Und wieder legten unsere Friedensforscher ihr Jahresgutachten vor und es entspricht dem, was man sonst aus allen Ecken hört. Es geht wird über Sicherheitspolitik. Die aktive Friedenspolitik wird sehr vernachlässigt.
Satt Analysen zu bieten und Ideen anzubieten geben sich die Institute als Lautsprecher jener Regierungen, die sie zu beraten vorgeben. Man kann sie nicht mehr hören, die ewig gleichen Politikformeln: Man müsse das Völkerrecht stärken, den Multilateralismus bewahren, die Kriegsfürsten einhegen, Grenzverschiebungen ablehnen, humanitäre Hilfe leisten. Ja sicher! Ganz prima. Blablabla.
Doch für albernen Worte zum Sonntag bräuchte es keine Friedensexperten, das wissen die Menschen auch ohne jährliches Gutachten.
Auf den 160 Seiten viel Routine, aber der inspirierende Geist, das demonstrative Peace-Zeichen, aus dem die Friedensforschungsinstitute entstanden sind, ist nirgendwo zu spüren.
Nach viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine fragt man sich, was uns diese Forscher dazu zu sagen haben. Aber die Bürger werden enttäuscht. Offenbar haben sie uns nichts zu sagen. Sie leiern das ab, was Bundesregierung, EU und die Koalition der Willigen täglich predigrn: Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine müssen glaubwürdig, rechtsverbindlich sowie auf Dauer angelegt sein, am besten durch Mitgliedschaft in der EU. Die Anerkennung von Gebietsgewinnen, die durch Gewalt erlangt wurden, ist strikt abzulehnen. Toll!
Wie sich an der Front nichts bewegt, bewegt sich auch in den Köpfen der Friedensforscher nichts. Dabei ist es doch so: Jeder noch so kleinen Lösungsansatz wird mit unsinnigen Forderungen blockiert und jeder potenzielle Vermittler gerät sofort unter Verratsverdacht. Aber absolute Sicherheitsgarantien kann es nicht geben. Nötig wäre dazu ein Vertrauensvorschuss. Ohne den läuft nichts. Erfolgsgarantien gibt es nur im Märchen.
Der Politikwissenschaftler Andreas Heinemann-Grüder, der ein Forschungsprodukt mit dem hintersinnigen Titel „Den Krieg vom Ende her denken“ leitet, stellte nüchtern fest, dass von den zwischen 1946 und 2005 gezählten 63 zwischenstaatlichen Kriegen nur jeder fünfte mit einem eindeutigen Ergebnis endete. Mehr als drei Viertel der ausgehandelten Friedensabkommen scheiterten innerhalb von zwei Jahren, zwölf Prozent hielten zwei bis fünf Jahre, weitere zwölf Prozent hielten mehr als fünf Jahre. Übersetzt heißt das: Man darf Friedensabkommen nicht mit überzogenen Erwartungen überfrachten. Und nach ihrer Unterzeichnung muss man etwas für ihre Erfüllung tun, zum Beispiel, indem man mit Abrüstungsverhandlungen weitermacht.
Aber will man das eigentlich? Denn die Vertrauensbildung kann erst entstehen, wenn die unterschiedlichen Erzählungen Konfliktparteien über die Ursachen des Krieges auf beiden Seiten verstanden (nicht geteilt) werden. Wird darum die Ursachenforschung bis heute verweigert. Selbst die Friedensforschungsinstitute, zu deren zentralen Aufgaben die Konfliktursachenforschung zählt, scheinen dieses Thema zu fürchten. Warum?
Laut einer Gallup-Umfrage waren 52 Prozent der Ukrainer im November 2024 für Verhandlungen über eine schnelle Kriegsbeendigung, 38 Prozent wollten weiterkämpfen bis zum Sieg. Im Juli 2025 waren 69 Prozent der Ukrainer für meine baldige Verhandlungslösung, nur 24 Prozent plädierten fürs Weiterkämpfen. Wie werden die Zahlen wohl Ende 2026 aussehen? Es ist höchste Zeit, auf die Bevölkerung zu hören und nicht mehr auf die Regierungspropaganda. Überall.
Frei nach: der Freitag, 18.6.2026
Und wieder legten unsere Friedensforscher ihr Jahresgutachten vor und es entspricht dem, was man sonst aus allen Ecken hört. Es geht wird über Sicherheitspolitik. Die aktive Friedenspolitik wird sehr vernachlässigt.
Satt Analysen zu bieten und Ideen anzubieten geben sich die Institute als Lautsprecher jener Regierungen, die sie zu beraten vorgeben. Man kann sie nicht mehr hören, die ewig gleichen Politikformeln: Man müsse das Völkerrecht stärken, den Multilateralismus bewahren, die Kriegsfürsten einhegen, Grenzverschiebungen ablehnen, humanitäre Hilfe leisten. Ja sicher! Ganz prima. Blablabla.
Doch für albernen Worte zum Sonntag bräuchte es keine Friedensexperten, das wissen die Menschen auch ohne jährliches Gutachten.
Auf den 160 Seiten viel Routine, aber der inspirierende Geist, das demonstrative Peace-Zeichen, aus dem die Friedensforschungsinstitute entstanden sind, ist nirgendwo zu spüren.
Nach viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine fragt man sich, was uns diese Forscher dazu zu sagen haben. Aber die Bürger werden enttäuscht. Offenbar haben sie uns nichts zu sagen. Sie leiern das ab, was Bundesregierung, EU und die Koalition der Willigen täglich predigrn: Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine müssen glaubwürdig, rechtsverbindlich sowie auf Dauer angelegt sein, am besten durch Mitgliedschaft in der EU. Die Anerkennung von Gebietsgewinnen, die durch Gewalt erlangt wurden, ist strikt abzulehnen. Toll!
Wie sich an der Front nichts bewegt, bewegt sich auch in den Köpfen der Friedensforscher nichts. Dabei ist es doch so: Jeder noch so kleinen Lösungsansatz wird mit unsinnigen Forderungen blockiert und jeder potenzielle Vermittler gerät sofort unter Verratsverdacht. Aber absolute Sicherheitsgarantien kann es nicht geben. Nötig wäre dazu ein Vertrauensvorschuss. Ohne den läuft nichts. Erfolgsgarantien gibt es nur im Märchen.
Der Politikwissenschaftler Andreas Heinemann-Grüder, der ein Forschungsprodukt mit dem hintersinnigen Titel „Den Krieg vom Ende her denken“ leitet, stellte nüchtern fest, dass von den zwischen 1946 und 2005 gezählten 63 zwischenstaatlichen Kriegen nur jeder fünfte mit einem eindeutigen Ergebnis endete. Mehr als drei Viertel der ausgehandelten Friedensabkommen scheiterten innerhalb von zwei Jahren, zwölf Prozent hielten zwei bis fünf Jahre, weitere zwölf Prozent hielten mehr als fünf Jahre. Übersetzt heißt das: Man darf Friedensabkommen nicht mit überzogenen Erwartungen überfrachten. Und nach ihrer Unterzeichnung muss man etwas für ihre Erfüllung tun, zum Beispiel, indem man mit Abrüstungsverhandlungen weitermacht.
Aber will man das eigentlich? Denn die Vertrauensbildung kann erst entstehen, wenn die unterschiedlichen Erzählungen Konfliktparteien über die Ursachen des Krieges auf beiden Seiten verstanden (nicht geteilt) werden. Wird darum die Ursachenforschung bis heute verweigert. Selbst die Friedensforschungsinstitute, zu deren zentralen Aufgaben die Konfliktursachenforschung zählt, scheinen dieses Thema zu fürchten. Warum?
Laut einer Gallup-Umfrage waren 52 Prozent der Ukrainer im November 2024 für Verhandlungen über eine schnelle Kriegsbeendigung, 38 Prozent wollten weiterkämpfen bis zum Sieg. Im Juli 2025 waren 69 Prozent der Ukrainer für meine baldige Verhandlungslösung, nur 24 Prozent plädierten fürs Weiterkämpfen. Wie werden die Zahlen wohl Ende 2026 aussehen? Es ist höchste Zeit, auf die Bevölkerung zu hören und nicht mehr auf die Regierungspropaganda. Überall.
Frei nach: der Freitag, 18.6.2026