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Der Planet

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 27.11.2025, 11:45

Auf dem lebenden, fiebrigen Gestein,
ein dunkler Flaum aus Zellen, Traum und Gier –
wir sind der Schimmel, der in leisen Reihen
die Haut der Erde überzieht mit „Hier“.

In Tiefen schlägt ein Herz aus Stein und Feuer,
es dreht geduldig seine alte Bahn.
Wir nennen uns die Krone, doch sind wir nur ein Schleier,
der irgendwann im Staub zerrinnen kann.

Vor langer Zeit, in glutverhangnen Tagen,
wuchs eine andre Ordnung, hoch und schwer.
Die großen Echsen füllten ohne Fragen
die Wälder, Meere, Himmel – und wollten mehr.

Dann kam ein Stein, ein Funke aus dem Schweigen,
ein kurzer Blitz im kalten Allgendicht.
Planetenpenicillin, im grellen Feuerscheiben,
das eine Weltinfektion bricht.

Es brannte Luft und Laub in einem Atem,
der Himmel kippte, Meere wurden grau.
Die Ordnung fiel, als kippte ein vermalter Rahmen,
und übrig blieb ein leeres Morgenblau.

Doch auch nach dieser reinigenden Wunde
kehrte der Schimmel wieder, weich und sacht.
In jeder Narbe, jeder Kruste, jeder Stunde
begrünt das Leben neu die schwarze Nacht.

Vielleicht, wenn wir zu dicht, zu laut, zu viele,
wird wieder so ein Stein in Bahnen lenkt.
Nicht aus Moral, nicht wegen unsrer Ziele –
nur weil der Wirt sein Gleichgewicht bedenkt.

So wachsen wir, ein zitterndes Geflecht,
aus Haut und Hunger, Hoffnung, Angst und Sein.
Der Planet schweigt, während er uns trägt –
und hält bereit sein nächstes Heil – ganz klein.



© F.R.K.

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