Darf's ein wenig Zombie sein? 3. von 4 Folgen
Von
comanchemoon
Donnerstag 17.10.2024, 11:29
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comanchemoon
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Zombies wurden in der Karibik von Eingeweihten sozusagen als Arbeitssklaven gehalten. Und immer wenn Paule mal jemanden zum Zupacken brauchte, ließ er ihn heraus. Die Dinger haben keinen eigenen Willen. Paule beherrschte ihn, weil der Houngan ihm ein Medaillon gab, in dem ein Stück vom Fingerknochen des Untoten eingearbeitet ist. Der Zombie ist an den Besitzer dieses Medaillons gebunden. Alles ging gut, bis Dieter Rosenbusch beschloss, eine Flasche Rum mit Paule niederzumachen. Als die Pulle gelehrt war, vermutete er Nachschub in der Truhe. Er schlug Paule nieder und öffnete die Kiste. Den Rest können wir uns denken.“
Adrian war erschüttert. „Du willst mich verklapsen!“
„Nein, nein! Ich glaubte es zunächst auch nicht. Aber dann sah ich es mit eigenen Augen. Paule erzählte, dass die Truhe gleichzeitig ein Tor ist, das anderen Zombies erlaubt, in unsere Welt zu wechseln. Jedenfalls kann das passieren, wenn sie längere Zeit geöffnet bleibt. Ich habe es gesehen!“
Er erschauderte nachträglich.
„Als ich die Tür zur Kajüte öffnete, saß Paules Zombie auf einem Stuhl, und zwei weitere Monster kletterten gerade aus der Truhe. Sie sahen schrecklich aus. Der eine hatte völlig leere Augenhöhlen, eine mumifizierte Haut und einen Dreispitz auf dem Schädel. Wo ehemals die Nase war, kamen Maden heraus geschleimt, und die Hände bestanden nur noch aus Knochen. Der andere war wohl etwas frischer, aber auch nicht hübscher. Ihm quoll das Hirn aus einer Schädelhälfte und die Haut hing teilweise in Fetzen an ihm runter.“
„Und wie bist du ihnen entkommen?“ fragte Adrian.
„Paule gab mir ein Pulver. Zieht man damit eine Linie, kann sie von den Zombies nicht überschritten werden. Ich schlug also sofort die Tür wieder zu und streute das Pulver davor!“
„Na, dann wollen wir mal hoffen, dass der Wind es noch nicht weggeweht hat!“
Die beiden Freunde starrten sich an.
„Hol dein Schwert!“, sagte Matze. „Man kann sie nur vernichten, indem man sie verbrennt, ihnen in den Kopf schießt oder den Kopf abschlägt! Ich nehme ein Bolzenschussgerät und mein großes Fleischerbeil, den Rinderspalter. Und dann noch eines! Ihr matschiges Hirn ist hauptsächlich auf Fressen programmiert. Lass dich also auf gar keinen Fall beißen, denn dann wirst du auch zum Zombie!“
Der Himmel war fast schwarz. Wolken hatten sich vor den Mond und die Sterne geschoben. Die Luft war schwer und feucht. Ab und zu wirbelte Wind Laub vom Boden auf und im dunklen Wasser des Kanals spiegelten sich die Lichter der Straßenlaternen, die den Weg säumten.
Die Freunde gingen Seite an Seite, wobei sie sich regelmäßig nach allen Richtungen umschauten und ihre Waffen griffbereit hielten. Als sie bei der „Queen of Haiti“ ankamen, war dort alles still. Nichts war zu sehen.
„Ob sie noch in der Kajüte sind?“, fragte Matze und bemühte sich, mutiger zu klingen, als er sich fühlte.
„Tja!“, antwortete Adrian. „Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder treiben sie sich hier draußen irgendwo herum, und dann gnade uns Gott, oder sie sind tatsächlich noch dort drinnen! Wir sollten zwar einfach mal nachsehen, aber ehrlich gesagt, ist mir ungefähr so wohl, wie bei Sex mit einem Krokodil. Trotzdem, wir müssen was tun! Wenn die Biester tatsächlich so langsam und unbeholfen sind, sollten wir sie austricksen können!“
Beide glitten leise über den Steg auf das Schiff. Ihre Hände umkrampften die Waffen. Es war totenstill. Matze schlich zur Kajüte und spähte vorsichtig durch das kleine Fenster.
„Sie sind da drinnen!“, flüsterte er. „Allerdings rückt Verstärkung nach. Zwei neue Zombies sind gerade dabei, aus der Truhe zu steigen. Ich kann insgesamt schon sieben zählen. Langsam wird es eng in der Kajüte.“
„Was tun sie genau?“
„Gar nichts, sie stehen einfach nur rum!“
Adrian wies auf die Reste des blauen Pulvers, das vor der Kajütentür verstreut war. „Das scheint sie tatsächlich in Schach zu halten. Aber nur, bis es sich endgültig aufgelöst hat. Wir sollten sie irgendwie herauslocken. Durch die enge Tür können sie nur einzeln kommen und dann, na ja, dann schlagen wir mit unseren Waffen zu!“ Er schluckte.
Hinter ihnen ertönte plötzlich ein Geräusch. Es hörte sich an, als ob jemand, der die Füße nur mit Mühe hochbekam, über den Steg schlurfte. Dann sahen sie ihn. Dieter Rosenbusch, oder vielmehr das, was er nun war, kam mit ausgebreiteten Armen unbeirrt auf sie zugewankt. Aus dem aufgeschlitzten Bauch baumelten lang heraushängende Darmfetzen.
Fortsetzung folgt