Die Verrichtung der Buße wurde seine Rettung
Von ehemaliges Mitglied Freitag 26.02.2021, 17:36
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Ein Tatsachenbericht aus dem kommunistischen Polen.
Ein hoher polnischer Parteibeamter war auf Dienstreise. Er hatte seine dienstliche Aufgabe bereits erledigt und es blieben ihm noch zwei freie Stunden bis zur Rückreise. Er wusste nicht recht, was er noch tun sollte. Da sah er die Wallfahrtskirche. „Meine Mutter ging oft in diese Kirche", dachte er, „eigentlich könnte ich auch mal in diese Kirche gehen. So betrat er die Kirche, sah sich dort um und gewahrte schließlich einen Beichtstuhl. Mehrere Leute beichteten. Er dachte wieder an seine Mutter. „Meine Mutter hat öfter gebeichtet, eigentlich könnte ich auch mal wieder beichten."
Und es dauerte nicht lange, da kniete der hohe Parteibeamte im Beichtstuhl. Es währte eine geraume Zeit, bis er den Beichtstuhl wieder verließ. Als Buße bekam er auferlegt, einen Rosenkranz zu beten. Einerseits erleichtert, andererseits aber doch etwas bedrückt, trat er die Heimreise an. Wie sollte er seine Buße verrichten? Er wusste nicht mehr, wie man einen Rosenkranz betet. Bei nächster Gelegenheit kaufte er einen Rosenkranz und fragte nun seine Gattin, wie man den Rosenkranz betet. Aber auch seine Frau hatte dieses Gebet schon lange nicht mehr verrichtet und konnte es ihm nicht erklären. Es ließ ihm aber doch keine Ruhe, dass er die auferlegte Buße nicht verrichten konnte.
Eines Tages war er wieder auf einer Dienstreise. Er saß mit einer Anzahl von Fahrgästen aus dem In- und Ausland im Schnellzug-Abteil. Da dachte er wieder an seine unverrichtete Buße.
Kurzerhand stand er auf, verließ seine Mitreisenden und ging ans Ende des Waggons auf die Plattform. Dort zog er den Rosenkranz aus der Tasche und fing einfach an zu beten, wie er es konnte, er betete zu jeder Perle ein Ave Maria. Und dann geschah es: Während er da draußen auf der Plattform des Personenzuges, so gut er eben konnte, seine Buße zu verrichten suchte — auf einmal ein furchtbarer Schlag, ein Krachen und Bersten. Der Zug war mit einem anderen zusammengestoßen. Alle Fahrgäste in seinem Abteil waren auf der Stelle tot. Ihm selber auf der Plattform war nichts geschehen.
Der hohe polnische Parteibeamte berichtete dieses Erlebnis einem polnischen Weihbischof und bekannte dazu, dass er nun wieder seinen Glauben gefunden habe.
Aus dem Buch "Die schönsten Mariengeschichten"
von Stadtpfarrer Karl Maria Harrer, München