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AfD-Extremist träumt von Grossdeutschland

Von Feierabend-Mitglied gestern, 16:45 – geändert gestern, 16:52

und veröffentlichte auf X eine Karte davon!

"Die Deutschschweiz soll Teil Deutschlands werden – das ist zumindest der Wunsch eines Funktionärs von Generation Deutschland, der Jugendorganisation der rechtsextremen deutschen Partei AfD. Am 3. Oktober, dem Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung von 1990, veröffentlichte der X-Account Helmut Strauf (sein richtiger Name ist Luca Maurice Strauf) einen Beitrag, in dem er Gebiete beanspruchte, die historisch bedingt deutschsprachig sind und heute ausserhalb Deutschlands liegen. Darüber berichtete die französische Tageszeitung Le Parisien am Donnerstag, 8. Oktober.

Der Beitrag greift eine Vorstellung auf, die jener des «Grossdeutschen Reichs» unter Hitler ähnelt, wenn nicht sogar entspricht. Dazu veröffentlichte Strauf eine Karte, auf der die Gebiete eingezeichnet sind, die ein einziges Volk bilden sollen – das deutsche Volk. Dazu gehören die Deutschschweiz, Österreich, das Elsass und Lothringen, Luxemburg, Südtirol sowie zahlreiche Gebiete in Polen, der Slowakei und Rumänien.

Die Karte mit den Gebietsansprüchen wird von einem unmissverständlichen Text begleitet:
«Deutsche Einheit bedeutet ein Deutschland, das das gesamte deutsche Volk in einem Staat vereint. Heute gedenken wir einem Etappen-Siegs auf dem Weg dorthin.»
Helmut Strauf, Mitglied der AfD-Jugendorganisation.

Dass dieser inzwischen vom Verfasser gelöschte Beitrag ausgerechnet am 3. Oktober veröffentlicht wurde, dem Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung nach dem Fall der Berliner Mauer, könnte dem französischen Schriftsteller François Mauriac beinahe recht geben. In den 1950er-Jahren, mitten im Kalten Krieg, als die deutsch-französische Aussöhnung noch in weiter Ferne lag und Deutschland in Ost und West geteilt war, sagte er ironisch:

«Ich liebe Deutschland so sehr, dass ich lieber zwei davon habe.»
François Mauriac

Der Westschweizer Historiker und Deutschlandexperte Olivier Meuwly ordnet den provokativen Beitrag gegenüber watson in die deutsche Geschichte ein.
«Die Aussage dieses AfD-Mitglieds knüpft an eine Vorstellung der deutschen Nation an, die im 19. Jahrhundert entstand. Damals wurde die deutsche Nation als kulturelle und sprachliche Einheit verstanden. Diese Vorstellung hatte der Philosoph Fichte in seinen ‹Reden an die deutsche Nation› entwickelt.»
Olivier Meuwly, Historiker

«Die Kulturnation im Gegensatz zum Verfassungspatriotismus»
Olivier Meuwly erklärt weiter: «Diese Vorstellung entspricht dem Konzept der Kulturnation, bei dem die Kultur und damit die Sprache darüber entscheiden, wer dazugehört. Dieses Konzept steht im Gegensatz zu dem, was der deutsche Philosoph Jürgen Habermas, der dieses Jahr gestorben ist, nach dem Zweiten Weltkrieg als Verfassungspatriotismus bezeichnete. Dabei ist die Zustimmung zu den demokratischen Grundwerten das entscheidende Kriterium für die Zugehörigkeit.»

Im 19. Jahrhundert habe sich die Idee der «kleindeutschen Lösung» durchgesetzt, die von Bismarck, dem Architekten der deutschen Einigung, vertreten wurde, erklärt Meuwly. Sie habe sich gegen die von einer Minderheit befürwortete «grossdeutsche Lösung» durchgesetzt, die auch das österreichisch-ungarische Reich einschliessen sollte.

Dieses «Kleindeutschland» umfasste allerdings auch das Elsass und Lothringen, die nach dem Krieg von 1870 von Deutschland annektiert worden waren. «Diese Lösung ermöglichte es Preussen jedoch, die Macht zu behalten, statt sie an den grossen österreichisch-ungarischen Block zu verlieren», erklärt der Westschweizer Historiker.

Unter Hitler wurde aus der «Kultur» die «Rasse». Das deutsche Volk umfasste nun auch die «germanischen» Völker. Der Beitrag, den das Mitglied der AfD-Jugendorganisation am 3. Oktober veröffentlichte, spielt mit der Mehrdeutigkeit zwischen dem Deutschland Bismarcks und dem nationalsozialistischen Deutschland. Für Olivier Meuwly ist jedoch klar:
«Die annexionistische Vorstellung, die aus diesem Beitrag hervorgeht, ähnelt allerdings stärker jener des Dritten Reichs als jener der deutschen Nationalisten des 19. Jahrhunderts. Letztere beruhte eher auf einer kulturellen Zugehörigkeit als auf der Festlegung neuer politischer Grenzen, wie Hitler sie vornahm.»
Olivier Meuwly

Auch die AfD-Chefin äussert sich zweideutig
Der Artikel der französischen Tageszeitung «Le Parisien» verweist unter Berufung auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo auf einen ähnlichen Vorfall. Bereits im vergangenen Mai habe ein Aktivist von Generation Deutschland auf X geschrieben: «Wie ich dich angucke, nachdem du gesagt hast: ‹Elsass-Lothringen muss wieder in deutschen Besitz übergehen.›» Dazu veröffentlichte er ein Foto, auf dem er lächelt.

Die französische Zeitung erwähnt zudem eine Äusserung der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel. Sie habe sich stets geweigert, den polnischen Namen der Heimatstadt ihrer väterlichen Familie zu verwenden. Die Stadt liegt heute in Polen, gehörte früher aber zu Deutschland."


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Na so was, dieser Strauf hat Migrationshintergrund .....
Schlimmer geht immer was die Rechtsextremen betrifft! Warum verschliessen viel zu viele davor die Augen?

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