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Mariä Heimsuchung in Peking.

Von ehemaliges Mitglied Samstag 08.05.2021, 11:26

Ade, feiste Götzen!

Ein Missionar berichtet uns: In unserer Pfarrei wandert ein Marienschrein von einer katholischen Familie zur anderen.
Die Mutter Gottes bekam es auf ihrer Pilgerschaft, »Maria Heimsuchung in Peking«, mit den verschiedensten Familienproblemen zu tun, mit Problemen materieller und religiöser Art. Hier waren es Bitten um Anstellung und Einkommen, um Wohnung und Kindersegen, dort Absage an den heidnischen Kult und Annahme und Stärkung des wahren Glaubens.

Wir Seelsorger hatten Maria ja gebeten, den Glauben der Christen vor der Machtübernahme durch die Kommunisten zu stärken.

Da lebte in unserer Pfarrei eine gewisse Familie Liu. Es war eine dreizehnköpfige Familie, in der die erste und rechtmäßige Frau mit ihren fünf Kindern katholisch war, während ihr Mann, seine zweite Frau und zwei Kinder sowie die Großeltern und ein Onkel noch Heiden waren.
Wegen der sechs katholischen Mitglieder war natürlich auch für diese Familie »Mariä Heimsuchung« geplant. Doch da erschien die katholische Frau im Büro und bat, von »Marias Heimsuchung« in ihrer Familie abzusehen; denn ihre Familie sei noch heidnisch, und zudem befänden sich in ihrem Haus zwei große, feiste Götzen. Man könne es doch der Mutter Gottes nicht zumuten, mit den Götzen in einem Haus zu wohnen.
Wegen diesen besonderen Umständen musste eine kluge Entscheidung getroffen werden. Nun traf es sich, dass eine katholische Familie noch zur Miete in diesem Haus wohnte. Wir entschieden deshalb, dass die Mutter Gottes ausnahmsweise vier Tage beim katholischen Mieter wohne, bei dem die Mutter mit ihren fünf Kindern an der »Heimsuchung Mariens« teilnehmen konnte. Wie gesagt, so getan.

Da passierte nun das Unerwartete, dass die drei älteren heidnischen Familienmitglieder vom Gnadenstrahl getroffen sich entschlossen, die beiden Götzen in die Verbannung zu schicken. Noch am gleichen Tag wurde der morsche Götze mit einer Axt in Stücke geschlagen und als Feuerholz verwandt. Sein Gegenstück, der zweite Götze, wanderte auf den Markt zum Verkauf. Das war eine eigenartige Hausreinigung.

Jetzt wirkte sich Gottes Gnade segensreich aus. Am gleichen Tag aber wurde der über siebzigjährige Opa sterbenskrank. Man rief den Arzt und den katholischen Priester zu Hilfe. Für die Heiden war es einleuchtend: die Ursache für die Erkrankung konnten nur die beiden Götzen sein, die sich für die erlittene Misshandlung rächten.
Wegen der Todesgefahr wurde der Kranke auf die Nottaufe vorbereitet und mit seiner Einwilligung getauft. Wir aber verdoppelten unser Gebet an Innigkeit und flehten inständig um Genesung.
Zu aller Freude wurde der Alte schon nach wenigen Tagen ganz gesund. Mit der wiedererlangten Genesung war auch sein Glaube an die Allmacht Gottes gewachsen. Von nun an ging er auf einen Stock gestützt täglich zur hl. Messe, und nach dem Besuch dieser Feier erschien er regelmäßig zum Religionsunterricht, so dass er schon bald zum Empfang der hl. Sakramente zugelassen werden konnte.
Im Laufe der Zeit waren dann elf Personen der Familie Liu katholisch. Wegen der Ehehindernisse konnten leider der Vater der Familie und seine zweite Frau nicht zur Taufe zugelassen werden.

Joh. Glanemann SVD




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