Zwei Tannen.
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Feierabend-Mitglied
Samstag 25.10.2025, 07:37 – geändert 26.10.2025, 05:22
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Der Weihnachtsbaum
Zwei hohe Tannen stehen auf waldigen Höhen.
Die eine ist dicht gewachsen und wunderschön.
Die Schöne steht gerade, die Äste sehr stolz,
darunter nur lagern Zapfen und Pilze am Holz!
Bei der anderen hat einmal der Blitz eingeschlagen,
sie ist krumm gewachsen und die Spitze zerschlagen.
Bei ihr, der Krummen, da hängen die Äste schief,
darunter aber schon manches Wildtier schlief.
Die Krumme:
„Wie geht's dir,
geht's dir gut liebe Base?
Mir geht's nicht gut, hab meine Phase.
Gewürm durchzieht meine Wurzeln,
und Käfer nagen an meinem Holz,
und Du, stehst wie immer,
dicht gewachsen und gerade und stolz!“
Die Schöne:
„Was willst Du von mir?
Ich stehe hier und halte Pläsier!-
In Bälde werde ich vom Berge gehen!
Im Hause dort unten,
als Weihnachtsbaum stehen.
Denn es ist Althergebracht,
und schon sehr lange ausgemacht...
Schöner werde ich niemals wieder sein!
Halte brennende Kerzen mit glänzenden Schein.
Bin mit Lametta und Kugeln aus Gold behangen,
denn dort unten wird das Weihnachtsfest anfangen.
Aber du stehst dort oben auf den waldigen Höhen,
zu jeder Jahreszeit umweht von luftigen Böen.
Mit zwei Spitzen, krumm gewachsen, aber stolz,
und Tiere suchen Schutz unter deinem Holz!
Ich werde vertrocknen, und ohne Nadeln dastehen,
werde nie wieder die Wälder und die Sonne sehen.
Mit mir ist es aus, und meinem schönen Schein.
Und du wirst immer älter, als ich werd' es je sein!”