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Schwarz-roter Denkfehler

Von Harvey11 Mittwoch 22.04.2026, 14:04

Von der Gesundheitsreform war hier schon vor zwei Wochen die Rede, aber inzwischen hat die zuständige Ministerin Nina Warken (CDU) ihre Sparvorschläge präsentiert. Ihr sei wichtig, „dass alle mit im Boot sind, wenn es um Einsparungen geht“, betonte Warken. Da ist es als wieder, das simple Wörtchen „alle“, das wir so oft hören, wenn es um die Verteilung von Krisenlasten oder Reformkosten geht.
Die Botschaft scheint unmittelbar einzuleuchten: Was soll gerechter sein, als Kosten und Lasten auf „alle“ zu verteilen? Entsprechend kommentieren manche Medien: Wenn „alle“ sich über Belastungen beklagen, müsste die Ministerin etwas richtig gemacht haben.
Es gibt da nur ein Problem: Das ist eine Denkweise, in der die Verteilung von Ressourcen und Möglichkeiten keine Rolle spielt. Wenn die Gewinne der Pharmaindustrie etwas beschnitten und Gutverdienende mit etwas höheren Beiträgen belastet werden, dann ist es nach dieser Logik auch gerecht, erkrankte Menschen mehr zuzahlen zu lassen als bisher – was faktisch bedeutet, dass Kosten von den Beitragszahlenden insgesamt (Gesunde und Kranke) auf die Kranken verschoben werden. Und wenn die Beiträge für Arbeitslose von den Kassen bezahlt werden satt aus Steuern, werden die gesetzlich Versicherten belastet statt die Allgemeinheit Steuerzahlenden.
Die ungleiche Verteilung von Reichtum wird verstärkt, nicht bekämpft. Das ist auch hier ein Grundelement schwarz-roter Politik.
Stephan Hebel, Frankfurter Rundschau 22.4.2026

Es gilt das gesprochene Wort. Spötter sagen nicht erst seit Merz, es gilt das gebrochene Wort. Treffend ist auch das Märchen von dem Boot, in dem wir ja alle sitzen würden. Aber bekanntlich rudern nicht alle.
Verdächtiger wird es dann, wenn das Denken verboten wird. Um nichts anderes geht es, wenn etwas als „alternativlos“ bezeichnet wird. Was wurde ich beschimpft, als ich das so deutlich sagte. Das neue Modewort für Denkverbot heiß „Staatsräson“.
Wofür wurden uns denn diese grauen Zellen gegeben, wenn wir sie verkümmern lassen? Das mag ja bei Sektenmitgliedern und Räuberbanden üblich sein. Aber bei uns doch nicht. Oder?
Also alles hinterfragen. Besonders das honigsüße Gesäusel von Politikern, die es gut mit uns meinen, aber knallhart mit unserer geistigen Trägheit rechnen, die man früher so treffend „Untertanengeist“ nannte. Denn das Wohl der Masse interessiert die nicht. Nur in Wahlkampfreden. Dann tropft der Honig.

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