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Passt bei Orban - mehr als ein Geschmäckle?

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 02.04.2026, 10:07

Daria Bojarskaja, die frühere Dolmetscherin Putins und enge Vertraute Putins koordiniert OSZE-Wahlbeobachter bei der ungarischen Wahl am 12. April. Brüssel befürchtet ein Sicherheitsrisiko inmitten massiver russischer Einflusskampagnen und fordert ihre sofortige Entfernung.

"Brüssel. Die frühere Dolmetscherin Putins hat eine Schlüsselposition bei der OSZE-Wahlbeobachtermission in Ungarn übernommen und einen Proteststurm in der EU ausgelöst. Daria Boyarskaya, die jahrelang als persönliche Übersetzerin des Kremlchefs tätig war, koordiniert derzeit die rund 200 Teilnehmer der OSZE-Mission zur Beobachtung der ungarischen Parlamentswahlen am 12. April. Angesichts massiver russischer Einflusskampagnen wirkt diese Besetzung für Brüssel fragwürdig und birgt ein Sicherheitsrisiko.

Über 50 EU-Abgeordnete haben die OSZE-Vorsitzenden in einem Brief aufgefordert, Boyarskaya „mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben im Zusammenhang mit den ungarischen Wahlen zu entbinden“. Das Schreiben liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor. Die Begründung: Personen wie Boyarskaya, die für hochrangige Treffen zwischen Putin und anderen Regierungschefs dolmetschten, würden „einer strengen Sicherheitsüberprüfung durch die russischen Behörden unterzogen und vom russischen Staat als äußerst zuverlässig eingestuft“. Das heißt: Sie gelten dem Kreml als vertrauenswürdig – genau das macht sie aus Sicht der EU-Abgeordneten für eine neutrale Wahlbeobachtung untauglich und potenziell gefährlich.

Boyarskaya arbeitet seit über einem Jahrzehnt für die OSZE und wurde 2021 fest angestellt. Im Wiener Verbindungsbüro der Parlamentarischen Versammlung koordiniert sie nun den Einsatz der OSZE-Mission, organisiert Treffen mit politischen Akteuren, Behörden, Journalisten und Vertretern der Zivilgesellschaft.

Gegenüber dem RND sagte eine Sprecherin der OSZE: Die Bedenken seien bereits 2022/23 als unbegründet eingestuft worden. „Die betreffende Mitarbeiterin war nie als persönliche Dolmetscherin für Präsident Putin tätig.“ Zudem leisteten die Mitarbeiter lediglich operative und logistische Unterstützung, damit sich die Parlamentarier auf die Beobachtung der Wahl konzentrieren könnten. „Wir ändern Personalentscheidungen nicht aufgrund von externem Druck oder Medienkampagnen“, so die OSZE-Sprecherin weiter.

Die Glaubwürdigkeit internationaler Wahlbeobachtung steht auf dem Spiel, wenn Personen mit engen Verbindungen zu Putin zentrale Rollen in OSZE-Missionen einnehmen.
Daniel Freund (Grüne),
EU-Abgeordneter

„Die Glaubwürdigkeit internationaler Wahlbeobachtung steht auf dem Spiel, wenn Personen mit engen Verbindungen zu Putin zentrale Rollen in OSZE-Missionen einnehmen“, sagte der EU-Abgeordnete Daniel Freund (Grüne) dem RND. Die Beteiligung von Boyarskaya sei inakzeptabel. „Ihre Präsenz untergräbt das Vertrauen in die Neutralität und Unabhängigkeit der Mission.“ Es sei alarmierend, dass die ungarische Zivilgesellschaft und die Opposition bereits ihre Zusammenarbeit mit der OSZE-Mission verweigerten.

FDP-Politiker Moritz Körner kritisiert: „Dass ausgerechnet eine Kremlvertraute kontrollieren soll, ob Kremlknecht Orban Wahlen manipuliert, ist ein zynisches Schauspiel, das die Demokratie vorsätzlich verhöhnt.“

Zuvor hatte bereits das ungarische Helsinki-Komitee die OSZE aufgefordert, Boyarskaya von der Mission freizustellen. Schon die bloße Sorge, dass vertrauliche Gespräche an Russland durchsickern könnten, halte viele davon ab, frei mit OSZE-Mitarbeitern zu sprechen, warnte es. Laut „Guardian“ tat die OSZE das Schreiben jedoch als „verleumderisch“ ab. "

www.rnd.de/ ... /ungarn-wahl-putins-fruehere-dolmetscherin-koordiniert-osze-beobachter-proteststurm-in-der-eu-JMELKDHH5BDRNIDT55TEDZNKZA.html

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