Die Leipziger Buchmesse sollte für einen Kulturstaatsminister zu den Höhepunkten des Jahres gehören. Nicht so für Wolfram Weimer, der dort nach der versuchten Absetzung der Berlinale-Leiterin und dem Skandal um gestrichene Geschäfte mit linkem Sortiment von der Liste der Buchhandelspreisträger Buhrufe erntete und als »Kulturkampfminister« tituliert wurde:
Weimer sei »das wohl umstrittenste Mitglied im Bundeskabinett«, so Matthias Reiche in MDR aktuell am Sonnabend. »Immer drängender stellt sich die Frage, wie lange er sich noch im Amt halten kann.« Besser gesagt, »wie lange Bundeskanzler Friedrich Merz seinen langjährigen Vertrauten noch im Amt halten kann«, benennt der Bayerische Rundfunk die entscheidende Rückendeckung für den parteilosen rechtskonservativen Verleger und Journalisten, der »in weniger als einem Jahr vor allem Porzellan zerschlagen« sowie »einen großen Teil der Kulturwelt gegen sich aufgebracht hat und längst nicht mehr nur bei Linken für Kopfschütteln sorgt«.
In der ARD kommen Buchhändler, Verleger und Juristen zu Wort, die den Rücktritt Weimers fordern. »Ein Kulturminister hat einen ganz engen und plumpen Kulturbegriff. Ihm sollten wir nicht unser Steuergeld anvertrauen«, so etwa Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung. Der von unseren Steuergeldern fürstlich alimentierte Kulturstaatsminister hält es derweil nicht für nötig, sich gegenüber der öffentlich-rechtlichen Anstalt zu äußern: »Ein Interview mit der ARD zu den Vorwürfen hat Weimer abgelehnt.«
Doch er liefert zuverlässig weiter Skandalstoff: Der Kulturstaatsminister lasse offenbar die Mitglieder sämtlicher Jurys im Bereich der Kulturförderung systematisch in Listen erfassen, berichtet der Spiegel, dem ein entsprechender Mailverkehr vorliegt. »Kritiker befürchten, dass diese Listen den Beginn einer weiteren Einmischung Weimers in die Arbeit der unabhängigen Jurys darstellen könnten«, so das Magazin. »Auch besteht die Sorge, einzelne Jurymitglieder könnten einer Überprüfung durch den Verfassungsschutz unterzogen werden.« Keine abwegige Vorstellung. Den Inlandsgeheimdienst hatte Weimer schließlich auch auf die Preisträger des Buchhandelspreises losgelassen. Die drei anschließend von der Liste gestrichenen Läden in Berlin, Bremen und Göttingen verzeichnen derweil laut »Tagesschau« Bestellungen aus ganz Deutschland. So habe die Göttinger Buchhandlung »Rote Straße«, die vom »umsatzstärksten März seit Gründung« spricht, ein Foto von Weimer als »Mitarbeiter des Monats« aufgehängt.
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Weimer schwebt wohl eine Kultur vor, wie sie im tausendjährigen Reich vorgeschrieben war. Das wäre zwar ganz im Sinne von Höcke, aber doch etwas verfrüht. Da muss er noch etwas warten und sich derzeit ausbuhen lassen.
Die Leipziger Buchmesse sollte für einen Kulturstaatsminister zu den Höhepunkten des Jahres gehören. Nicht so für Wolfram Weimer, der dort nach der versuchten Absetzung der Berlinale-Leiterin und dem Skandal um gestrichene Geschäfte mit linkem Sortiment von der Liste der Buchhandelspreisträger Buhrufe erntete und als »Kulturkampfminister« tituliert wurde:
Weimer sei »das wohl umstrittenste Mitglied im Bundeskabinett«, so Matthias Reiche in MDR aktuell am Sonnabend. »Immer drängender stellt sich die Frage, wie lange er sich noch im Amt halten kann.« Besser gesagt, »wie lange Bundeskanzler Friedrich Merz seinen langjährigen Vertrauten noch im Amt halten kann«, benennt der Bayerische Rundfunk die entscheidende Rückendeckung für den parteilosen rechtskonservativen Verleger und Journalisten, der »in weniger als einem Jahr vor allem Porzellan zerschlagen« sowie »einen großen Teil der Kulturwelt gegen sich aufgebracht hat und längst nicht mehr nur bei Linken für Kopfschütteln sorgt«.
In der ARD kommen Buchhändler, Verleger und Juristen zu Wort, die den Rücktritt Weimers fordern. »Ein Kulturminister hat einen ganz engen und plumpen Kulturbegriff. Ihm sollten wir nicht unser Steuergeld anvertrauen«, so etwa Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung. Der von unseren Steuergeldern fürstlich alimentierte Kulturstaatsminister hält es derweil nicht für nötig, sich gegenüber der öffentlich-rechtlichen Anstalt zu äußern: »Ein Interview mit der ARD zu den Vorwürfen hat Weimer abgelehnt.«
Doch er liefert zuverlässig weiter Skandalstoff: Der Kulturstaatsminister lasse offenbar die Mitglieder sämtlicher Jurys im Bereich der Kulturförderung systematisch in Listen erfassen, berichtet der Spiegel, dem ein entsprechender Mailverkehr vorliegt. »Kritiker befürchten, dass diese Listen den Beginn einer weiteren Einmischung Weimers in die Arbeit der unabhängigen Jurys darstellen könnten«, so das Magazin. »Auch besteht die Sorge, einzelne Jurymitglieder könnten einer Überprüfung durch den Verfassungsschutz unterzogen werden.« Keine abwegige Vorstellung. Den Inlandsgeheimdienst hatte Weimer schließlich auch auf die Preisträger des Buchhandelspreises losgelassen. Die drei anschließend von der Liste gestrichenen Läden in Berlin, Bremen und Göttingen verzeichnen derweil laut »Tagesschau« Bestellungen aus ganz Deutschland. So habe die Göttinger Buchhandlung »Rote Straße«, die vom »umsatzstärksten März seit Gründung« spricht, ein Foto von Weimer als »Mitarbeiter des Monats« aufgehängt.
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Weimer schwebt wohl eine Kultur vor, wie sie im tausendjährigen Reich vorgeschrieben war. Das wäre zwar ganz im Sinne von Höcke, aber doch etwas verfrüht. Da muss er noch etwas warten und sich derzeit ausbuhen lassen.