Ein ganz normaler Ehemann ..13. Teil 2
Von
comanchemoon
10.11.2024, 12:26
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comanchemoon
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Heinrich Wetter zählt aus seinem Familienleben 13.2
Carla in Italien
Fortsetzung
Bei der Bank angekommen, wollte ich flugs und schwungvoll durch das Portal, um plötzlich gegen eine Glaswand zu rennen. Vor einem Monat war die noch nicht da gewesen! An meinem Kopf wuchs eine Beule und ich bekam Nasenbluten. Sehr unschön, und mein einziger Gedanke war, nun soll nur kein Produzent oder Regisseur auftauchen! Das fehlte mir jetzt. Warum ich daran dachte, weiß ich nicht. Schließlich laufen die Burschen nicht in Massen in der Stadt herum und suchen Nachwuchsschauspielerinnen. Und schon gar keine, die mittlerweile in die Jahre gekommen sind.
Ich ließ mir erklären, dass man neuerdings wegen der vielen Banküberfälle durch eine Sicherheitsschleuse muss, um elektronisch auf Waffen abgetastet zu werden. Die Handtaschen hatte man in ein Schließfach zu deponieren. So weit, so gut. Ich schloss meine neue Gucci Handtasche – die ich mir geleistet hatte - ein und begab mich mit meinem Portemonnaie in die Schleuse. Die Glastür schloss automatisch hinter mir und die Luft war stickig.
Nun erwartete ich, dass sich die Tür zu den Schaltern öffnete. Stattdessen ertönte eine elektronische weibliche Stimme: „Attenzione, attenzione……“ und einem weiteren Schwall von italienischen Worten. Ich verstand, dass irgendetwas an mir oder mit mir nicht in Ordnung war und stolperte durch die sich öffnende Tür zum Portal wieder hinaus.
„Gehe noch mal hinein!“, sagte Carmen. „Manchmal passiert so was!“
„Okay!“, antwortete ich und begab mich erneut in das gläserne Gefängnis. Und „Attenzione, attenzione….“, ertönte die Stimme und ich musste wiederum zurück. Diesmal mit erdbeerrotem Kopf. Ich warf einen Blick auf die Warteschlange hinter mir, die sichCarla in Italien
gebildet hatte und zuckte hilflos die Schultern. gebildet hatte und zuckte hilflos die Schultern.
„Nochmal!“ befahl Carmen energisch.
Ich gehorchte und wieder: „Attenzione, attenzione……!“
Mein Gesicht hatte die Farbe überreifer Himbeeren angenommen und mein Blutdruck stieg auf über 200. Die Leute hinter mir begannen zu murren und manch feindseliger Blick traf mich.
Und wieder in die Kabine und wieder: „Attenzione, attenzione…..!“
Nach drei weiteren Malen und einer zunehmend bedrohlich wirkenden Stimmung der Warteschlange hinter mir, kamen endlich einige Bankangestellte, die das Desaster bemerkt hatten.
Was soll ich sagen, es stellte sich heraus, dass meine Geldbörse der Übeltäter war. Sie war mit einem Metallbügel versehen, den das elektronische Sicherheitssystem als Pistole identifizierte.
Ich löste den Scheck ein und konnte die Bank endlich verlassen. Draußen wurden meine Knie weich wie Käsekuchen, vor meinen Augen flimmerten schwarze, irisierende Punkte und in meinen Gehörgängen schien sich eine Kapelle, bestehend aus Bässen und Trommeln eingenistet zu haben. Das letzte was ich wahrnahm war ein elegant gekleideter grauhaariger Mann mit Schnurrbart und Sonnenbrille. Was soll ich sagen, ich wurde ohnmächtig und fiel ihm vor die Füße. Als ich wieder zu mir kam, sah ich den Mann über mich gebeugt mit besorgtem Gesicht. Er hatte die Sonnenbrille abgenommen und kam mir sehr bekannt vor. Zu der Beule auf meiner Stirn und der blutenden Nase hatte sich eine aufgeschrammte Wange gesellt. Das stellte ich sofort fest. Noch bevor ich mich aufrichtete.
Mittlerweile sah ich auch meine Freundin Carmen und der grauhaarige Herr half mir, aufzustehen.
„Geht es Ihnen wieder besser?“, fragte er.
Ich nickte nur.
„Dort drüben ist ein nettes kleines Lokal!“, sagte er. „Ich werde Sie hinführen und Sie werden sich einen Moment ausruhen.“ Seine Stimme war weich wie Samt und ließ trotzdem keinen Widerspruch zu.
Ich nickte erneut und wieder knickten mir die Knie weg. Und wisst ihr was, er trug mich zu dem Lokal! Mamma mia, das war ein echter Kavalier! Carmen kam verdutzt hinterher. Wir nahmen innen Platz. Durch die Klimaanlage war es kühl und angenehm und ich erholte mich schnell.
„Wie geht es dir?“, fragte Carmen. „Du siehst schrecklich aus. Deine Wange wird nicht so bald heilen!“
Genau das konnte ich jetzt gebrauchen. Ein demoliertes Gesicht.
„Ein kostenloses Peeling!“, antwortete ich spitz und der Herr, der sich als Paolo vorgestellt hatte, lachte schallend.
Das war der Beginn meiner Freundschaft mit Paolo Carnieri. Er ist Filmproduzent, ein echter Glücksgriff. Er verschaffte mir einige passable kleine Nebenrollen und schenkte mir eine eigene Wohnung, elegante Garderobe und Schmuck. Als Gegenleistung muss ich seine offizielle Begleiterin spielen. Ganz im Vertrauen, und ihr könnt es sicher erraten, er ist mehr seinem eigenen Geschlecht zugetan, möchte das aber nicht öffentlich zugeben. Für mich hat das gewisse Vorteile, die ich nicht mehr missen möchte. Wenn er mich fragt, ob ich ihn heiraten möchte, werde ich nicht nein sagen.
Ich sprach von Vorteilen, muss aber auch einen Nachteil erwähnen. Ich darf natürlich keine Affären mit anderen Männern haben.
So, ich muss den Brief nunmehr schließen. Paolo wartet auf mich, wir wollen zu einer großen Party. Die Pflicht ruft.
Eure Carla