In unserem aktuellen Wirtschaftssystem ist die Rollenverteilung klar definiert: Ein Unternehmer steht keiner karitativen Einrichtung vor, sondern leitet eine Organisation, deren primäres – und oft einziges – Ziel die Erwirtschaftung von Gewinn ist. Man mag dies moralisch hinterfragen, doch rein ökonomisch betrachtet ist dieses Streben systemimmanent. Wer wollte es ernsthaft bestreiten? Denn erzielt ein Unternehmen keinen Profit, fehlen zwangsläufig die Mittel für notwendige Instandhaltungen und zukunftsweisende Innovationen. Ohne Überschuss tritt der Stillstand ein, und Stillstand bedeutet in einer globalisierten Welt den Rückzug.
Daraus ergibt sich ein fast schon mechanischer Zwang: Der Unternehmer muss versuchen, aus dem Markt herauszuholen, was immer möglich ist. Da im Kapitalismus der Preis maßgeblich durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, folgt die Preisgestaltung einer einfachen, aber harten Logik: Der Preis wird so lange angehoben, bis die Schmerzgrenze der Verbraucher erreicht ist und diese nicht mehr fähig oder willens sind, ihn zu bezahlen.
Interessanterweise zeigt sich hier ein psychologisches Phänomen: Die Wenigsten kommen auf die Idee, massiven Preisübertreibungen durch einen konsequenten Boykott Einhalt zu gebieten. Ein plastisches Beispiel ist der Schokoladenpreis: Selbst wenn dieser sich verdreifacht, wird auf den gewohnten Genuss kaum verzichtet. Die emotionale Bindung an das Produkt besiegt die rationale ökonomische Gegenwehr.
Da der Markt sich also nicht allein durch Konsumverzicht reguliert, obliegt es der Gesellschaft und vor allem der Politik, korrigierend einzugreifen. Es gilt, den Akteuren Grenzen zu setzen, damit das Gewinnstreben nicht in Ausbeutung oder soziale Instabilität umschlägt. Doch dies ist ein wahrhaft schwieriges Unterfangen, ein Balanceakt auf Messers Schneide: Bremst der Staat die Wirtschaft durch zu strenge Regulierung aus, erdrosselt er die Dynamik und den Wohlstand. Agiert er jedoch zu zögerlich, drohen soziale Ungerechtigkeit und der Verfall des Gemeinwesens.
Wir sehen die Folgen dieser Zögerlichkeit bereits heute: Den jahrelangen Forderungen mächtiger Lobbygruppen nach Steuersenkungen wurde so weit nachgegeben, dass dem Staat nun die Mittel für die grundlegende Infrastruktur fehlen. Brücken verrotten, Schienenwege veralten. Paradoxerweise werden die Rufe nach weiteren Steuersenkungen genau in dem Moment laut, in dem beispielsweise Ölkonzerne ihre Preise unverhältnismäßig steigern, um ihre Gewinne in astronomische Höhen zu treiben. Hier wird die Allgemeinheit doppelt zur Kasse gebeten: an der Zapfsäule und durch den Verfall der öffentlichen Güter.
Da jedoch auch das historische Gegenmodell – die Planwirtschaft – kläglich gescheitert ist, stehen wir vor einem Dilemma. Das aktuelle System ist effizient, aber oft rücksichtslos; das alte Modell war gerecht gedacht, aber ineffizient. Also bleibt die alles entscheidende Frage: Was tun? Wie bändigen wir den Kapitalismus, ohne seine schöpferische Kraft zu zerstören?
Wir können natürlich auch weiterhin die Steuern senken,
damit das Kapital vorhanden ist,
die notwendigen Gelder zum Funktionieren des Staates,
natürlich gegen Zinsen,
zur Verfügung zu stellen.
Die Logik des Profits – Ein System am Scheideweg.
In unserem aktuellen Wirtschaftssystem ist die Rollenverteilung klar definiert: Ein Unternehmer steht keiner karitativen Einrichtung vor, sondern leitet eine Organisation, deren primäres – und oft einziges – Ziel die Erwirtschaftung von Gewinn ist. Man mag dies moralisch hinterfragen, doch rein ökonomisch betrachtet ist dieses Streben systemimmanent. Wer wollte es ernsthaft bestreiten? Denn erzielt ein Unternehmen keinen Profit, fehlen zwangsläufig die Mittel für notwendige Instandhaltungen und zukunftsweisende Innovationen. Ohne Überschuss tritt der Stillstand ein, und Stillstand bedeutet in einer globalisierten Welt den Rückzug.
Daraus ergibt sich ein fast schon mechanischer Zwang: Der Unternehmer muss versuchen, aus dem Markt herauszuholen, was immer möglich ist. Da im Kapitalismus der Preis maßgeblich durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, folgt die Preisgestaltung einer einfachen, aber harten Logik: Der Preis wird so lange angehoben, bis die Schmerzgrenze der Verbraucher erreicht ist und diese nicht mehr fähig oder willens sind, ihn zu bezahlen.
Interessanterweise zeigt sich hier ein psychologisches Phänomen: Die Wenigsten kommen auf die Idee, massiven Preisübertreibungen durch einen konsequenten Boykott Einhalt zu gebieten. Ein plastisches Beispiel ist der Schokoladenpreis: Selbst wenn dieser sich verdreifacht, wird auf den gewohnten Genuss kaum verzichtet. Die emotionale Bindung an das Produkt besiegt die rationale ökonomische Gegenwehr.
Da der Markt sich also nicht allein durch Konsumverzicht reguliert, obliegt es der Gesellschaft und vor allem der Politik, korrigierend einzugreifen. Es gilt, den Akteuren Grenzen zu setzen, damit das Gewinnstreben nicht in Ausbeutung oder soziale Instabilität umschlägt. Doch dies ist ein wahrhaft schwieriges Unterfangen, ein Balanceakt auf Messers Schneide: Bremst der Staat die Wirtschaft durch zu strenge Regulierung aus, erdrosselt er die Dynamik und den Wohlstand. Agiert er jedoch zu zögerlich, drohen soziale Ungerechtigkeit und der Verfall des Gemeinwesens.
Wir sehen die Folgen dieser Zögerlichkeit bereits heute: Den jahrelangen Forderungen mächtiger Lobbygruppen nach Steuersenkungen wurde so weit nachgegeben, dass dem Staat nun die Mittel für die grundlegende Infrastruktur fehlen. Brücken verrotten, Schienenwege veralten. Paradoxerweise werden die Rufe nach weiteren Steuersenkungen genau in dem Moment laut, in dem beispielsweise Ölkonzerne ihre Preise unverhältnismäßig steigern, um ihre Gewinne in astronomische Höhen zu treiben. Hier wird die Allgemeinheit doppelt zur Kasse gebeten: an der Zapfsäule und durch den Verfall der öffentlichen Güter.
Da jedoch auch das historische Gegenmodell – die Planwirtschaft – kläglich gescheitert ist, stehen wir vor einem Dilemma. Das aktuelle System ist effizient, aber oft rücksichtslos; das alte Modell war gerecht gedacht, aber ineffizient. Also bleibt die alles entscheidende Frage: Was tun? Wie bändigen wir den Kapitalismus, ohne seine schöpferische Kraft zu zerstören?
Wir können natürlich auch weiterhin die Steuern senken,
damit das Kapital vorhanden ist,
die notwendigen Gelder zum Funktionieren des Staates,
natürlich gegen Zinsen,
zur Verfügung zu stellen.