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Ein ganz normaler Ehemann ..12. Teil 6

Von comanchemoon Samstag 09.11.2024, 10:46

Heinrich Wetter erzählt aus seinem Leben:

Eigentlich wollte ich keinen Hund - 6

Fortsetzung



Tim steigerte mittlerweile unsere Erwartungen ins Maßlose, bis er endlich die Terrassentür von innen öffnete, und wir ins Haus konnten. Dabei drängelten sich Cleo und Osiris rücksichtslos an uns vorbei und stürmten ins Wohnzimmer. Sie überschlugen sich fast und als wir schwungvoll hinterher kamen, blieben sie abrupt stehen. Dabei stolperten wir über sie bildeten zusammen einen Knoten aus Mensch, Katze, Hund, Nässe und Dreck. Aber immerhin waren wir nun im Trockenen und nachdem sich das Knäuel entwirrt hatte, blickten wir uns erleichtert an. Still und ohne Worte. Eine aufkeimende Zufriedenheit und Harmonie füllte das Wohnzimmer – bis, ja bis plötzlich Geräusche zu hören waren, die aus dem Keller kamen. So etwas wie schaben, klappern und plätschern.

Mona Marie sah aus, als wollte sie etwas sagen, schnappte aber den Mund schnell wieder zu. Die Geräusche setzten sich auf der Kellertreppe fort. Ich zog irritiert die Brauen hoch, dann ging die Tür auf. Vor uns stand unsere Hausfee Meral mit Eimer und Wischmopp in der Hand. Wie immer, lächelte sie freundlich und übersah diskret unseren befremdlichen Aufzug. Nichts in ihrem heiteren Gesicht deutete darauf hin, dass sie dachte, ihre Arbeitgeber wären etwas seltsam.

Ich stieß einen Schrei wie zu prähistorischen Zeiten aus. Tim schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn und Mona Marie zog die Schultern hoch: „Habe ich total vergessen, dass sie im Haus ist!“


Meral

Wie Meral später einmal berichtete, war sie sehr verwirrt, als sie nach Hause kam.

„Es war sehr seltsam heute bei den Wetterleuten!“, sagte sie zu ihrem Ehemann Mehmet, der erstaunt wegen der Störung von den Istanbuler Nachrichten aufsah und an seiner Zigarette zog. Langsam blies er den blauen Qualm durch die Nasenflügel wieder heraus und fragte desinteressiert: „Was?“

„Sie waren nass, vollkommen nass!“ sagte sie nachdenklich.

„Ich erinnere mich, dass es regnete!“, antwortete Mehmet und ließ erneut Qualm durch die Nase ab.

„….und schmutzig, vollkommen schmutzig!“

„Nun, wenn es dort nicht schmutzig wäre, hättest du den Job nicht!“, antwortete er mit der ihm eigenen Logik. „Und nun möchte ich mein Abendessen!“

„Ja, ja!“, sagte Meral und setzte sich erst einmal. „Ich muss mich eine halbe Stunde ausruhen, heute war sehr viel zu tun!“

Diese Reaktion war sehr tapfer und fortschrittlich und Mehmet überkam ein merkwürdiges Gefühl, fast ein Gefühl der Verlassenheit. Er fragte sich, wo die Werte seiner Ehe geblieben waren. Die Wetters mussten tatsächlich einen ungünstigen Einfluss auf seine Frau haben.

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