SWIENKRAAM / SCHWEINKRAM
Von
egalis
Donnerstag 24.10.2024, 19:06
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egalis
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Wi seten in een Dörp in Ungarn bi uns Gastollen up Veranda un kunnen van hier ofluren, wat sük all in de Nahberskupp un up Straat dee. Wat Lü fohren mit Rad an de Tuun langs, annern wassen lopend unnerwegens un all repen s´ van “Jo napot!”, wat dor sowat as “Moin” bedüden deit. Proten deen se ok wat mit uns Lü. Man dat kunnen wi nich verstahn. Uns hebben se anlacht un wi hebben hör mit Lachen un Wenken antert.
Stück of wat Autos sünd vörbi ruttert un denn weer ´n Settje nix mehr los. Man dor: Van wieden leet sük tomal een Knattern hören un bold was dat Moped nahdebi. Achteran hung een Anhanger. Dorup stunn fastbunden een iesdern Gestell. Ut dit Gestell gier een Swien ´t ut un denn sachen wi, dat dor een baldadig groten Deer insperrt weer. Dat Moped harr good wat to trecken. Dat kunnst an de Motor hören un an dat Qualmeree sehn.
De Dochter van uns Gastollen kunn wat Dütsk. Man se harr ´t leep stuur, to verklaren, wat dat mit dat Deer up sük harr. De sull nich na d´ Slachter. Dat harr ik begrepen. Man warum fohr de Keerl dat Swien denn dör de Gegend? Doch sachs nich wegen de friske Lücht?
Dat Wicht harr Krüsels vör d´ Kopp stahn. Denn meen se: „Das ist Bordellschwein.“ – „WAT is dat?“ - Se versök dat up Neei: „Bordellschwein“, sä se noch eenmal. Ik harr mi also nich verhört, man hör Proot gung noch wieder: „Das ist Schweinemann. Der kommt zu Schweinefrau und macht Schweinekinder.“
Aha.
Up Dütsk: Dat ist de Gemeend-Hauer, de na de rusen Mutten to fahren word.
Uns Mutt brochen wi sülvst to de Hauerbuur. Dor bleev de so lang, bit dat ´t Wark daan weer. För uns Kohjen kweem dotieds Buur Franzen mit sien Bull up uns Hoff, umdat de Deren to Huus Hochtied maken kunnen.
Man up de Idee, dat dit Wark wat mit Bordell to doon harr, was ik tiedlevens nich up komen. För dat hebb ik eerst na Ungarn fahren musst.
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Angeregt durch comanchemoon ihre heutige Familiengeschichte-Fortsetzung fiel mir meine eigene Schweinegeschichte ein.
Die plattdeutsche Originalfassung ist im Forum SPRACHENMIX MIT PLATT zu finden.
Hier die Übersetzung...
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Wir saßen in einem Dorf in Ungarn bei unseren Gasteltern auf der Veranda und konnten von hier aus sehen, was sich in der Nachbarschaft und auf der Straße abspielte. Paar Leute fuhren mit dem Rad am Garten entlang, andere liefen zu Fuß, und alle riefen "Jó napot!", was dort so etwas wie "Moin" bedeutet. Reden taten sie auch mit unseren Leuten, aber das konnten wir nicht verstehen. Uns haben sie angelacht, und wir haben ihnen mit Lachen und Winken geantwortet.
Etliche Autos sind vorbeigerattert, und dann war ein Weilchen nichts mehr los. Aber dann: Von weiten ließ sich auf einmal ein Knattern hören und bald war ein Moped nahe dabei. Dahinter hing ein Anhänger. Darauf stand festgebunden ein eisernes Gestell. Aus diesem Gestell schrie ein Schwein wie von Sinnen, und wir konnten sehen, dass ein gewaltig großes Tier eingesperrt war. Das Moped hatte tüchtig zu ziehen. Das konnte man am Motor hören und am Qualmen sehen.
Die Tochter unserer Gasteltern konnte etwas Deutsch. Aber sie hatte große Mühe zu erklären, was es mit dem Tier auf sich hatte. Das sollte nicht zum Schlachter. Das hatte ich begriffen. Aber warum fuhr der Mann das Schwein denn durch die Gegend? Doch wohl nicht wegen der frischen Luft?
Das Mädchen hatte Kräusel vor der Stirn. Dann meinte sie: "Das ist Bordellschwein." - "Was ist das?" Sie versuchte es erneut: "Bordellschwein", sagte sie noch einmal. Ich hatte mich also nicht verhört, aber das Gespräch ging noch weiter: "Das ist Schweinemann. Der kommt zu Schweinefrau und macht Schweinekinder."
Ahaaa.
Auf Deutsch: Das ist der Gemeinde-Eber, der zu den brünstigen Sauen gefahren wird.
Unser Mutterschwein brachten wir selbst zum Eberbauer. Dort blieb es so lange, bis es gedeckt war.
Für unsere Kühe kam damals Bauer Franzen mit seinem Bullen auf unseren Hof, damit die Tiere zu Hause Hochzeit machen konnten.
Aber auf die Idee, dass dieses Tun etwas mit Bordell zu tun hatte, wär ich zeitlebens nicht gekommen.
Dafür habe ich erst nach Ungarn fahren müssen.
©elbondo