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Die deutsche Überlegenheit ist verschwunden

Von Novelle Mittwoch 26.08.2026, 17:06 – geändert Mittwoch 26.08.2026, 17:27

Das steht als Überschrift in der FAZ.

Stimmt das? Gehören wir mit zu den Besten in Europa?

Der nachfolgende Bericht sagt anderes aus:


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26.08.2026, 08:04 Lesezeit: 4 Min. > s. oben

"Wer von den Niederlanden nach Deutschland fährt, spürt es am schlechteren Asphalt. Im Ausland ist das Internet besser – und alles läuft bargeldlos. Ein Professor über „die Wahrnehmung, dass uns viele Reiseländer überflügelt haben“.

Gerade kehren wieder Millionen Deutsche aus dem Urlaub in Italien, Spanien oder aus anderen schönen Ländern zurück. Das vorherrschende Gefühl dabei dürfte sein: Schade, dass die schönste Zeit des Jahres schon wieder vorbei ist.

Mitunter kommt noch eine andere Empfindung dazu: „Zu Hause ist es doch am besten!“ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) etwa bekundete schon öfter Erleichterung über die Rückkehr auf heimischen Boden. Nach einer Afrikareise entfuhr es ihm dieses Jahr: „Was man am deutschen Brot hat, merkt man immer wieder, wenn man im Ausland ist.“

Doch für viele Urlauber hat der Aufenthalt im Ausland die frühere Funktion der Selbstvergewisserung eingebüßt. Das Bewusstsein, aus einem in vielen Belangen überlegenen „mustergültigen“ Heimatland anzureisen, ist einer nüchternen Realität gewichen.

Egal, ob Infrastruktur, Digitalisierung oder Service – das Ausland hat aufgeholt, und das verändert das Reiseerlebnis spürbar.

Klimatisierte U-Bahnen, perfektes Internet

Wer zum Beispiel aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen einreist, braucht kein Schild, um zu wissen, wann er wieder deutschen Boden erreicht hat: Auf der Autobahn wird augenblicklich das Fahrgeräusch lauter, weil der Asphalt schlechter ist. Und in der Bahn bemerkt man es an den heruntergekommenen Grenzbahnhöfen – eben sah alles noch so proper und adrett aus.

In vielen anderen Ländern machen Deutsche ähnliche Erfahrungen und erzählen nach ihrer Rückkehr von komfortablen französischen Regionalzügen, klimatisierten U-Bahnen in Spanien, perfekten Internetverbindungen in Schweden. Eine weitere breit geteilte Beobachtung: In London oder in Skandinavien läuft Bezahlen längst elektronisch, wer Geldscheine zückt, wird teils angeschaut, als wolle er seine Schuld in Naturalien begleichen.

„Hier funktioniert ja alles“, schwärmte Schauspieler Sky DuMont kürzlich während eines Besuchs in Österreich. „Man hat Internet, man kann telefonieren.“ Er selbst wohne in Hamburg-Blankenese, und da habe er häufig kein Netz, berichtete der 79 Jahre alte Schauspieler („Der Schuh des Manitu“) einer sichtlich erfreuten österreichischen Reporterin.

„Bei uns kostet das Benzin fast 20 Cent mehr als bei euch. Die Züge kommen nie pünktlich an. Hier steige ich am Flughafen in einen Zug, und der fährt mit 240 und ist pünktlich und bequem“, so DuMont. „Es ist einfach ein Riesenunterschied. Österreich funktioniert einfach, und das genieße ich sehr.“

Daneben gab es allerdings immer noch ein anderes, geradezu entgegengesetztes Gefühl, das Deutsche über die Grenze begleitete: Scham. „In den Bildungsschichten, besonders im linken Spektrum, wollte man auf keinen Fall unangenehm auffallen“, betont Spode. „Schuldbewusstsein über die jüngste Vergangenheit und elitäre Abscheu vor dem Massentourismus kamen da zusammen.“

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