Gott lässt seiner heiligsten Mutter nicht spotten
Von ehemaliges Mitglied Donnerstag 02.07.2020, 21:33
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In einem Marienbüchlein darf auch folgender erschütternder Bericht nicht fehlen:
Am Samstag, dem 14. November 1965, am Vorabend der Volksmission in der Liebfrauenkirche, veranstaltete eine junge Werkstudentin in ihrer kleinen Privatwohnung in Zürich einen „gemütlichen Abend", der gewiss allen Teilnehmern zeitlebens unvergesslich bleiben wird.
Etwa ein Dutzend Burschen und Mädchen folgten der Einladung. Bald fühlte man sich wohl und gesprächig im geräumigen Wohn-Schlafzimmer, welches durch ein offenes Kaminfeuer heimelig erwärmt war. In einer Ecke thronte auf einer breiten Holzeinfassung der Couch eine prächtig geschmückte Muttergottesstatue, die der katholischen Gastgeberin gehörte. Alle Festteilnehmer waren protestantisch, außer einem katholischen Studenten aus St. Gallen.
Fröhlich saß man beisammen, aß, trank und tanzte. Gegen Mitternacht, als mancher vielleicht dem Alkohol allzusehr zugesprochen hatte, griffen zwei Burschen mit höhnischen Bemerkungen und beleidigenden Ausdrücken nach dem Marienbildnis und warfen es ins knisternde Kaminfeuer. Merkwürdigerweise verbrannte die hölzerne Statue jedoch nicht, obwohl sich die beiden sehr darum bemühten und dieselbe immer wieder aufs Neue in den Flammen drehten. Das verehrungswürdige Muttergottesbild wurde lediglich schwarz, worüber alle Zuschauer staunten. Leider wagte es weder die katholische Gastgeberin noch der katholische Student, die beiden Andersgläubigen von ihrer unwürdigen Verspottung der Gottesmutter abzuhalten. Doch bitter mussten sie ihre religiöse Feigheit noch in derselben Nacht bereuen.
Als die beiden Burschen einsahen, dass die Madonnenfigur auf keine Weise Feuer fing, stellten sie dieselbe enttäuscht an ihren Platz über der Couch der Gastgeberin zurück.
Trinken, Tanzen, Lachen dauerten weiter bis in die Morgen- stunden des Sonntags hinein. Inzwischen aber war das Kaminfeuer beinahe erloschen, weshalb die beiden Spötter versuchten, es von neuem anzufachen. Vom Tanzen erhitzt, zogen sie ihre Kittel aus und beugten sich über das Cheminee. — Da sprang plötzlich ein Feuerfunke auf ihre Nylonhemden, und im Nu standen beide Burschen in hellen Flammen. Die Kameraden versuchten eilends mit Decken und Kleidern zu helfen, doch umsonst! Beide erlitten so schwere Brandwunden, daß der eine am selben Sonntagmorgen, am 15. November 1965, auf dem Transport ins Kantonsspital Zürich starb; sein Freund folgte ihm zwei Wochen später ins Grab.
Dieses tragische Ereignis machte auf alle Beteiligten einen ungeheuren Eindruck. Niemand konnte es begreifen, dass die hölzerne Madonnenstatue vom prasselnden Feuer verschont blieb, während die beiden jungen Menschen in Sekunden lichterloh verbrannten. Die Katholikin, welche die Gottesmutter in ihrer eigenen Wohnung verhöhnen ließ, sowie der katholische Student haben ihre Feigheit tief bereut und in der Missionswoche in Liebfrauen gelobt, künftig öffentlich und privat ihren heiligen Glauben und ihre Marienliebe mutig zu bekennen.
Es gilt für alle Zeiten: Gott lässt seiner heiligsten Mutter nicht spotten. — Selig sollen sie preisen alle Geschlechter!
Aus: „Der große Ruf" 5 / 1968 — Dr. M. Haesele