Es geschah in Fatima
Von ehemaliges Mitglied Samstag 12.09.2020, 09:09
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Die Sache ereignete sich am Abend des 12. Juni 1953. Ein katholischer Kaufmann hatte die Angestellten seines Hauses nach Fatima geführt. Unter ihnen befand sich auch ein Protestant, der sich mit großem Eifer für die Verbreitung seiner religiösen Ansichten einsetzte und bereits als Prediger die Gegend von Porto und Vila Real durchzogen hatte. Während der Hinfahrt erging er sich in Spötteleien über das Ziel der Reise, und am Ort selbst kritisierte er einfach alles, was er hörte und sah. Der Chef schenkte jedem der Angestellten eine Kerze für die abendliche Prozession. Unser Protestant nahm die seine mit einem spöttischen Lächeln entgegen, und zur gegebenen Stunde reihte er sich mit seinen Kollegen ein, in seinen Mantel hinein lachend, wie er später selbst gestand.
Da erlischt die Kerze plötzlich. Er zündete sie wieder an — und sie erlischt wieder. Das wiederholte sich etliche Male, während ringsum die Flämmchen die ganze Zeremonie über ruhig und stetig brennen.
Der Mann bemerkt den seltsamen Vorgang und beginnt unruhig zu werden, er hat das Gefühl, als liege ein bleierner Mantel lähmend über ihm. Bald wird ihn das Gefühl unerträglich, er entfernte sich aus den Reihen seiner Kollegen und sucht in der Basilika Zuflucht. Dort kniet er an den Grabmälern von Francisco und Jacinta Marto nieder und eine Woge von Reue überflutet ihn. Er bittet Gott um Verzeihung für seine Sünden. Allmählich lässt der Druck nach, der auf ihm gelastet hat. Nun zündet er die Kerze wieder an und sieht, wie sie sich am Grabe der kleinen Seher vollkommen verzehrt.
Nach Hause zurückgekehrt, erzählt er seiner Gattin, die protestantisch ist wie er, was sich ereignet hat. Sie ist tief erschüttert. Einige Tage später übergibt der bisherige Protestant seine Bibel und seine religiösen Schriften seinem Chef. Seine Gattin begleitet ihn. Der Chef, ein eifriger Katholik, nimmt mit dem Dank seines Angestellten auch dessen vertrauliche Mitteilung entgegen: Die beiden Gatten wollen katholisch werden und ebenso überzeugt für den katholischen Glauben einstehen, wie sie bis dahin ihre frühere Überzeugung verteidigt haben, die ihnen jedoch heute als fragwürdig und der vollen Wahrheit entbehrend erscheint.
Am 13. Juli des gleichen Jahres kam unser Konvertit mit seiner Gattin und seinen drei Kindern im Alter von fünf und drei Jahren und von drei Monaten nach Fatima. Die Eltern empfingen die hl. Sakramente und ließen sich katholisch trauen. Die drei Kinder wurden getauft.
Zur Beglaubigung dieses Berichtes wurde festgestellt, dass Joan Cabecadas, Kaplan im Arsenal von Alfeite, ihnen die heiligen Sakramente gespendet hat.
Aus „Mutter der Kirche" 10/1965