Die Heilung vorausgesehen
Von ehemaliges Mitglied 28.06.2020, 06:42
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Es ist mir eine große Freude, mein gegebenes Versprechen einzulösen und Ihnen schriftlich über das Wunder Unserer Lieben Frau von Fatima zu berichten, das mitzuerleben ich das Glück hatte...
Ich war Militärgouverneur von Granada und stellvertretender Inspektor des neunten Militärbereiches, als in Granada der Besuch der Statue Unser Lieben Frau von Fatima angekündigt wurde. Der Transport der Statue erfolgte durch ein Auto unter Begleitung der geistlichen, militärischen und zivilen Behörden. Ich selbst ging ihr bis zum nächsten Ort entgegen.
Daselbst erfuhr ich, dass zwei Tage später im „Paseo del Emvedado" eine hl. Messe für die Kranken gelesen werden sollte; die Zahl der Kranken, die den Wunsch geäußert hatten, dieser hl. Messe beizuwohnen, sei aber so groß, dass die vorhandenen Krankenwagen nicht ausreichten, sie alle herbeizuführen. Man bat mich, Militärambulanzen zur Verfügung zu stellen. Ich sagte zu und gab Anweisung, fünf Krankenwagen und 100 Tragbahren aus unseren Lazaretten zur Verfügung zu stellen.
Polizisten erhielten die Anweisung, einen bestimmten Platz für die Kranken abzuriegeln, um auf diese Weise zu gewährleisten, dass nur die Kranken selbst und ihre Familienmitglieder Zutritt zu der Feierlichkeit erhielten. Unter den herbeigebrachten Kranken befand sich auch die Stifterin einer neuen Ordensgesellschaft, Mutter Maria Marquez. Sie ist die Schwester des inzwischen verstorbenen Herzogs von Santa Christina aus Burgos und hat ihr großes Vermögen für den Aufbau der neuen Gesellschaft restlos zur Verfügung gestellt. Mutter Maria Marquez hatte den Wunsch geäußert, in der ersten Reihe der Kranken mit der Tragbahre aufgestellt zu werden, um möglichst nahe an der Statue Unserer Lieben Frau von Fatima zu sein. Mehr als 400 Kranke waren herbeigeschafft worden. Ein sehr eindrucksvolles Schauspiel.
Ich fragte Mutter Maria Marquez, ob sie viel zu leiden habe. Sie berichtete mir Näheres:„Aber ich werde nicht mehr lange zu leiden haben", fügte sie freudig hinzu, „denn wenn der Hochwürdigste Herr Erzbischof die hl. Messe zelebrieren und mir den Segen spenden wird, werde ich durch die liebe Gottesmutter geheilt!"
Gewohnt, derartigen Äußerungen mit größter Skepsis zu begegnen, machte ich ungewollt eine Handbewegung, die meinen ganzen Zweifel zum Ausdruck gebracht haben muss, denn mit Entschiedenheit beteuerte die Kranke: „Sie brauchen nicht daran zu zweifeln. Ich bin von dieser Heilung so fest überzeugt, dass ich bereits Sandalen mitgebracht habe, um zu Fuß nach Hause zurückkehren zu können.
Dabei handelte es sich um eine Kranke, die vor mehr als einem Jahr an der Wirbelsäule operiert worden war, sich überhaupt nicht bewegen konnte und von den Ärzten als hoffnungsloser Fall aufgegeben worden war. Und nun sollte ein Wunder an ihr geschehen, durch das sie wieder völlig hergestellt werde! Das vermochte ich einfach nicht zu fassen. Als mir die Ankunft des Erzbischofs gemeldet wurde, verließ ich die Kranke, um den Bischof zu begrüßen. Mein Platz während der heiligen Messe war auf der Evangelienseite, etwa 30 Meter von der schwerkranken Mutter Maria Marquez entfernt. Die hl. Messe begann. Alles vollzog sich in der gewohnten Ordnung, bis während der heiligen Wandlung plötzlich Rufe aus der Menge ertönten: „Ein Wunder! Ein Wunder!" Wie groß war mein Erstaunen, als ich die Mutter Maria Marquez auf der Bahre sitzend erblickte und wahrnahm, wie Tausende von Taschentüchern in der Luft geschwenkt wurden. Unverzüglich verließ ich meinen Platz und ging — auch wenn es mir als Unehrerbietigkeit während der hl. Messe erschien — auf Mutter Maria Marquez zu und redete sie an: „Was ist denn geschehen?" — „Die liebe Gottesmutter hat mich geheilt!"
Damit stieg sie auch schon von der Tragbahre und stellte sich auf den Boden. Ich sah noch, wie der Eiter aus ihren Zehen floss. Bis zum Knie war das eine Bein ganz schwarz und übermäßig geschwollen. Mit eigenen Augen sah ich dann, wie die Geschwulst zurückging. Aber immer noch blieb ich skeptisch. Langsam nahm das Bein seine natürliche Form und Farbe an. „Haben Sie für diesen Vorgang keine wissenschaftliche Erklärung?", fragte ich den Chirurgen.
„Nein! Es gibt keine. Ich selber habe die Schwester operiert und weiß somit genau, in welchem Zustand sie sich bisher befand. Ich stehe vor einem Rätsel... Herr General: hier ist ein Wunder geschehen."
Ich habe in meiner langen Dienstzeit und den 6 Jahren meines Kolonialaufenthaltes rührende Szenen erlebt, aber nie zuvor in meinem Leben war ich so tief bewegt, wie in dieser Stunde.
Außer uns befand sich auch noch die Präsidentin des roten Kreuzes, eine Verwandte der Geheilten, unter den Augenzeugen. Als diese der Mutter Maria Marquez vorsichtshalber noch eine Spritze geben wollte, gab diese energisch zur Antwort: „Nein, ich brauche diese nicht. Ich fühle mich vollkommen wohl und stehe auf."
Die hl. Messe hatte inzwischen ihren Fortgang genommen und ich begab mich gegen Ende derselben wieder auf meinen Platz.
Etwa 40 Tage später wohnte ich dem Dankgottesdienst im Kloster der Schwester bei. Ich fand Mutter Maria Marquez vollständig gesund wieder. Sie lief die Treppen auf und ab, wie wenn sie nie krank gewesen wäre.
Wie mir gesagt wurde, hat der Erzbischof von Granada eine Kommission der bedeutendsten Ärzte bestimmt und diesen den Auftrag gegeben, diesen Fall in all seinen Einzelheiten zu untersuchen. Wie mir inzwischen aus erster Quelle versichert wurde, stehen die Wissenschaftler vor einem Fall, den sie natürlich nicht zu erklären vermögen und von dem sie sagen, es sei ein Wunder geschehen...
Aus „Mutter der Kirche ", 7/8 1965