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"Beleidigungen. Diffamierungen. Lügen.

Von Feierabend-Mitglied Montag 07.09.2026, 13:51


Unrealistische Programmaussagen. Unsolide Finanzen. Gebrochene Versprechen. Vetternwirtschaft. Druck auf Medien. Populismus.
All dies wird der AfD in Sachsen-Anhalt vorgeworfen. Vielfach geschieht es begründet.

Allein: All dies haben Vertreter der übrigen Parteien ebenfalls bereits einmal fertiggebracht!

Schon daran wird deutlich: Der Aufstieg der AfD ist nicht ihr Verdienst allein. Er hat auch mit den politischen Gegnern zu tun. Wenn Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zuletzt für etwas gelobt wurde, dann dafür, dass er sich in zentralen Punkten gegen die Berliner Politik gestellt hat.
Wer Steuersenkungen verspricht und anschließend neue Abgaben einführt, wer Bürokratie abbauen will und zugleich absurde Vorschriften schafft, wer Sparsamkeit predigt, während der Staat wächst und wächst, darf sich über schwindendes Vertrauen nicht wundern.
Auch passt es schlecht zusammen, gegen Hass anzutreten und selbst Andersdenkende grenzüberschreitend anzugehen. Das zeigte sich während der Corona-Pandemie, in den Debatten über den Krieg in der Ukraine und nicht zuletzt im Umgang mit AfD-Anhängern, die sogar in Pflegeberufen berufliche Nachteile befürchten müssen.
Zu kurz greift ferner, alles auf den Osten zu schieben. Die Entfremdung mag dort begonnen haben. Längst zeigt sie sich an anderer Stelle ebenfalls. Keine Dynamik sozialer Netzwerke zwingt dazu, dogmatisch auf die Lebenswirklichkeit vieler Menschen zu blicken. Kein russischer Angriff nötigt dazu, Industrie und Mittelstand über die Maßen zu schwächen. Kein Klimawandel darf dazu Anlass bieten, freiheitlich-demokratische Prinzipien geringzuschätzen.
Umgekehrt gibt nichts davon jemandem das Recht, Menschen verächtlich zu machen, die sich für das Gemeinwesen einsetzen. Aber was immer den Ausschlag gab: Nun hat die AfD die Wahl in Sachsen-Anhalt mit riesigem Abstand gewonnen. Was wird darauf folgen?
In anderen europäischen Ländern führte eine erstarkende Rechte zu deren Mäßigung. Wer mit den Herausforderungen der Realität konfrontiert ist, muss sich damit arrangieren und Kompromisse eingehen. Diese Entwicklung bleibt auch in Deutschland möglich.

„Entzauberung“ der anderen Art?

Ebenfalls denkbar wäre eine „Entzauberung“ der anderen Art: Dass eine AfD im Rausch ihrer Stärke über die Stränge schlägt und den Menschen im Rest der Republik vor Augen führt, was diese bisher nur bedingt wahrnahmen. Sachsen-Anhalt könnte dann zur Warnung werden. Bedrohliche Aufmärsche, selbstherrliche Übergriffe, stumpfe Deutschtümelei und eine allgemeine Feindschaft der Vielfalt gegenüber haben in diesem Land nichts verloren und verdienen entschiedenen Widerstand.
Am besten wäre ein dritter Trend: Dass das Wahlergebnis dazu führt, sich zusammenzureißen und Kurs und Tonlage im ganzen Land zu ändern, egal wer am Ende regiert. Dass das Ergebnis mit seinen extremen Verschiebungen statt zu einer weiteren Verhärtung zu einer Besinnung beiträgt und zu einem stärkeren Miteinander führt: von allen mit jedem, aus der Einsicht heraus, dass eine spaltende Radikalisierung kein Weg sein darf, für die Gegner der AfD ebensowenig wie für diese Partei und ihre Anhängerschaft.
Darüber entscheidet übrigens keine Politik und auch niemand „da oben“. Darüber entscheidet auch nicht der Wahlsieger, der ehrlicherweise einzig und allein Ulrich Siegmund heißt. Sondern darüber entscheidet jeder einzelne Bürger. Jeden Tag aufs Neue. An jedem Ort. Jeder für sich selbst. Niemand hindert ihn daran. Es wäre ein Anfang.

Titelseite noz
7. September von Burkhard Ewert "

Tja:
B. E. hat es meiner Meinung nach auf den Punkt gebracht und den Finger in die Wunde gelegt.

Ob
" unsere selbsternannte hochmütige Dekadenz"
mal zur Selbstreflexion fähig ist,




bezweifle ich!

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