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Der Rosenkranz war seine Rettung

Von ehemaliges Mitglied 13.09.2020, 09:31


Der Kaplan meiner Heimatpfarrei erzählte mir folgende wahre Begebenheit:

Ein Verwandter von ihm, Konrad D., war im letzten Krieg an der Ostfront eingesetzt. Stets trug er den Rosenkranz bei sich und betete ihn auch öfters, vor allem wenn er eingeteilt war zur Wache. Er betete ihn, weil es nach seiner Auffassung ein gutes Werk war. Nie hatte er etwas Besonderes verspürt und einigemale war ihm auch schon der Gedanke gekommen: „Hat es eigentlich überhaupt einen Wert, dieses Gebet immer wieder zu verrichten?"

Die Ostfront brach allmählich zusammen. Mit vielen anderen geriet Konrad in der Nähe von Berlin in russische Gefangenschaft. Im Sammellager mussten sofort alle Wertgegenstände abgegeben werden. Konrad hatte eine wertvolle goldene Uhr, von der er sich nicht trennen wollte. So versteckte er sie einfach in seinen Schuh. Kurze Zeit darauf mussten alle Gefangenen an- treten, in Reihe und Glied, mit hochgehaltenen Händen, und dann verkündete einer in gebrochenem Deutsch, bei wem jetzt noch eine Uhr gefunden würde, der würde auf der Stelle erschossen. Und schon wurde jeder der Reihe nach genauestens durchsucht. Schließlich kam auch einer der Russen zu Konrad, der in Todesängsten dastand. Der Russe griff in jede Tasche und in jede Rockfalte und fand den Rosenkranz. Er zog ihn heraus, betrachtete ihn kurz und mit den Worten „du Katholik, ich dir glauben, dass du keine Uhr haben", reichte er Konrad seinen Rosenkranz zurück und ging zum nächsten.
Da hatte Konrad gespürt, dass sein Rosenkranzgebet nicht umsonst gewesen ist. Ohne den Rosenkranz wäre er wohl kaum mehr am Leben.

Aus dem Buch "Die schönsten Mariengeschichten"
von Stadtpfarrer Karl Maria Harrer, München

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