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Zwischen Gestern und Morgen

Von Feierabend-Mitglied 28.12.2025, 14:00

Noch bleibt das Jahr am Rand der Zeit,
ein letzter Ton, kaum hörbar,
verweht im Atem der Kälte.
Die Straßen liegen offen,
getragen von einem Schweigen,
das nicht leer ist,
sondern wartend.
Man könnte glauben,
die Welt hält kurz den Atem an,
bevor sie neu beginnt.
Ein Vogel ruft,
irgendwo zieht Rauch aus Kaminen,
und die Schatten an den Fenstern
werden langsam weich.
In mir ruht noch
das Ungesagte,
was nicht gelang,
was blieb, obwohl es gehen sollte.
Doch etwas – kaum greifbar –
streckt sich nach vorn:
ein Gedanke, ein Anfang,
ein Stück Vertrauen
in das Unbekannte.
Vielleicht geht es nicht darum,
neu zu werden,
sondern sanft weiter.
Wie Licht, das nicht fragt,
ob es willkommen ist,
sondern einfach fällt –
auf das, was war,
und das, was kommt.
Und irgendwo in dieser Stille
spürt man es fast:
das leise, unerschütterliche
Ja zum Morgen.

(c) F.R.K.

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