Politik kann man gern auf eine Grundrechenart reduzieren, vor allem, wenn man das Addieren den Bürgern selbst überlässt. Diese kommen dann von ganz allein auf das Ergebnis, das die Politik sich dringend wünscht.
Nehmen wir einmal drei Aussagen des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Zuerst: »In England bekommen Sie mit 70 Jahren eben keine neue Hüfte mehr.« Gefolgt von: »Die Leute sind ja nicht dumm und wissen, dass in einer alternden Gesellschaft die Sozialsysteme ohne Reformen umkippen.« Und zuletzt: »Wer arbeitet und gesetzlich krankenversichert ist, zahlt die Behandlung derjenigen, die nicht arbeiten.« Hat jemand die Summe schon notiert? Prima. So einfach geht das in einem Land, wo Information, Manipulation, Propaganda und Politik nur noch als Synonyme Verwendung finden.
Soll ich um die selbsterstellte Rechnung noch eine Schleife binden? Denn verschiedene Zeitungen, die über Gassens Rechenaufgabe »berichteten«, wollten nicht unterschlagen, dass unser Mann früher, als er noch einer ehrlichen Beschäftigung nachging, »Notfallmediziner« war? Der muss es also wissen, wenn das deutsche Gesundheitssystem mit Tempo 130 in die Leitplanke gekracht ist!
Bloß gut, dass wir Leitplanken haben, also »Experten« wie Gassen. Und wie nett der ist, der sagt, ich muss das unbedingt wiederholen: »Die Leute sind ja nicht dumm und wissen …« Ist das nicht geradezu herzergreifend! Wir sind nicht dumm! Danke. Danke. Ich hatte schon befürchtet … Sie doch auch, oder? Ach ja, wie das Fachmagazin KU Gesundheitsmanagement weiß, verdient Gassen »deutlich mehr als der Bundeskanzler«. Aha, und wie passt das nun in unsere Rechnung? Das passt doch sicherlich. Ich meine, wir sind ja nicht dumm.
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Das ist das perfide an der derzeitigen Politik des abschleifen des Sozialstaats, der ja das Grundübel im Kapitalismus ist.
Da werden der Gesellschaft die Bezieher von sozialen Leistungen als Diebe und Räuber hingestellt, die es zu bekämpfen gibt. Das Wort Volksschädlinge verkneift man sich noch.
Also wird der Hobel angesetzt indem sicheren Wissen: die Leute wollen es ja so haben.
Das erinnert mich die erste Sprechstunde unseres Hilfevereins für die Bezieher von Hartz IV,. in der Mitglieder der SPD kamen und erlebten durften, was ihre Partei den Betroffenen, jetzt auch ihnen, zumutet.
Die habe ich kalt lächelnd zu ihrem Parteibüro geschickt.
Denn auch dort behandelte man unseren Verein wie Aussätzige. Sie sollten sich nicht infizieren.
Politik kann man gern auf eine Grundrechenart reduzieren, vor allem, wenn man das Addieren den Bürgern selbst überlässt. Diese kommen dann von ganz allein auf das Ergebnis, das die Politik sich dringend wünscht.
Nehmen wir einmal drei Aussagen des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Zuerst: »In England bekommen Sie mit 70 Jahren eben keine neue Hüfte mehr.« Gefolgt von: »Die Leute sind ja nicht dumm und wissen, dass in einer alternden Gesellschaft die Sozialsysteme ohne Reformen umkippen.« Und zuletzt: »Wer arbeitet und gesetzlich krankenversichert ist, zahlt die Behandlung derjenigen, die nicht arbeiten.« Hat jemand die Summe schon notiert? Prima. So einfach geht das in einem Land, wo Information, Manipulation, Propaganda und Politik nur noch als Synonyme Verwendung finden.
Soll ich um die selbsterstellte Rechnung noch eine Schleife binden? Denn verschiedene Zeitungen, die über Gassens Rechenaufgabe »berichteten«, wollten nicht unterschlagen, dass unser Mann früher, als er noch einer ehrlichen Beschäftigung nachging, »Notfallmediziner« war? Der muss es also wissen, wenn das deutsche Gesundheitssystem mit Tempo 130 in die Leitplanke gekracht ist!
Bloß gut, dass wir Leitplanken haben, also »Experten« wie Gassen. Und wie nett der ist, der sagt, ich muss das unbedingt wiederholen: »Die Leute sind ja nicht dumm und wissen …« Ist das nicht geradezu herzergreifend! Wir sind nicht dumm! Danke. Danke. Ich hatte schon befürchtet … Sie doch auch, oder? Ach ja, wie das Fachmagazin KU Gesundheitsmanagement weiß, verdient Gassen »deutlich mehr als der Bundeskanzler«. Aha, und wie passt das nun in unsere Rechnung? Das passt doch sicherlich. Ich meine, wir sind ja nicht dumm.
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Das ist das perfide an der derzeitigen Politik des abschleifen des Sozialstaats, der ja das Grundübel im Kapitalismus ist.
Da werden der Gesellschaft die Bezieher von sozialen Leistungen als Diebe und Räuber hingestellt, die es zu bekämpfen gibt. Das Wort Volksschädlinge verkneift man sich noch.
Also wird der Hobel angesetzt indem sicheren Wissen: die Leute wollen es ja so haben.
Das erinnert mich die erste Sprechstunde unseres Hilfevereins für die Bezieher von Hartz IV,. in der Mitglieder der SPD kamen und erlebten durften, was ihre Partei den Betroffenen, jetzt auch ihnen, zumutet.
Die habe ich kalt lächelnd zu ihrem Parteibüro geschickt.
Denn auch dort behandelte man unseren Verein wie Aussätzige. Sie sollten sich nicht infizieren.