Über das Recht an einem Land
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Feierabend-Mitglied
Samstag 28.03.2026, 22:11 – geändert Montag 30.03.2026, 17:35
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Hoffe, dass die Italiener nicht Anspruch auf Colonia Claudia Ara Agrippinensium oder Augusta Treverorum (Trier) erheben werden.
Das Erbe von Kanaan
Wo die Wurzeln tiefer graben als der Schmerz,
steht der Ölbaum Palästinas, ein hölzernes Herz.
Seit zweitausend Jahren, von Kanaan an,
bebaute der Bauer dies Land, Mann für Mann.
Bevor die Imperien kamen und gingen,
hörte man hier schon die Sicheln schwingen.
Von Byzanz bis zum osmanischen Glanz,
blieb das Dorf in den Hügeln, blieb der uralte Tanz.
Doch die Nakba kam jäh, das Schicksal entzweit,
ein Volk in der Verbannung, im Wartesaal der Zeit.
Zweitausend Winter, zweitausendmal Saat –
zerbrochen durch Grenzen, Vertreibung, Verrat.
Von Jaffa nach Gaza, von Hebron ins Nichts,
verblasst die Gerechtigkeit im Schatten des Lichts.
In Akten verstaubt das verbriefte Recht,
ein Leid, das nun erbt das vierte Geschlecht.
Die Kufiya fest um die Schultern gelegt,
ein Muster, das Netze der Sehnsucht noch webt.
An fremden Grenzen, im eisigen Wind,
fragen sie leise, wo sie willkommen noch sind.
Doch die Welt sieht weg, kein Hafen ist nah,
als ob man das Kind in den Trümmern nicht sah.
Das Völkerrecht schweigt, eine Formel im Sand,
während die Hoffnung verbrennt im geraubten Land.
Der Schlüssel am Hals, ein rostiges Pfand,
für das Haus in der Ferne, am staubigen Rand.
Doch zwischen den Steinen, im harten Gestein,
wächst ein Halm, der sich weigert, besiegt zu sein.
Denn solange die Sehnsucht noch Verse webt,
ist es Filastin, das in uns weiterlebt.
©F.R.K.
Dieses Gedicht widmet sich dem generationenübergreifenden Schicksal des palästinensischen Volkes. Es beleuchtet die tiefe Verwurzelung in einem Land, das über Jahrtausende hinweg – von den antiken Kanaanitern über die byzantinische und osmanische Ära bis in die Moderne – die Heimat einer beständigen bäuerlichen Gesellschaft war.
Zentrale Motive und Begriffe:
Nakba (Die Katastrophe): Dieser Begriff bezeichnet die Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Palästinensern im Zuge des Krieges von 1948. Für die Betroffenen ist die Nakba kein abgeschlossenes historisches Ereignis, sondern ein andauernder Prozess der Enteignung und Heimatlosigkeit.
Der Schlüssel: Viele Geflüchtete nahmen 1948 die schweren eisernen Schlüssel ihrer Häuser mit – in der Erwartung, bald zurückzukehren. Heute ist der Schlüssel das zentrale Symbol für das völkerrechtlich verbriefte, aber politisch blockierte „Recht auf Rückkehr“.
Filastin: Die arabische Bezeichnung für Palästina. Sie steht im Gedicht für die kulturelle und emotionale Identität, die trotz geografischer Zersplitterung fortbesteht.
Kufiya: Das traditionelle schwarz-weiße gewebte Halstuch. Seine Muster symbolisieren Fischernetze und Olivenblätter und sind weltweit zum Erkennungsmerkmal für den palästinensischen Widerstand und die Sehnsucht nach Freiheit geworden.
Der Ölbaum: Mit seiner Fähigkeit, Jahrtausende zu überdauern, symbolisiert er die Standhaftigkeit (Sumud) der Menschen und ihre unlösbare Verbindung zum Boden ihrer Vorfahren.