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„In drei Teufels Namen: Nein!”

Von ehemaliges Mitglied Freitag 10.07.2020, 09:25


So fluchte ein vornehmer sterbender Greis, als ihm der Priester den Empfang der heiligen Sakramente anriet. Kurz zuvor hatte dieser Priester in seiner Predigt über die Mutter der Barmherzigkeit und Zuflucht der Sünder gesagt: „Ich kann es nicht für möglich halten, dass Du eine Seele verloren gehen läßt, für die innig zu Dir gebetet wird." Der Sterbende hatte schon mehrere Priester fluchend vertrieben. Auch diesem gab er eine kaum verständliche, brummige Antwort. Da setzte sich der Priester in einiger Entfernung von dem Sterbenden hin und betete einen Rosenkranz um den anderen, indem er an das Wort des heiligen Clemens Maria Hofbauer (gestorben 1820), des Apostels aus Wien, dachte: „Sooft ich auf dem Weg zu einem sterbenden Sünder den Rosenkranz gebetet habe, bin ich nicht vergebens gegangen. Alle haben doch noch die heiligen Sterbesakramente empfangen."
Der Sterbende schien in den letzten Zügen zu liegen. Der betende Priester versuchte noch einmal, ihn zu bewegen, die Sakramente zu empfangen. (Das Schreckwort „Beichte" vermied er absichtlich.) Da richtete sich der Sterbende plötzlich mit letzter Kraft auf, starrte den Priester mit schrecklichen Blicken an und keuchte: „In drei Teufels Namen: Nein!" Noch einmal griff der Priester zum Rosenkranz, wartend, wer den Sieg in diesem furchtbaren Ringen zwischen Maria und der Hölle um eine unsterbliche, mit Christi Blut erlöste Seele davontragen werde. Da sagte der Priester in seiner letzten Not und Verzweiflung zur Gottesmutter: „Liebe Gottesmutter, droben in Deiner Wallfahrtskirche hängen viele Votivtafeln mit der Inschrift »Maria hat geholfen«. Wenn Du mir diesen armen Sünder unbußfertig in die Ewigkeit eingehen lässt, lasse ich ein Bild aufhängen mit der Inschrift »Maria hat einmal nicht geholfen«." Und wieder versuchte der Priester, den Sterbenden zur Umkehr zu bewegen. Er zeigte ihm ein Kreuz und sagte: „Kennen Sie ihn, der am Kreuze sein Leben für die Menschen hingab?" Einige Sekunden vergingen, dann sagte der Kranke überraschend:
„Das ist der Herr und Heiland." „Vor ihm werden Sie in wenigen Stunden stehen. Bitte, schenken Sie ihm vorher noch einen Kuss."
Und, o Wunder, der Sterbende küsste mehrmals innig das Kreuz. „Schwester, jetzt ist die Schlacht gewonnen", jubelte der überglückliche Priester. „Ein Sterbender, der seinen Heiland so innig küsst, wird heute noch mit ihm im Paradiese sein." Dann bat der Sterbende um die Wegzehrung.
Der Priester verhalf ihm zu einer guten Beichte und reichte mit Tränen in den Augen die heilige Kommunion. Es folgten die heilige Krankenölung und der vollkommene Ablass für die Sterbestunde. Dann verschied der Kranke friedlich und versöhnt mit seinem Herrgott.
Zum Dank für diese wunderbare Hilfe in letzter Stunde ließ der Priester in der Wallfahrtskirche eine Votivtafel anbringen mit der Inschrift: »Maria hilft immer«.


Aus dem Buch "Die schönsten Mariengeschichten"
von Stadtpfarrer Karl Maria Harrer, München

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