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Hamburg: Holstenstraße

Von Novelle vorgestern, 09:55

Was ist es für ein Gefühl binnen kurzer Zeit die Wohnung verlassen zu müssen.

Wie im Krieg?

Einige Hamburger haben das erlebt.

Ein Textauszug aus der "Hamburger Morgenpost" v. 12.8.26: ( Newsletter )

" Zum Glück leben wir nicht in einem Erdbebengebiet. Bei den Bildern, die uns vor einem Monat aus Venezuela und diese Woche aus Kolumbien erreichten, kann einem angst und bange werden: Gebäude, die einfach in sich zusammengefallen sind; Menschen, die alles verloren haben. Eine Ahnung davon, wie es Menschen bei solchen Katastrophen gehen muss, haben ein paar nicht zu beneidende Hamburger gerade trotzdem bekommen:

Einsturzgefahr, alle raus!

Bewohner der Häuser an der Holstenstraße erzählen, dass sie in Minuten packen mussten. Alles, was nicht in eine kleine Tasche passte, blieb zurück. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber schnell wurde klar, dass mindestens ein Teil des Hauses abgerissen werden muss.

Diese Arbeiten begannen gestern: Auf einem der Bilder, die den Abriss zeigen, steht noch eine Weinflasche im Regal – der Rest des Zimmers ist bereits dem Bagger zum Opfer gefallen. Das letzte Bild von der Oma, die Plattensammlung, die Geburtsurkunde: Wie viel aus dem Schutt gerettet werden kann, ist derzeit noch nicht klar. Klar ist nur: Die Anwohner stehen vor dem Nichts.

Wie geht es nun weiter? Hier war keine Naturkatastrophe Auslöser, kein Erdstoß. Warum aber hat sich der Zustand des Hauses so schnell so dramatisch verschlechtert?
Der Anwalt des Eigentümers lässt ausrichten, sein Mandant habe „nach Kenntniserlangung mitgeteilter Mängel stets unverzüglich diese fachkundig in Augenschein nehmen lassen und stets dort, wo dies erforderlich war, die geeigneten Mängelbeseitigungsmaßnahmen durchführen lassen“.

Die Bewohner fühlen sich trotzdem allein gelassen und fragen sich, wer ihnen zumindest den materiellen Schaden ersetzt. Der ideelle ist mit Geld ohnehin nicht wieder gut zu machen.

Ich wünsche Ihnen einen Mittwoch in Sicherheit "

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