Wärme tut gut
Von
activia
Mittwoch 03.12.2025, 10:42
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activia
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Bei dieser Überschrift denkt der Leser vermutlich, dass jetzt wieder eine Beschreibung der klimatischen Veränderungen oder ähnliches folgt. Weit gefehlt! Ich möchte zwei kleine Episoden beschreiben, die, der oft zitierten, zunehmenden Kälte und Herzlosigkeit in unsrer Gesellschaft widersprechen und dadurch das Gefühl von „Wärme" vermitteln.
In beiden Fällen handelt es sich um eine nicht alltägliche Hilfe für Senioren. Diese Altersgruppe, zu der ich ja auch gehöre fühlt sich ja oft ein wenig ausgegrenzt. Die rasante technische Entwicklung hat auch in deren Alltag Einzug gehalten. Oftmals fühlen sich die „Alten" überfordert und haben Scheu zuzugeben, dass sie Hilfe brauchen. Wie gut ist es dann, wenn andere von sich aus erkennen, dass und wie sie helfen können.
Im ersten „Fall" geht es um ein Ehepaar. Beide sind so um die 80. Er ist noch ziemlich rüstig und fährt auch noch Auto. Sie ist gehbehindert und lässt sich gern von ihrem Mann chauffieren. An einem Samstagabend fahren sie an eine Tankstelle, die um diese Uhrzeit nicht mehr personell besetzt ist. Die Bezahlung erfolgt über einen Automaten. Der alte Herr steckt mit einem Seufzer den Zapfhahn wieder an die Zapfsäule, ohne getankt zu haben. Eine junge Frau hat das Geschehen beobachtet. Spontan bietet sie an, auf ihre Karte zu tanken und sich das Geld später bei dem Ehepaar zurück zu holen. Das Angebot wird dankend angenommen. Die junge Frau bezahlt am Automaten. Es macht genau 50€! Und dann öffnet der alte Mann seine Geldbörse und gibt der Frau die 50€ in bar. „Vielen, vielen Dank", sagt er. „Das Geld habe ich ja, aber ich wäre mit dem Automaten nicht klar gekommen. Und blamieren wollte ich mich nicht."
Das zweite Beispiel passt sehr gut zum Thema. Ein befreundetes Ehepaar – beide sind auch schon über 70 – beobachtete in der Kaufhalle, wie ein älterer Herr in einem Krankenfahrstuhl versuchte, einen 10kg-Sack mit Hundefutter zu transportieren. Da der nicht in den Einkaufskorb vorn am Fahrzeug passte, legte er ihn auf den Sitz und wollte sich darauf setzen. Der Versuch scheiterte mehrfach. Meine Freunde beschlossen zu helfen. Sie boten an, den Sack im eigenen Auto zur Adresse des alten Herrn zu bringen. Der Vorschlag wurde dankend angenommen. Natürlich war das Auto viel schneller als der Krankenfahrstuhl, und deshalb warteten die beiden geduldig vor dem Haus, bis der Besitzer angerollt kam. Sie wollten den Hundefutter-Sack nicht einfach vor der Tür ablegen. Er hätte ja inzwischen einen anderen „Liebhaber" finden können...
Das sind nur zwei „Geschichten" von unendlich vielen, die tagtäglich passieren. Sie sind nicht spektakulär, aber sie sind in der heutigen Zeit auch nicht selbstverständlich. Niemand soll glauben, dass er/sie ein Leben lang ganz ohne Hilfe auskommt. Wir stoßen irgendwann alle an unsere geistigen und körperlichen Grenzen. Wie schön ist es dann, wenn man dann irgendwo ein „Konto der guten Taten" hat, von dem man dann sich etwas zurück holen kann und sich daran „erwärmen" kann. Diese Art Wärme braucht jeder – gerade jetzt!