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Sollen "Smart Glasses" verboten werden?

Von Novelle Freitag 11.09.2026, 00:54

"Eigentlich sollen „Smart Glasses“ eine Erleichterung im Alltag sein – oder einfach eine schöne Spielerei. So zumindest preist der Meta-Konzern die Produkte an, die er in Kooperation mit Brillenherstellern wie Ray-Ban auf den Markt gebracht hat: „Frag deine Brille alles, was du wissen möchtest – mit Hey Meta“.
Die Brille kann also Fragen beantworten, weil sie mit dem Internet verbunden ist und auf allerlei KI-Anwendungen zurückgreifen kann.

Im Brillengestell steckt aber auch eine Kamera – und dieser Umstand macht sie zum Problem. Jedenfalls dann, wenn sie von den falschen Leuten getragen wird.

Heimlich mit gefilmt:
Im Mai veröffentlichte das Rechercheteam des SWR einen Film. Er zeigte Fälle von jungen Frauen, die von fremden Männern mit solchen Smart Glasses mutmaßlich heimlich gefilmt worden waren.

Die Frauen fanden die kurzen Gespräche, die sie mit diesen Männern geführt hatten – missratene Flirtversuche – dann später zufällig auf Social-Media-Plattformen wie TikTok wieder.

Die Debatte:
Dies löste die Frage aus, ob hier nicht mal lieber der Staat eingreifen sollte. Schließlich gilt in Deutschland das Recht am eigenen Bild – das heißt, niemand darf jemand anderen ohne dessen Einwilligung filmen oder fotografieren.

Eine Einwilligung kann aber nur geben, wer überhaupt merkt, dass sie oder er gefilmt wird. Und hieran entzündet sich nun die aktuelle Auseinandersetzung über die Smart Glasses:

Kann das Gegenüber erkennen, dass die Brille filmt?
Dazu gibt es zwei unterschiedliche Einschätzungen.

Die Bundesnetzagentur, die für eine Reglementierung zuständig wäre, sieht aktuell keine Voraussetzungen für ein Smart-Glasses-Verbot. Grund: Da sei ein LED-Lämpchen, das zu Beginn der Aufnahme aufleuchtet, und somit sei ja ein Warnsignal gegeben.

Anmerkung: Aus der Bundesnetzagentur ist zu hören, man würde die Dinger vielleicht schon ganz gern verbieten, man KÖNNE es eben nur nicht, weil es rechtlich nicht durchfechtbar wäre.

Jetzt könnte sich die Lage aber ändern:
Denn ein aktueller Prüfbericht, den wir von CORRECTIV schon vorab lesen konnten, kommt zu einem anderen Ergebnis. Er stammt vom Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Thomas Fuchs.

Was in dem Bericht steht und was sonst noch zum Thema wissenswert ist, hat unsere Reporterin Kimberly Nicolaus aufgeschrieben:

Demnach ist die einzige Funktion, die bei den Smart Glasses von Ray-Ban und Meta auf eine Aufnahme hinweist, ein weißes LED-Licht, das in vielen Umgebungen „nicht gut erkennbar“ sei.

Der Bericht könnte dazu führen, dass in Deutschland bald schon wieder Schluss ist mit der Spielerei. Vielleicht braucht es aber auch gar kein Verbot – denn der Großteil der Deutschen lehnt diese Technik laut einer aktuellen Umfrage ohnehin ab."

Quelle: "Correctiv"

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