TOCHTER - ICH GLAUBE
Von
egalis
Mittwoch 17.02.2021, 22:22
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egalis
Mittwoch 17.02.2021, 22:22
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„Was ist mit den Schutzengeln?“, fragte meine Tochter, als eine Freundin tödlich verunglückte. Ich schrieb ihr dieses:
Es erschüttert mich, dass junge Menschen ihr Leben auf der Straße verloren haben. Und besonders betrifft und trifft mich diese Nachricht, wenn sich herausstellt, dass die Verkehrsopfer zum engeren oder weiteren Bekanntenkreis (von meinen Kindern zum Beispiel) gehören. In diesem Falle von Dir, meine Tochter. Ich musste jetzt mehrmals an der Buche vorbeifahren und hatte das Bild des Unglücks vor Augen. Als Mutter frage ich mich, wie bewusst haben die jungen Menschen die letzten Sekunden noch erlebt, haben sie noch – wenn auch kurz - leiden müssen? Hoffen und wünschen wir diesen jungen Leuten, dass sie nicht mehr bei Verstand waren... und so aufgenommen wurden – von ihren Schutzengeln.
Vielleicht hast Du diese Frage polemisch gemeint. Trotzdem muss ich Dir dazu etwas mitteilen, das mir am Herzen liegt.
Tochter, ich glaube! Ich glaube daran, dass es eine Macht gibt – nennen wir sie ruhig Gott oder Jesus oder wie auch immer – eine Macht, die uns wie Marionetten an den Fäden hält. An langen Fäden. Manchmal an zu langen. Vielleicht können wir Menschen mit der „langen Leine“ nicht umgehen und sind unbeherrscht und handeln wider besseres Wissen.
Und wenn wir SO handeln, ist auch unser Schutzengel machtlos. Er kann uns nicht immer vor Missgeschicken oder Unfällen beschützen. Ich denke, das liegt auch gar nicht in seiner Macht. Aber er wird uns aufnehmen, wenn wir unterzugehen drohen und uns dahinführen oder bringen, wo wir aufgehoben sind. Manchmal müssen wir wohl dafür den (gewaltsamen, uns Menschen unsinnig erscheinenden) Tod in Kauf nehmen.
Der Trauerschmerz der „Überlebenden“ gibt das Unverständnis über das Geschehen preis und das Vermissen eines geliebten und geschätzten Menschen findet durch die Trauer seinen Ausdruck.
Ich bin ganz sicher, dass alles seine Bedeutung hat. Wenn wir auch nicht wollen, dass von „unseren Leuten“ jemandem etwas zustößt – wir können es nicht verhindern. Es kommt alles so, wie es einem Jedem bestimmt ist. Wir können eigentlich nur darum beten, dass uns Verständnis gegeben wird zu erkennen, dass wir nur Rädchen im Weltgetriebe sind. Dass es auch wohl größtenteils an uns selber liegt, ob wir an einem Baum landen oder gesund von unterwegs zurückkommen.
Was ich Dir eigentlich nur ganz kurz sagen wollte: Zweifle nicht an den Schutzengeln – sie sind da.
Machen wir es ihnen nicht zu schwer auf uns zu achten!
Meiner war heute sehr aufmerksam! Ich bin in mindestens zwei prekäre Situationen geraten, wo ich nur noch tief durchgeatmet und „danke“ gesagt habe.
Liebe Tochter, ich wünsche Dir Zuversicht und Glauben.
Deine Mama