Was das Gebet der Kinder vermag
Von ehemaliges Mitglied Samstag 10.10.2020, 06:47
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Es war vor einigen Jahren in einem Dörflein im Spessart. Dort lebte ein Bauer, der eine Nebenarbeit als Fernfahrer in einer Fabrik hatte. Es war Winter. Eines Morgens fuhr er mit seinem Wagen von zu Hause ab, um einen Auftrag erledigen zu können. Unterwegs fiel im plötzlich ein, dass er noch etwas Wichtiges mit seiner Frau besprechen müsse, und er fuhr noch einmal nach Hause zurück.
Die Frau war immer darauf bedacht, daß die Kinder sich nicht auf der Straße aufhalten, wenn der Vater mit dem Auto wegfährt. Die Familie hatte acht Kinder. Als nun der Vater das zweite mal wegfuhr, hatte sich der 4jährige Sohn Rudolf irgendwie aus dem Haus gemacht, ohne dass es jemand bemerkte.
Rudolf fuhr mit dem Schlitten dem Vater direkt unter das Auto. Wie das passieren konnte, ist bis heute noch nicht geklärt. Der Vater dachte im ersten Moment, es sei ihm ein Eisblock unter die Räder gekommen, da das Auto plötzlich hopste. Er sah in den Rückspiegel und dachte, da ist ja ein Kind! Er stieg sofort aus und sah seinen Sohn Rudolf. Dieser war schwer verletzt und wurde sofort in das nächste Kranken- haus gebracht, wo er versorgt wurde. Er hatte mehrere Knochenbrüche und vermutlich innere Verletzungen. Das Kind war nach dem Unfall noch ansprechbar. Als es aber ins Krankenhaus kam, verschlechterte sich sein Zustand zusehends, da durch den Beckenbruch ein großer Bluterguss zustande kam, und so lag das Kind in wenigen Minuten bewusstlos da und man meinte, es würde jeden Moment sterben. Vier Ärzte arbeiteten an dem Kind und beratschlagten, was zu machen sei. Der Oberarzt des Hauses überlegte, ob man noch operieren solle. Man kam aber zu dem Schluss, das Kind würde die Operation nicht überleben. Die Tante, die Schwester der Mutter, die in diesem Krankenhaus als Ordensschwester tätig war, war ständig bei dem Kind und verständigte sofort die Eltern. Der Hausgeistliche wurde verständigt, er gab dem Kind die hl. Krankensalbung und die hl. Firmung. Vorher waren die Eltern eingetroffen; da der Vater selbst nicht mehr fähig war, das Auto zu lenken, fuhr der Chef des Vaters, der auch Firmpate war, mit den Eltern des Kindes zum Krankenhaus. Der Oberarzt sagte zu den Eltern: „Wir haben getan, was wir konnten, aber es ist aussichtslos." Darauf antwortete der Vater mit einem tiefen Vertrauen zu Gott: „Das Kind stirbt nicht! Meine Kinder beten daheim den Rosenkranz!" Dies sagte er vor 4 Ärzten und allen Schwestern. Und zu Hause beteten die Kinder mit der Großmutter ununterbrochen den Rosenkranz. Als es 22 Uhr war, sagte sie zu den Kindern, dass sie jetzt zu beten aufhören dürfen und ins Bett gehen können.
'Und genau um 22 Uhr schlug Rudolf die Augen auf und rief: „Papa!"
Der Oberarzt, der nicht viel vom Glauben hielt, meinte: „Hier war eine höhere Macht am Werk!" Das Kind war noch ein halbes Jahr im Krankenhaus und ist heute wieder ganz gesund.
Aus dem Buch "Die schönsten Mariengeschichten"
von Stadtpfarrer Karl Maria Harrer, München