Don Bosco
Von ehemaliges Mitglied Freitag 16.10.2020, 09:37
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hat durch die Vermittlung der Gottesmutter einen Toten auferweckt
Ein Jungmann war im Stande der schweren Sünde gestorben. Sterbend hatte er noch nach Don Bosco verlangt, der jedoch verreist war. Zwei Tage nach dem Tod des Unglücklichen kehrte Don Bosco zurück, und die Mutter ging mit der Trauerbotschaft zu ihm. Nebenbei sprach sie vom Wunsch des Verstorbenen nach seiner Hilfe. Um es kurz zu sagen: Don Bosco ging mit der Frau, betrat die Totenkammer, weckte den Toten auf, schickte alle Anwesenden hinaus und vernahm die Kunde, die ihm der Wiedererweckte vom Jenseits brachte, dass er in der schweren Sünde verstorben, aber noch nicht gerichtet gewesen sei. Er durfte beichten und erzählte allen Zeugen, die das Zimmer hernach füllten, was Don Bosco schon erfahren. Er sagte, dass er die wunderbare Errettung von der Hölle der Mutter Gottes zu verdanken habe.
War der Junge vielleicht scheintot gewesen? — Urteilen sie selber: Don Bosco fragte ihn nach einer Weile, ob er jetzt wieder gesund bei den Seinen hier auf Erden bleiben oder ob er wieder sterben und in den Himmel gehen wolle; dieser stehe ihm jetzt offen.
Nachdem der Gefragte den sehnlichen Wunsch nach dem Himmel geäußert hatte, sagte der Heilige: „Also denn: auf Wiedersehen im Paradies!", worauf der Wiedererweckte zum zweiten Male verschied.
Die Chronik erzählt noch: „Don Bosco erzählte den Vorfall mehr als fünfzig Mal seinen Knaben im Oratorium und unzählige Male in den andern Häusern. Er vermied es aber seinen Namen zu nennen und vermied sorgfältig alles, was ihn selber als beteiligt hätte erscheinen lassen. Die Eingeweihten aber erkannten die Zusammenhänge. Immer aber trug der Diener Gottes die Geschichte in derselben Weise vor, ohne je etwas zu ändern oder hinzuzufügen, obwohl manchmal die Rührung seine Stimme fast erstickte. Einmal aber verriet er sich doch, ohne dass er es merkte: Im Jahre 1882 erzählte er das Vorgefallene den jungen Leuten des Kollegs in der Vorstadt St. Martin, nachdem die Abendgebete verrichtet worden waren. Mitten im Bericht änderte er die Erzählungsweise und ging von der dritten Person zur ersten über: ,Ich trat ins Zimmer ... ich sagte zu ihm ... er antwortet mir...` So fuhr er eine geraume Zeit fort, bis er zum Schluss wie der in der dritten Person sprach. Der Verfasser (eben dieser Chronik) war hierbei zugegen..." Don Bosco erzählte den Vorfall als Mahnung, für das Heil der Seele rechtzeitig besorgt zu sein, aber vor allem, um die große Macht der Auerseligsten Jungfrau zu zeigen, die sogar das Gericht Gottes aufzuschieben vermochte.
Aus dem Buch "Die schönsten Mariengeschichten"
von Stadtpfarrer Karl Maria Harrer, München