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Moral mit Zünder

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 28.01.2026, 16:12 – geändert Mittwoch 28.01.2026, 19:36

Krieg, Frieden und andere Hobbykatastrophen.

Es ist beruhigend zu wissen,
dass die Menschheit auch im 21. Jahrhundert noch weiß,
wofür sie kämpft: für Frieden durch Krieg,
Freiheit durch Überwachung und
Menschlichkeit durch gezielte Luftschläge.
Die PR-Abteilungen nennen das „Verteidigung der Werte“.
Wie praktisch,
dass die Werte sich so hervorragend verteidigen lassen –
vor allem gegen Menschen.
Terroristen, Kriegsstrategen, militante Weltverbesserer – sie teilen ein idyllisches Hobby: Explosionen mit moralischer Begründung.
Der eine nennt es „Operation Gerechtigkeit“,
der andere „heilige Pflicht“,
und der Dritte „Aktivismus mit Nachdruck“.
Und wer braucht schon Argumente,
wenn man Kerosin und Überzeugung hat?
Besonders charmant ist,
wie diplomatisch das alles klingt.
Kein Feuer, keine zerstörten Städte – nur „Kollateralschäden“.
Keine toten Zivilisten – nur „ungeplante Zielkorrekturen“.
Und im Hintergrund spielt das Orchester der Empörung,
begleitet vom Chor der Heuchler,
die beteuern, dass ihnen das wirklich, wirklich leidtut.
Währenddessen heften sich selbst ernannte Heilsbringer Medaillen ans Revers.
Sie retten Tiere,
Völker, Ideale – notfalls durch Sprengstoff.
Denn was sonst könnte edlere Absichten so schön zum Leuchten bringen wie ein kleiner Feuerball gegen das Böse?
Am Ende bleibt die Menschheit wie immer standhaft: moralisch entrüstet, leicht verbrannt und voller guter Absichten.
Und irgendwo dazwischen wächst schon der nächste Held heran – bereit, die Welt zu retten, egal wie viele dafür geopfert werden müssen.

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