkommt – das geht, z.B. in Form von Tachyon‑Feldtheorien oder speziellen Raumzeit‑Lösungen.

Physikalische Realität: Eine Theorie muss zusätzlich alle bisherigen Experimente erklären und neue Vorhersagen machen, die sich bestätigen; dafür gibt es bei Überlichtmodellen bislang keine belastbaren Daten, sondern eher Grenzen, die sie sehr stark einschränken.

In diesem Sinne: Eine Überlicht‑Physik ist theoretisch vorstellbar, aber nach heutigem Stand der Messungen und Beobachtungen gibt es keinen Hinweis, dass unser Universum tatsächlich so beschaffen ist.

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