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Ein besonderes Sit-in am heutigen Vormittag

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 20.03.2018, 14:00

Heute Vormittag kam ich ca. 10 Minuten früher bei Karstadt an und steuerte automatisch auf die Rolltreppe zu. "Verdorri", dachte ich in dem mir noch immer sehr geläufigen alte-Heimat-Dialekt. "Das Ding ist kaputt und gesperrt, also nehme ich den Aufzug".
So steuerte ich in großzügigen Schritten nach links und stand vor einer weiteren Absperrung.

Ehrlich - das irritierte mich nun wirklich und dann hörte ich auch noch meinen Namen.
Ich wurde gerufen - die Stimme - eindeutig Friedel.

Mein Blick glitt über die wenigen Menschen, die alle die Rolltreppe hinunter fuhren und blieb an zwei großen kräftigen Männern hängen - hinter einer weiteren Absperrung! Keine Möglichkeit in den Lift zu gelangen!

Und dann sah ich Friedel - hinter der Absperrung.
Ein wenig ratlos sah ich wohl aus meiner Wäsche und wurde dann aufgeklärt.

"Personalversammlung" sagte Friedel.
"Personalversammlung" bestätigte der neben ihr stehende große kräftige Mann.
"Mhm" antwortete ich - "darf ich auch da hin, also hinter die Absperrung?"

Ohne Entgegnung öffnete der große kräftige Mann mir die Absperrung und sagte dann sehr höflich "bitte" und Friedel nahm mich bei der Hand, führte mich Irritierte zur Treppe, auf der sie sich nieder ließ. Ich setzte mich daneben. Wir waren so ca. auf der 3. Stufe und konnten das Geschehen überblicken.

Klar war, jetzt begann die Wartezeit auf die anderen Teilnehmer des Dienstag-Treffs.
Und sie kamen nach und nach. Wir riefen, wedelten mit den Händen und der große kräftige Mann öffnete in uns schon bekannter Höflichkeit die Absperrung.
Irgendwann fragte er ein wenig irritiert, wie viele von uns denn noch kämen.
Das konnten wir natürlich nicht genau beantworten.

Der Gesprächsstoff geht uns nie aus, egal an welchem Ort, aber an erster Stelle stand das große Fragezeichen - WOHIN sollen wir Heimatlosen uns nun wenden?

Kathrin hatte die rettende Idee - das Cafe Mozart, gleich nach dem Siegesdenkmal in der Habsburger Straße.
Wir Treppensitzenden stemmten uns hoch und verließen die Stätte.

Der große kräftige Mann und ich einigten uns. Beim nächsten Mal bringe ich den Kuchen mit und er die Thermoskanne mit dem Kaffee, dann können wir es uns alle gemütlich machen.

Im Cafe Mozart war es dann sehr angenehm. Übrig geblieben waren Friedel, Helga, Barbara, Kathrin uns ich.
Wir einigten uns, ebenfalls ungewöhnlich, auf eine heiße Schokolade - es ist ja auch eine andere Lokalität als an den gewöhnlichen Dienstagen gewesen, teils mit Sahne, teils ohne und tauschten uns in lebhaftem Gespräch aus.

Am Samstag wird dort ab 11.30 Uhr Musik zum Kaffee gegeben. Ich glaube, ich habe da etwas ganz Schönes für mich entdeckt u.a. auch eine Engadiner Nusstorte......
Lecker!

Hannelore

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