Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

5 4

Gottesgericht auf Ceylon

Von ehemaliges Mitglied Mittwoch 24.06.2020, 05:19


Heute muss ich ein längst fälliges Versprechen einlösen. Seit Monaten liegt in meiner Mappe ein Brief. Er stammt von einer lieben Missionsschwester in Ceylon, die ihn mit letzter Kraft einer befreundeten Schwester in Bayern schrieb. Diese Schwester ist vor vielleicht 50 Jahren als begeisterte junge Ordensfrau in die Mission gegangen. Ceylon war das Ziel. Ceylon war auch das Land, in dem sie für Christi Reich ihr junges Leben verbraucht oder verzehrt hat. Der Acker der Seelen ist in Indien steinig und hart und das Leben der Schwestern gar nicht leicht. Aber denkt Liebe an Opfer? Liebe und Begeisterung können Wunder wirken, und diesen treuen Arbeitern im Weinberge des Herrn wird es dann doch geschenkt, dass köstliche Frucht auf steinigem Boden reift.
Die Gesundheit der tapferen Schwester hat dem Tropenklima standgehalten. Nicht ein einziges Mal war es ihr vergönnt, ihr liebes Bayernland wieder zu sehen. Hin und wieder kam ein Brief von ihr an die gleichaltrige Freundin, die Schwester Apollonia in Bayern. Jeder Brief trägt den Stempel froher, opferbereiter Liebe zu Christus und Maria, der geliebten Gottesmutter. Der zuletzt eingegangene Brief — er war mit zitternder Hand geschrieben — war wohl überhaupt ihr letzter. Eine schmerzliche Krankheit hatte sie plötzlich erfasst und zu ihrem Tod geführt. In dem Brief bittet sie die Schwester in Bayern, doch ja dafür zu sorgen, dass der Inhalt des Briefes veröffentlicht werden möge. Es sei ihr letzter Wunsch. Denn erschüttert sei es zu erleben, wie Gott eintritt für die Ehre Mariens, wenn die Menschen es wagen, diese Ehre in teuflischer Weise anzutasten.

Ich lasse den Abschnitt des Briefes folgen, wie er ist. In seiner Schlichtheit und Eindringlichkeit spricht er mehr zum Herzen als eine geformte Erzählung. Sie schreibt:
„Das heilige Weihnachtsfest bleibt der Bevölkerung der Insel Ceylon unvergesslich. Am 23. Dezember zogen schwere, schwarze Gewitterwolken den Horizont herauf. Nach kurzer Zeit fing es an zu regnen, und zwar mit solcher Gewalt, wie wir es in unserem langen Missionsleben noch nie erlebt haben. Es regnete und regnete und hörte nicht auf. Der zweite Tag brachte schon viele Eingeborene in Gefahr, denn viele Häuser sind ja aus Lehm gebaut. Trotzdem ist kein einziges Haus zu schaden gekommen. Auf der Hauptstraße von Jaffna - Colombo liegt ein Städtchen. Nicht weit davon hatte einer der reichsten Atheisten unter dem „Elefanten-Felsen" ein üppiges Haus. Der Inhaber dieses Hauses war der Herausgeber eines Buches gegen Maria, im besonderen „gegen die Reinheit der Gottesmutter". Es kam in der Sprache der Eingeborenen heraus und brachte großen Schaden über die mit soviel Mühe errichtete Mission in Ceylon. Der Erzbischof von Kolombo ordnete Sühneandachten in der Provinz an, um diesen Frevel in etwa wieder gut zu machen. Die erste Auflage war schon vergriffen. Die zweite, „verschlechterte" Auflage wollte man am hl. Weihnachtsfest herausgeben. Der Premierminister hatte die Erlaubnis dazu gegeben. Am 25. Dezember versammelten sich etwa 40 Personen trotz strömenden Regens in dem prächtigen Haus unter dem Elefanten-Felsen. Man war in festlichen Kleidern und in Erwartung eines großen Gastmahls, zu dem der Verleger eingeladen hatte, um den Erfolg des Buches zu feiern. Der Verleger des Buches und sein Sohn waren in die nahe Stadt gefahren, um in der Druckerei noch letzte Anweisungen zu geben, denn der Versand sollte nach einem schon vorbereiteten Plan rasch erfolgen.
Als sie aber nach einiger Zeit zurückkamen, was fanden sie vor? Es war ein ungeheurer Erdrutsch erfolgt. Das Haus war zusammengestürzt und hatte die 40 eingeladenen und gleichgesinnten Festgäste unter sich begraben. Der riesige Elefanten- Felsen, der über dem Haus gestanden war, hatte sich zu allem noch über das eingestürzte Haus gelegt! Das Haus war vollkommen zugedeckt, kein Stein, kein Balken war mehr zu sehen. Die kleinen Lehmhäuser der Eingeborenen hingegen waren alle unbeschädigt geblieben.
Beim Anblick dieses Gottesgerichtes wurde der Herausgeber des Buches wahnsinnig. Seit diesem Tage läuft der Irre umher und schreit in einem fort den Titel des Buches. Der Schreiber des Buches bekam plötzlich den Aussatz. Es stellte sich heraus, dass die ganze Auflage des Buches unter den Trümmern verschüttet liegt.
Man bot indischen Arbeitern einen Stundenlohn von ca. 10 DM an. Aber keiner fand sich, der auch nur eine Hand angelegt hätte, um die Ausgrabung durchzuführen.
Ist das nicht eine erschütternde Begebenheit, welche uns zeigen will: Ja, Gott lässt seiner hl. Mutter nicht spotten. Man wollte die Nachricht davon verheimlichen. Es sollte nicht über Ceylons Grenzen hinaus dringen, aber Gott sorgte dafür, "dass alles an die Sonne kam!" Soll man diesem Brief noch etwas hinzufügen? Die eingeborenen Inder spürten das Gottesgericht und hätten um keinen Preis auch nur einen Stein des Hauses angerührt aus Furcht vor diesem starken Gott, der die Ehre seiner Mutter so offensichtlich gerächt hat. Sollten wir uns nicht stärker als bisher für die Ehre der Gottesmutter einsetzen?

Anna Hils in „Rosenkranz", Lahn-Verlag, Limburg

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Glaube im Alltag > Forum > Gottesgericht auf Ceylon