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ERFURT - Antwort auf die verbreiteten Lügen

Von Heideelke Dienstag 07.07.2026, 17:04

Allen die bei den Protesten und Aktionen gegen den AfD-Parteitag nicht dabei waren und wenig Fakten und Hintergründe wissen:
Die meisten, die darüber schreiben, sind leider einer Berichterstattung aufgesessen, der es in erster Linie darum geht, Aufregendes möglichst schnell zu verbreiten, ohne die Zusammenhänge und den tatsächlichen Hergang zu überprüfen (das gilt leider auch z.T. für seriöse Medien) oder um das absichtliche Verbreiten dieser falschen Berichterstattung. Deshalb hier die Fakten:

1. Es hat insgesamt annähernd 50.000 Menschen gegeben, die nahezu ausschließlich friedlich demonstriert haben. Es hat dabei an vielen Stellen völlig friedliche Sitzblockaden von knapp 10.000 Menschen gegeben, wie man sie aus den 70er und 80er Jahren gegen Raketenstationierungen und Atommülltransporte kennt. (Zu den 3 nennenswerten Vorfällen siehe unten).

2. Dazu kommen noch unzählige Menschen, die an vielen Plätzen in der Stadt mit Informationsständen, Essensangeboten aus aller Welt und einfach fröhlich vorgemacht haben, wie wir als vielfältige und bunte Gesellschaft friedlich zusammenleben können, ohne die Ausgrenzung und Abwertung, wie sie u.a. die AfD betreibt. Die Stimmung in der Stadt erinnerte eher an Kirchentag.

3. Die Proteste begannen mit einem Friedensgebet in der völlig vollen Martinikirche und einem anschließenden Gang mit Kerzen zum Gothaer Platz, alles völlig friedlich. Am Freitag Abend trafen sich die, die an den Blockaden teilnehmen wollten, zu einer Vorbereitung in der Andreaskirche. Dazu kamen so viele, dass diese 6mal wiederholt werden musste. Auch die begann jeweils mit einer Begrüßung durch die Pfarrerin, die eher eine Andacht war und eindringlich die Botschaft der Menschenwürde jedes Menschen (ausdrücklich auch der Polizisten), der Liebe Gottes und der Nächstenliebe brachte. Vermutlich haben eine ganze Reihe, insbesondere von jungen Menschen das so zum ersten Mal gehört. Die anschließenden Infos waren völlig auf Deeskalation und Gewaltlosigkeit ausgerichtet.
Am Samstag war auf dem voll gefüllten Anger-Dreieck ein ökumenischer Gottesdienst.

4. Unmittelbar vor dem Messegelände, wo die AfD tagte, fand am Samstag von früh 8 Uhr bis späten Nachmittag eine Demonstration des "Bündnis Zusammenstehen" statt, zu der alle 4 aus Erfurt stammenden Bundestagsabgeordneten von CDU, SPD, Linke und Bündnis90Grüne gemeinsam aufgerufen hatten. Nach Polizei Angaben nahmen daran über 30.000 Menschen teil. Dabei kam es zu keinem einzigen Zwischenfall.

5. Um 12.30 bis 14 Uhr fand eine Podiumsdiskussion mit den 4 erstunterzeichnenden Bodo Ramelow (Linke), Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Michael Hose (CDU) und Carsten Schneider (SPD), statt, wobei letzterer dann doch nicht teilnehmen konnte. Dabei wurde sehr intensiv und achtungsvoll miteinander diskutiert, vor allem auch über das Für und Wider eines AfD Verbotes.

6. Zu den 3 nennenswerten Vorfällen:
- Ein Film- und Reportageteam namens "Apollo" (bekannt aus rechtsextremen Zusammenhängen) hat mitten unter einem Demonstrationszug gefilmt, dabei auch immer wieder nurGesichter. Sie sind mehrfach von Demonstrierenden aufgefordert worden, insbesondere Letzteres zu unterlassen, was sie nicht taten. Darauf hin haben sie einige an den Rand drängen wollen, wogegen sich das Team zur Wehr setzte. Dadurch kam es zu Rangeleien, die Polizei griff nicht ein. Als das Team dann endlich ging, sind einige Demonstrierende hinterher gerannt, es kam nochmals zu Rangeleien, dabei wurde einer zu Boden gestoßen, die Polizei griff ein. Verletzt wurde niemand.

- Eine Gruppe Demonstrierender, die sich in der Art des sogenannten "schwarzen Block" mit Transparenten umgeben hatten, wurde von der Polizei aufgefordert, den Platz zu verlassen. Das taten sie auch, aber ganz langsam. Daraufhin wurden sie von der Polizei abgedrängt. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

- Durch eine enge Sitzblockade sind einige Polizisten hindurch gegangen, warum ist unklar. Dabei haben Polizisten Demonstrierende teilweise sehr grob beiseite geschoben, den Kopf und Arme verdreht u.ä., verletzt wurde niemand, aber ein Polizeisprecher sagte, der Vorfall werde intern untersucht.

7. Das Fazit der Polizei in einer Stellungnahme am Samstag Abend: Die Demonstrationen verliefen überwiegend friedlich, kein Polizist und nur wenige Demonstrierende wurden leicht verletzt, überwiegend mit Schürfwunden auf dem Boden, niemand musste im Krankenhaus behandelt werden.

Das sind die Tatsachen. Die solltest du verbreiten.
Und die Tatsache, dass die AfD in ihrem Programm und ihrem Handeln unzweifelhaft die freiheitliche, demokratische, soziale auf Achtung der Menschenrechte für alle basierende Ordnung der Bundesrepublik radikal ändern will zugunsten eines völkischen und deutlich repressiven, ausgrenzenden und unsozialeren Staates, und daß nachgewiesenermaßen große Teile der AfD rechtsextrem und faschistisch sind.

Quelle: Matthias Sengewald

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