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Start von geheimen Star-Wars-Programm der Ukraine

Von Feierabend-Mitglied Samstag 18.04.2026, 13:15 – geändert Samstag 18.04.2026, 13:16

Das Ziel sind russische Oreschnik-Raketen und die Unabhängigkeit von Starlink.

"Der Militärnachrichtendienst der Ukraine (GUR) war in der Vergangenheit bereits für einige spektakuläre Aktionen verantwortlich; so geht etwa die "Operation Spinnennetz" auf das Konto der Organisation. Dass der Geheimdienst jedoch ein eigenes "Star-Wars-Programm" betreibt, wirkt dann doch überraschend.

Wie nun bekannt wurde, hat die Ukraine erfolgreich zwei Raketen ins All geschossen – und all das, während am Boden die russische Invasion tobte. Eine Rakete erreichte eine Höhe von über 100 Kilometern, was der Definition der Kármán-Linie und damit der offiziellen Grenze zum Weltall entspricht. Die zweite Rakete stieg sogar bis auf eine Höhe von 204 Kilometern auf.
Kampfeinsätze im Weltraum

Diese Informationen gehen aus einem Interview hervor, das Fedir Wenislawskyj, Vorsitzender des Unterausschusses für Staatssicherheit, Verteidigung und Verteidigungsinnovation des Parlaments, mit RBC-Ukraine führte. Wenislawskyj beschrieb die Weltraummissionen dabei explizit als "Kampfeinsätze", die unter dem damaligen Geheimdienstchef Kyrylo Budanow durchgeführt wurden. Beide Raketenstarts seien durch Aufnahmen dokumentiert, betonte der Abgeordnete.

Dieselbe Arbeitsgruppe innerhalb des GUR soll zudem für eine Premiere auf dem europäischen Kontinent verantwortlich sein: Dem ukrainischen Nachrichtendienst sei es gelungen, eine Trägerrakete von einem Transportflugzeug aus zu starten, das in etwa 8000 Metern Höhe flog. Ein vergleichbarer Luftstart einer Rakete wurde bisher erst ein einziges Mal durchgeführt – und zwar in den 1970er-Jahren in den USA.
Angriff auf feindliche Ressourcen im All

All diese Aktionen dienten rein militärischen Zwecken; Wenislawskyj lässt hier wenig Interpretationsspielraum bezüglich der Ziele dieser Operationen. Was genau die Ukraine mit den Raketenstarts erreichen will, bleibt im Detail zwar unklar, doch der Abgeordnete deutete an, dass die Missionen dazu dienen, "feindliche Ressourcen im Weltraum anzugreifen".

In dem Interview wurden zudem Details über eine Waffenkategorie bekannt gegeben, die laut Wenislawskyj der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt ist: Die Ukraine arbeitet offenbar an eigenen Hyperschallwaffen. Dabei handelt es sich um ballistische Raketen, die durch einen extrem schnellen Zielanflug besonders schwer abzufangen sind.

"Wir haben Raketen, von denen fast niemand weiß. Sie sind in der Lage, feindliches Gebiet auf Entfernungen von bis zu 500 Kilometern zu treffen und mit Hyperschallgeschwindigkeit zu fliegen", erklärte er. "Und wir setzen sie im Zuge von Kampfhandlungen erfolgreich ein. Aber ihr Hauptzweck ist die Durchführung außergewöhnlicher Operationen, einschließlich derer, über die wir gerade gesprochen haben."

Sollte die Ukraine derartige Waffensysteme tatsächlich erfolgreich einsetzen, wäre das ein gewaltiger technologischer Sprung. Russland selbst ist es bislang nicht gelungen, Hyperschallwaffen zu dem zu machen, was die staatliche Propaganda vollmundig verkündet.
Die Technik hinter dem Luftstart

Auch wenn vieles im Verborgenen bleibt, lassen die Aussagen Wenislawskyjs darauf schließen, dass die bei den Orbitalstarts verwendeten Raketen aus demselben Waffenprogramm stammen wie die angeblichen Hyperschallraketen, wie auch der Defence Blog berichtet. Einschränkend muss jedoch erwähnt werden, dass auch herkömmliche ballistische Raketen Geschwindigkeiten von über Mach 5 erreichen – jene Schwelle, ab der allgemein von Hyperschallwaffen gesprochen wird.

Der Start einer Rakete aus einem Flugzeug in 8000 Metern Höhe bietet einen bedeutenden Vorteil gegenüber einem bodengestützten Start: Damit wird vor der Zündung der dichteste und für den Start energieintensivste Teil der Atmosphäre umgangen. So kann die effektive Reichweite erhöht werden, da der Treibstoff effizienter genutzt wird. Das ist auch der Grund, warum Marschflugkörper meist von Flugzeugen aus gestartet werden.

Die bisher nicht näher benannte Startplattform könnte in naher Zukunft für militärische Angriffsmissionen verwendet werden, sei aber ebenso für die Stationierung von Satelliten und anderen Raumfahrzeugen einsetzbar. Laut Wenislawskyj gehört die Ukraine damit nun zum exklusiven Kreis von insgesamt zehn Ländern, die über ähnliche Raumfahrttechnologien verfügen.
Schutz gegen die Oreschnik-Bedrohung

Doch wozu dieser immense Aufwand? Wie Euromaidan Press berichtet, verfolgt die Ukraine mit dem Aufbau einer eigenen Weltraumstreitmacht zwei Kernziele. Eines davon trägt den Namen "Oreschnik" – die russische, nuklear bestückbare Interkontinentalrakete.

"Russland startete am 8. Jänner seinen zweiten "Oreschnik"-Angriff auf die Ukraine, der höchstwahrscheinlich auf das staatliche Flugzeugreparaturwerk in Lemberg abzielte. Das System ist mit bis zu sechs unabhängigen Wiedereintrittskörpern (MIRVs) bestückt, von denen jeder bis zu sechs Submunitionen tragen kann. Es gibt Hinweise darauf, dass die Rakete bei diesem Angriff nicht mit Sprengstoff bestückt war, sondern ihren Schaden allein durch enorme kinetische Wucht verursachte. Vermutlich handelte es sich um Betongewichte.

Obwohl die Rakete keine allzu große Präzision aufweist und technisch teilweise auf dem Stand der 50er-Jahre ist, ist es für die Ukraine essenziell, Putins Propagandawaffe abfangen zu können. Wenn die Sprengköpfe erst einmal auf ihr Ziel zurasen, sei es für eine Abwehr oft zu spät; in einer Höhe von rund 100 Kilometern seien sie jedoch deutlich einfacher auszuschalten, erläuterte der Abgeordnete.
Unabhängig von Starlink

Der zweite Grund für das ukrainische Weltraumprogramm ist das Streben nach unabhängiger Kommunikation. Aktuell ist das Land stark auf Starlink angewiesen, das Satelliteninternet von SpaceX. Dieses gehört Elon Musk, der nicht gerade für seine politische Zuverlässigkeit bekannt ist. Der Milliardär hatte vor allem in der Frühphase des Ukraine-Kriegs Starlink für ukrainische Gegenangriffe eingeschränkt. Im Februar drohte die US-Regierung der Ukraine zudem damit, den Dienst einzustellen, sollte Kyjiw keine Mineralienabkommen unterzeichnen.

Zwar kooperierte Musk zuletzt wieder enger mit den ukrainischen Streitkräften und unterband den Service für die russische Armee, dennoch will die Ukraine eigenständig werden und eine eigene Satellitenkonstellation aufbauen. Die ersten Exemplare sollen bereits im Oktober starten; im Endausbau soll das Netzwerk 245 Satelliten umfassen. Bereits im Dezember soll mit "Sich 2-30" der erste rein ukrainische Aufklärungssatellit in den Orbit gelangen."


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Erstaunlich was trotz des stetigen Angriffs durch Russland und die Verteidigung dagegen an technischen Entwicklungen und Umsetzungen in der Ukraine statt finden. Man hat nicht nur im Bereich von Drohnen und deren Abwehr erstaunliche Fortschritte gemacht sondern ist nun auch im Weltraum aktiv um sich nicht unterkriegen zu lassen.

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