Der Sonnenwichtel
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 22.10.2026, 15:06
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Der Sonnenwichtel, verborgen hinter einer Wolkenwand,
malte feine Lichtspur'n über Feld und graues Land.
Er streute goldne Hoffnung aus mit leichter, warmer Hand
und ließ sie leise treiben über Häuser, Baum und Rand.
Vielleicht war's nur ein Sonnenwichtel hoch über Dach und Baum,
der kleine Funken Licht verlor im herbstlich grauen Raum.
Sie glommen einen Augenblick und waren gleich verweht,
doch haben sie mir still gezeigt, dass alles Dunkel geht.
Auf einer Wolkenschaukel zog er seine Kreise weit,
verstreute helle Goldfäden in die graue Herbsteszeit.
Mal zeigte er sich flüchtig nur, dann war er kaum zu sehen,
als wollte er im trüben Tag noch Sonnenstrahlen säen.
Er neckte Wind und Wolken, die den Himmel grau verhüllt,
und lachte, wenn ein Sonnenstrahl die kalte Luft erfüllt.
Dann schob er mit unsichtbarer Hand ein Wolkentor beiseit',
sodass für einen Herzschlag lang die Welt in Gold sich kleid'.
Doch ehe ich ihn fragen konnt', wohin sein Weg wohl führt,
war er schon fortgezogen, vom Herbstwind sanft berührt.
Zurück ließ er die Ahnung nur, dass hinter Grau und Regen
oft kleine Sonnenwichte ihre goldnen Spuren legen.