Die Tasse Tee
Von
Feierabend-Mitglied
20.09.2020, 10:21 – geändert 20.09.2020, 11:34
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Feierabend-Mitglied
20.09.2020, 10:21 – geändert 20.09.2020, 11:34
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Der Professor kam zu dem Haus des Zen-Meisters und stellte sich ihm vor. Dabei nannte er prahlend all die Titel und akademischen Grade, die er während der langen Jahre seines Studiums erreicht hatte. Dann sagte der Professor ihm den Grund seines Besuches, nämlich dass er alle Geheimnisse der Zen-Weisheit erlernen wollte.
Statt ihm Erklärungen zu geben, lud der Meister ihn dazu ein, sich zu setzen und servierte ihm eine Tasse Tee. Als die Tasse voll war, goss der weise alte Mann, der scheinbar zerstreut war, weiterhin Tee in die Tasse, sodass die Flüssigkeit überlief und sich über den Tisch ergoss.
Der Professor konnte nicht anders und rief warnend: “Die Tasse ist voll, es geht kein Tee mehr hinein!” Der Meister stellte die Teekanne beiseite und sagte: “Du bist wie diese Tasse, du bist randvoll mit Meinungen und Vorurteilen angekommen. Wenn du deine Tasse nicht leerst, dann wirst du nicht in der Lage sein, etwas zu lernen.”
Was lehrt uns diese Erzählung? Es ist unmöglich, etwas zu lernen und neue Ansichten in Betracht zu ziehen, wenn man den Kopf voller Vorurteile hat. Es ist notwendig, “sich selbst zu leeren” und sich von alten Prinzipien zu befreien, damit man für neue Lehren offen sein kann.
Auch Jesus lehrte Ähnliches, indem er sagte dass man neuen Wein nicht in alte Schläuche geben kann. Er brachte etwas völlig Neues und viele seiner jüdischen Mitmenschen mußten lernen umzudenken und ihre bisherigen Vorstellungen von Gott abzulegen. Die führende Geistlichkeit war dazu nicht bereit und beharrte auf ihrer bisherigen Gottesanbetung. Sie gingen sogar soweit Jesus zu töten.