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Das Altern im Alter

Von DerHannoveraner Freitag 17.07.2026, 18:50

Das Silber im Haar, ein gesponnenes Licht,
erzählt von den Jahren, die niemand verspricht.
Es faltet die Zeit sich ins Antlitz hinein,
wie Linien im Stein, um unsterblich zu sein.
Das Tempo wird leiser, der Atem wird weit,
aus flüchtigem Jagen wird goldene Zeit.
Was einst uns bewegte mit lautem Protest,
hält heute die Seele in Dankbarkeit fest.
Der Blick zurück und nach vorn
Die Hände: Sie schufen, sie hielten, sie ließen auch los,
nun ruhn sie im Schoße, beunruhigt bloß
vom Zittern der Jugend, die leise verblasst,
befreit von der Schwere, erlöst von der Last.
Die Augen: Sie blicken durch Nebel und Glanz,
sie sahen den Sturm und den festlichen Tanz.
Sie brauchen nicht länger den blendenden Schein,
sie fangen das Wesen der Dinge nun ein.
„Man altert nicht nur an Jahren und Tagen,
man reift in den Fragen, die ungehört blieben.
Und statt nach dem Sinn in der Ferne zu fragen,
lernt man das Dasein im Stillen zu lieben.“
Der Abend bricht an, doch er bringt keine Nacht,
nur Ruhe für das, was das Leben vollbracht.
Ein sanftes Vergehen, ein Leuchten im Grau –
wie Tau auf den Wiesen im Frühlicht der Au.
Das Altern im Alter ist Krone und Kleid:
Ein Schritt aus dem Lärm in die Ewigkeit.

Text und Foto aus eigener Hand

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