Antisemitismus in der NS-Zeit
Von ehemaliges Mitglied Samstag 06.09.2025, 17:15
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von ehemaliges Mitglied Samstag 06.09.2025, 17:15
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Der Judenhass hat auch in Europa eine lange Geschichte. Doch in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, mit dem Erstarken der nationalsozialistischen Ideologie und Adolf Hitlers Aufstieg zur Macht in Deutschland, wurde der rassistische Antisemitismus zuerst zum Instrument einer Massenpartei und später zur offiziellen Politik des Dritten Reiches. In den Augen der Nazis manifestierte sich das jüdische Wesen in der biologischen Einzigartigkeit des Juden. Wenn es in der Vergangenheit scheinbar möglich gewesen war, den Verfolgungen durch Assimilation, Verzicht auf das Ausüben der jüdischen Tradition oder durch Konversion zu entkommen, versperrte die rassistische Auffassung den Juden diese Möglichkeiten. Der nationalsozialistische Rassismus sah im deutschen Volk den edelsten und reinsten Zweig der arisch-nordischen Rasse (gemeinsam mit den nordisch-skandinavischen Völkern), und in den Juden eine minderwertige Rasse, oder Anti-Rasse, die ohne Unterlass danach strebt die richtige Weltordnung zu zerstören und der Herrenrasse die Herrschaft und Führung zu entreißen. Sollte die arische Rasse nicht siegen und seine Herrschaft auf Erden errichten, so die Nazi-Ideologie, drohten die Juden die Menschheit zu Niedergang und Degeneration zu führen.
Die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten begann bereits im Jahr 1933 und war anfänglich gegen die Juden Deutschlands gerichtet, die innerhalb weniger Jahre von vollen Staatsbürgern zu rechtlosen Verfolgten wurden. Die Massenvernichtung selbst fand während des Zweiten Weltkriegs in Europa statt und umfasste die Ermordung von etwa sechs Millionen Juden in viereinhalb Jahren. Auf dem Höhepunkt der Vernichtung wurden innerhalb von 250 Tagen und Nächten, von April bis November 1942, zweieinhalb Millionen Juden ermordet – Männer, Frauen, Alte und hauptsächlich Kinder. Die Zahl der Morde nahm zwar ab, als die Anzahl der Juden geringer wurde, hörte jedoch erst mit der Kapitulation der Nationalsozialisten auf.
Juden hatten keine Fluchtmöglichkeit und waren nirgendwo sicher. Die Zerstörung der Gemeinden allein reichte den Tätern jedoch nicht. Ihr Ziel war die Vernichtung des gesamten Volkes – bis zum letzten Juden. Allein Jude zu sein, war für sie ein Verbrechen, für das es nur eine Strafe gab – den Tod -. Männer, Frauen, Alte und Kinder, Gläubige und Säkulare, Gesunde und Kräftige, Kranke und Schwache – ihnen allen drohten Leid und Tod.
Im Holocaust – der vom Ausmaß und Charakter größten Katastrophe des jüdischen Volkes – wurden tausende jüdische Gemeinden mit ihrem materiellen und geistigen Reichtum vernichtet.
Im Laufe des Krieges wurde der Großteil der europäischen Juden ermordet. Blühende jüdische Gemeinden, die Jahrhunderte lang gewachsen waren, wurden zerstört. Die wenigen Überlebenden, manchmal nur zwei pro Stadt oder einer/eine aus einer gesamten Familie, sammelten völlig erschöpft und traumatisiert den Rest ihrer Kräfte und bauten mit außergewöhnlichem Lebensmut ihr Leben von Neuem auf. Sie wollten sich nicht kaltblütig an ihren Verfolgern rächen, sondern bemühten sich, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Sie entschieden sich für das Leben: Neue Familien entstanden im Schatten des Verlustes, ebenso wie neue Gemeinden.
Das alles sind Dinge, die wir Deutschen niemals vergessen dürfen.
Externer Inhalt
Dieser Inhalt wird nicht von Feierabend.de bereitgestellt. Du kannst ihn nur lesen, wenn Du zustimmst, dass er von Youtube nachgeladen wird. Bist Du einverstanden, dass externe Inhalte nachgeladen werden? Mehr dazu erfährst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.
einverstanden