Die Tür öffnet sich
Von
cinque
31.08.2025, 14:52
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cinque
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Biggilein muß zur Reha nach Prerow, Biggilein freut sich auf die Tage an der Ostsee, Biggilein macht sich aber Sorgen um ihren Martin. Der liebe Martin ist ja allein gar nicht lebensfähig, wie soll er diese drei Wochen nur überstehen. Der liebe Martin entspannt seine Biggi. Wenn er ein Problem hat, dann fragt er Silvi. Silvi ist nicht die blonde interessierte Nachbarin, Silvi ist die Frau seines Freundes Lukas, und sie macht das gern für ihre Freundin Biggi, die hat Erholung nach der OP dringend nötig. Biggi weiß, auf Silvi ist Verlass und fährt entspannt nach Prerow.
Es ist die Zeit der Champions Leage, Zeit der Hochspannung bei unseren zwei Freunden. Nee, was ist das doch viel gemütlicher, ohne Frauen die Spiele genießen zu können, mitzufiebern bei Chips und Bier. Nicht immer Biggi erklären müssen, warum nun 11 Meter und bei jedem Sturz dieses „ach nee, das tat bestimmt weh, der arme Bauzemann“ grrrr und überhaupt und grundsätzlich. .Freund Manni hat sich auch eingefunden. Zu dritt fiebern, das ist was, das ist Spiel, Spaß, Spannung hoch drei. Stimmung wie im Stadion. Das Wohnzimmer gleicht einem Fanblock: Überall Fan-Artikel, die Vereinsfahne, Chips, Bierdosen – und drei Freunde, die sich vor Begeisterung kaum noch halten können. Martin, Lukas und Manni sitzen auf dem Sofa wie auf glühenden Kohlen. Die Verlängerung der Champions-League-Finalpartie ist gleich vorbei, das Spiel bisher Nervenkitzel pur. Martin trägt sein Trikot, Lukas hat sich sogar das Vereinslogo ins Gesicht geschminkt, und Manni ist fürs Kommentieren zuständig – lauter als jeder Stadionsprecher. „Ey, wenn der den jetzt reinmacht, dann raste ich aus!“, schreit Manni, während der Ball in Zeitlupe auf das Tor zufliegt. Tooor! Die drei springen auf, Bier spritzt, jemand tritt die Chipsschüssel vom Couchtisch. Es ist laut. Es ist wild. Es ist der absolute Wahnsinn. Martin brüllt: „WIR HABEN'S! Mann, das war geil!“ Manni hüpft im Kreis, Lukas trommelte auf einem Sofakissen. Das hier fühlt sich an wie ein Sommertraum, wie Jugend, wie ein Moment, der nie enden sollte.
Und dann *klack.* Die Wohnungstür. Kaum hörbar im Jubel. Aber Martin hört oder spürt es. Die Tür öffnet sich. Und da steht sie, Biggi. mit ihrer kleinen Reisetasche in der Hand und einem Ausdruck im Gesicht, der irgendwo zwischen Entsetzen, Verärgerung und Grönlandeis liegt. Martin erstarrt. „Biggi... wo, wo kommst du denn her?“ Sie macht einen Schritt ins Zimmer, lehnt sich gegen den Türrahmen. „Ich hatte Sehnsucht nach dir, mein lieber Martin. Ich bin für eine Nacht heimlich aus der Reha zurück.“ Stille, eisige Stille. Lukas läßt das Kissen aus der Hand gleiten. Manni sieht zur Seite. Martin wirkt, als hätte man ihn vom Leben zum Tod befördert. Biggi schaut in die Runde. Bierdosen, Chips, die Fahne auf dem Sofa. „Du... feierst?“, fragt sie leise. Martin öffnete den Mund, schließt ihn wieder. „Ja... also... das Spiel... Champions-League-Finale, das war...“ Sie nickt, langsam. „Klar. Champions League.“ Stimmung aus, Sprache weg, Herzfrequenz hoch. In dieser eisigen Stille hört man nur noch den Fernseher, der Moderator kündigt die Wiederholung des Super-Tors an, das eben noch lebhaft gefeiert wurde.
Nur jetzt… jetzt feiert niemand mehr.