Jesus hat keine christliche Kirche gegründet
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Feierabend-Mitglied
Montag 29.09.2025, 08:47
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Im 1. Jahrhundert gab es ein religiöses Umfeld, wo viele Leute gedacht haben mochten, dass es kein Problem sei, sowohl Jude als auch Christ zu sein. Es gab Leute, die an Jesus Christus den Fleisch gewordenen Messias glaubten und gleichzeitig darauf bestanden, den Schabbat zu halten, koscher zu essen und die Söhne beschneiden zu lassen. Hieronymus, der Kirchenvater, sagte, dass es viele Menschen im Osten gibt, ganze Synagogen von Menschen, die denken, dass sie sowohl Juden als auch Christen sind, aber in Wirklichkeit sind sie keines von beiden.
Selbst die biblischen Feste wie Pessach, Schawuot oder Jom Kippur wurden von vielen Christen noch immer gefeiert. Erst nach und nach bildeten sich im jüdischen und christlichen Lager eigene Liturgien und eigene Festkalender heraus. Die rabbinische Synode von Jabne, Anfang des 2. Jahrhunderts, und das Ökumenische Konzil von Nicäa im Jahr 325 gelten als wichtige historische Zäsuren im Abgrenzungsprozess von Juden und Christen.
Schließlich waren es Christen, die glaubten, dass Ostern eine Form des jüdischen Pessach sei. Sie interpretierten Jesus als das Lamm Gottes für das Pessachopfer, während andere solche Verbindungen radikal ablehnten. Vor dem Konzil von Nicäa feierte etwa die halbe Christenheit Ostern zur selben Zeit wie die Juden Pessach.
Das von Kaiser Konstantin einberufene Konzil von Nicäa schaffte die endgültige Trennung. Es legte den Ostertermin am Ostersonntag fest, dem Tag der Auferstehung Christi.
Wer hat eigentlich darüber entschieden, welche Glaubenssätze jemanden als Juden oder als Christen qualifizieren? Durch die gesamte Geschichte hindurch wurden diese Entscheidungen von bestimmten Menschengruppen oder von Einzelpersonen getroffen, die das dann anderen Menschen übergestülpt haben – nicht selten mit militärischer Gewalt. Natürlich wird behauptet, dass die Entscheidungen über Juden oder Christen von Gott gemacht und in diesem oder jenem Schriftstück offenbart wurden um die eigenen Thesen zu stützen.
Hat Jesus eine solche Trennung zwischen seinem Volk und den Nationen gefordert? Eindeutig Nein! In seinem Gleichnis von den Schafen betonte er dass er noch andere Schafe habe, die er in diese Hürde bringen müsse, damit sie zusammen (Juden wie Menschen aus den Nationen) eine einzige Herde bilden. Aha, eine einzige Herde! Warum haben die Führer der Christenheit das nie begriffen? Joh. 10:16
Stattdessen wurde eine Ersatztheologie ins Leben gerufen, die die scharfe Trennung dieser „Schafe“ noch begünstigte und förderte. Die dadurch entstandene „andere Religion“ wurde als „Ersatz“ gegen das Original ausgetauscht, wodurch dem Antisemitismus Tor und Tür geöffnet worden ist. Immerhin hat die Christenheit durch ihre Pogrome und Verfolgung der Juden viel unschuldiges Blut vergossen, Jesus in seinem Volk nochmals gekreuzigt.
Jesus hat nicht die vielfältigen Religionen gegründet sondern wollte alle Menschen in Einheit für seine Herrschaft gewinnen. Was Menschen daraus gemacht haben zeigt uns die langjährige Geschichte der Christenheit. (Kain erschlug Abel).