Die US-Regierung verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Arzneimittel und passt die Abgaben auf Stahl und Kupfer an
Mit neuen Zöllen auf Arznei und geänderten Zollregeln bei Stahl treibt die US-Regierung ihre aggressive Handelspolitik voran. Mit einem satten Aufschlag von 100 Prozent will sie Pharmakonzerne dazu bewegen, sich in den USA anzusiedeln – Deutschland und die EU insgesamt sowie andere Nationen sind wegen separater Abkommen jedoch ausgenommen.
Der Tag der Bekanntmachung am Donnerstag war nicht irgendeiner: Vor einem Jahr, am 2. April, hatte US-Präsident Donald Trump mit seinen Zolltafeln im Rosengarten des Weißen Hauses den Welthandel unter Schock gesetzt. Viele seiner Zölle sind zwar mittlerweile vom Obersten Gerichtshof gekippt worden. Der neue Aufschlag zeigt aber, dass Trump an seiner umstrittenen Zollpolitik nicht nur festhält, sondern sie noch ausbaut.
Der neue Zoll wird auf patentgeschützte Arzneimittel fällig: Für Großkonzerne gilt das in 120 Tagen, für kleinere Unternehmen 60 Tage später. Wer sich für eine Ansiedlung in den USA entscheidet, kann die Zölle unter Umständen auf null reduzieren.
Für Deutschland relevanter sind Neuerungen bei Stahl, Aluminium und Kupfer: Bei Stahlbalken und ähnlichen Produkten soll der Zollsatz von 50 Prozent künftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den Preis, der am amerikanischen Markt fällig wird. Die US-Regierung will damit ihre Einnahmen deutlich erhöhen.
„Wir haben nicht die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt die angegebenen Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich gesenkt hat“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. Mit der neuen Regel soll der künstlichen Verbilligung nun ein Ende bereitet werden.
Für andere Produkte wie Waschmaschinen könnte der Zollsatz hingegen sogar fallen. Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium oder Kupfer bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25 Prozent fällig. Zuvor war der 50-prozentige Satz auf den Anteil des Produkts fällig geworden, der aus einem der Stoffe besteht, wie der Regierungsbeamte ausführte.
Arzneimittel-Hersteller in Deutschland und der Schweiz sehen in den neu angekündigten US-Zöllen auf Pharmaprodukte eine Bedrohung für europäische Produktionsstandorte. „Mittelfristig besteht die Gefahr, dass Teile der Produktion und Forschung in die USA abwandern“, wo regulatorische und finanzielle Anreize locken, hieß es vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Berlin. Der Schweizer Verband Interpharma warnte vor negativen Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten.
Die Pharmaverbände bewerten die angekündigten Maßnahmen als massiven Eingriff in den Medikamenten-Markt. Die Zölle „gefährden die globalen Produktions- und Lieferketten für Arzneimittel, behindern Forschung und Entwicklung und schaden letztlich Patientinnen und Patienten weltweit“, warnte Interpharma in Bern.
Wegen des Drucks aus den USA stehen nun auch Investitionen am deutschen Standort auf dem Prüfstand, wie VFA-Präsident Han Steutel sagte. Umso wichtiger sei es, auch in Europa einen bedeutenden Markt zu entwickeln. Der Branchenvertreter forderte niedrigere Ansiedlungskosten, schnellere Verfahren und Innovationsförderungen.
Frankfurter Rundschau 4.4.2024
So langsam sollten auch die treuesten Transatlantiker begriffen haben, dass die USA unter Trump alle Masken fallen lassen. Die Kriege kosten Geld, seine Fans warten auf die Einlösung von utopischen Versprechen und nichts funktioniert.
Auf seinen Raubzügen um die Welt macht er auch vor angeblichen Verbündeten nicht halt und Freunde hatten die USA noch nie.
Die sich als solche sehen erkennen nun, dass die USA nicht nur mit Bomben andere Länder zerstören wollen. In ihrer Gier kennen die keine Gnade, keine Hemmungen.
Es wird Zeit sich mit klaren Kopf und ohne Trennungsschmerz neu zu orientieren.
Die US-Regierung verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Arzneimittel und passt die Abgaben auf Stahl und Kupfer an
Mit neuen Zöllen auf Arznei und geänderten Zollregeln bei Stahl treibt die US-Regierung ihre aggressive Handelspolitik voran. Mit einem satten Aufschlag von 100 Prozent will sie Pharmakonzerne dazu bewegen, sich in den USA anzusiedeln – Deutschland und die EU insgesamt sowie andere Nationen sind wegen separater Abkommen jedoch ausgenommen.
Der Tag der Bekanntmachung am Donnerstag war nicht irgendeiner: Vor einem Jahr, am 2. April, hatte US-Präsident Donald Trump mit seinen Zolltafeln im Rosengarten des Weißen Hauses den Welthandel unter Schock gesetzt. Viele seiner Zölle sind zwar mittlerweile vom Obersten Gerichtshof gekippt worden. Der neue Aufschlag zeigt aber, dass Trump an seiner umstrittenen Zollpolitik nicht nur festhält, sondern sie noch ausbaut.
Der neue Zoll wird auf patentgeschützte Arzneimittel fällig: Für Großkonzerne gilt das in 120 Tagen, für kleinere Unternehmen 60 Tage später. Wer sich für eine Ansiedlung in den USA entscheidet, kann die Zölle unter Umständen auf null reduzieren.
Für Deutschland relevanter sind Neuerungen bei Stahl, Aluminium und Kupfer: Bei Stahlbalken und ähnlichen Produkten soll der Zollsatz von 50 Prozent künftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den Preis, der am amerikanischen Markt fällig wird. Die US-Regierung will damit ihre Einnahmen deutlich erhöhen.
„Wir haben nicht die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt die angegebenen Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich gesenkt hat“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. Mit der neuen Regel soll der künstlichen Verbilligung nun ein Ende bereitet werden.
Für andere Produkte wie Waschmaschinen könnte der Zollsatz hingegen sogar fallen. Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium oder Kupfer bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25 Prozent fällig. Zuvor war der 50-prozentige Satz auf den Anteil des Produkts fällig geworden, der aus einem der Stoffe besteht, wie der Regierungsbeamte ausführte.
Arzneimittel-Hersteller in Deutschland und der Schweiz sehen in den neu angekündigten US-Zöllen auf Pharmaprodukte eine Bedrohung für europäische Produktionsstandorte. „Mittelfristig besteht die Gefahr, dass Teile der Produktion und Forschung in die USA abwandern“, wo regulatorische und finanzielle Anreize locken, hieß es vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Berlin. Der Schweizer Verband Interpharma warnte vor negativen Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten.
Die Pharmaverbände bewerten die angekündigten Maßnahmen als massiven Eingriff in den Medikamenten-Markt. Die Zölle „gefährden die globalen Produktions- und Lieferketten für Arzneimittel, behindern Forschung und Entwicklung und schaden letztlich Patientinnen und Patienten weltweit“, warnte Interpharma in Bern.
Wegen des Drucks aus den USA stehen nun auch Investitionen am deutschen Standort auf dem Prüfstand, wie VFA-Präsident Han Steutel sagte. Umso wichtiger sei es, auch in Europa einen bedeutenden Markt zu entwickeln. Der Branchenvertreter forderte niedrigere Ansiedlungskosten, schnellere Verfahren und Innovationsförderungen.
Frankfurter Rundschau 4.4.2024
So langsam sollten auch die treuesten Transatlantiker begriffen haben, dass die USA unter Trump alle Masken fallen lassen. Die Kriege kosten Geld, seine Fans warten auf die Einlösung von utopischen Versprechen und nichts funktioniert.
Auf seinen Raubzügen um die Welt macht er auch vor angeblichen Verbündeten nicht halt und Freunde hatten die USA noch nie.
Die sich als solche sehen erkennen nun, dass die USA nicht nur mit Bomben andere Länder zerstören wollen. In ihrer Gier kennen die keine Gnade, keine Hemmungen.
Es wird Zeit sich mit klaren Kopf und ohne Trennungsschmerz neu zu orientieren.