Pietistische Erziehung
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Feierabend-Mitglied
Montag 13.04.2026, 10:22 – geändert Montag 13.04.2026, 10:30
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Heute dürften nur wenige Kinder eine pietistische religiöse Erziehung erfahren, eine Erziehung die fern von der Liebesbotschaft Jesu steht.
Allerdings gibt es auch heute noch in den meisten Sekten und Freikirchen den Trend Kindern zu vermitteln dass sie sich schuldig fühlen bzw. ein schlechtes Gewissen haben müssen wenn sie gegen die Regeln der Gemeinschaft rebellieren. Es wird ihnen beigebracht sich vor Gott klein zu machen. Diese Art der Gottesvermittlung hat die Kirchen und solche Gemeinschaften in schlechten Ruf gebracht, wodurch sie gründlich in Misskredit geraten sind - schien doch deren Moral nur der Unterdrückung von Lust und Denkvermögen zu dienen und Menschen unfähig zum Glück zu machen, so daß durch ständige Schuldgefühle ihre Seelen verkümmerten.
"Diese Lehre hat mein Leben verdorben, und ich kehre nicht zu ihr zurück!“ …. schrieb einmal Hermann Hesse, der in seinem pietistisch geprägten Elternhaus fast erstickte.
Tilman Moser* stellte seinem Buch „Gottesvergiftung“ folgendes Motto voran: „Freut euch wenn euer Gott freundlicher war“.
Dass Kinder durch eine solche religiöse Erziehung im späteren Leben keinen Zugang zu Gott bekommen ist durchaus verständlich.
Ich frage mich warum religiöse Gemeinschaften so handeln. Immerhin sollte man annehmen dass sie die Botschaft Jesu verstanden haben. Wer sich offenen Herzens mit seiner Lehre vertraut macht wird seinen liebevollen, mitfühlenden und freundlichen Charakter erkennen. Allerdings konnte Jesus auch ungehalten werden wenn er die Heuchelei der Phariäser und Schriftgelehrten beobachtete. Diese handelten ähnlich wie die späteren Kirchen, die eher die Einhaltung menschlicher Gesetze und Dogmen predigten, wodurch sich ihre Herzen und auch die der ihnen „Gehorsamen“ verhärteten.
Die Botschaft Jesu ist eine einzige Liebeserklärung an das Leben und die eine berechtigte Hoffnung auf Zukünftiges vermittelt. (Siehe Berg- oder Feldrede im Matthäus- und Lukas-Evangelium.)
*Tilmann Moser, einer der bekanntesten Analytiker Deutschlands, wurde als Kind in einem protestantischen Elternhaus ein strenges Gottesbild vermittelt. Es war eine Erziehung zu Gehorsam, die ihm das Recht auf ein eigenes, selbstbestimmtes Leben absprach. Aufgewachsen in einer Atmosphäre der Lebens- und Lustfeindlichkeit, in der alle ihm wichtigen Menschen ihren persönlichen Draht zu Gott kundtaten, musste er verzweifeln: denn ausgerechnet zu ihm sprach Gott nicht. Der Glaube hat eine dunkle Kehrseite: sie heißt Ausgeschlossensein, abgelehnt zu werden. Die Furcht davor kann Religion zu einem wirkmächtigen Instrument der Unterwerfung machen. Tilmann Mosers „Gottesvergiftung“ ist ein sehr persönliches Zeugnis des Missbrauchs von Religion und Glauben. An Aktualität hat das Werk nichts verloren.
(Wiki)