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Die Geschichte einer kleinen Wohngemeinschaft

Von Feierabend-Mitglied 25.02.2018, 09:08 – geändert Dienstag 13.07.2021, 09:01


Als mein Mann starb, nach und nach die Kinder mit ihren Tieren auszogen, entstand eine Ruhe, die ich anfänglich genoss, dann fehlte mir der Trubel. Zwar war ich nicht allein, denn ich hatte ja noch den von meinem Mann geerbten Hund Snoopy.
Ich nahm ein Kätzchen auf, ein schwarzes Kätzchen ohne Namen. Nach dem ersten gemeinsamen Tag und der ersten Nacht, nannte ich sie Baghira.
Nun war wieder Leben in der Bude, und ich musste den Hund vom Katzenhasser zu einem Katzenliebhaber umpolen...
Irgend wann klärte man mich auf, dass zu einer reinen Wohnungskatzen unbedingt eine 2. dazu geholt werden müsse. So kam noch Pepita ins Haus. Es entstand zwischen den beiden Katzen eine sofortige Freundschaft, die auch den Hund mit einschloss. Es war eine sehr schöne und harmonische Zeit.
Unerwartet starb Pepita mit nur 4 Jahren, die zwar sehr krank, aber doch noch einige Zeit mit uns hätte leben können. Hund und Katze vermissten Pepita sehr, na logisch, und besonders ich. Mir fehlte diese kleine aufdringliche Quasselstrippe, die mir überallhin folgte wie ein Hund und auch apportierte, was der Hund nie lernte.
Nachdem eine längere Zeit vergangen war, suchte ich eine Katze für Baghira und Snoopy, und fand sie in einem Tierheim. Jemima, eine Glückskatze.
Leider lieben sich die beiden Katzen überhaupt nicht, respektieren sich aber.
Dann der Schock, der Tierarzt stellte bei Baghira einen angeborenen Herzfehler, sowie einen Lungentumor fest, der durch den schweren Herzfehler, inoperabel ist. So kann Baghira beim Spielen mit Jemima nicht mithalten. Nach ein paar Schritten bekommt sie sofort Hustenanfälle und ist für Stunden Tag erschöpft, trotz Medikamente. Da ist es kein Wunder, dass ihre Lieblingsbeschäftigung schlafen ist.

Wiederum suchte ich eine Katze, nun aber für Jemima, und fand Lilith, ehemals Sunny in einem türkischen Tierheim.
Eigentlich sollte Lilith in eine Wohngemeinschaft, bestehend aus zwei Katzen, einen Hund und mir einziehen. Das Leben lässt sich aber nicht planen. Früh morgens fand ich Snoopy tot in seinem Körbchen.
Die Tage waren für Baghira und Jemima ohne Snoopy nur noch langweilig. Kamen nur zum Fressen, schliefen dann wieder, aber wenigstens in meiner Nähe, oder direkt bei mir.
Weder zum Spielen noch zum Schmusen waren sie zu animieren.
Nur der Aufbau des neuen und größeren Kratzbaums riss sie aus der Lethargie, als er dann stand, sah ich sie wirklich nur noch früh morgens zur Fütterungszeit und abends, wenn ich zu Bett ging. Sie hingen nur noch im Kratzbaum.

Wann wird Lilith ausgeflogen, wann kommt sie?
Die Zeit verging so furchtbar langsam, bis es soweit war, dass sie kam und ich Lilith am Flugplatz abholen konnte.
Nun ist sie da, und alles steht Kopf.
Wunderbar, toll!
Meine beiden wie ausgewechselt.
Kein Gefauche, keine Revierkämpfe, kein beleidigt sein, keine Futterverweigerung, kein unrein werden. Wie sie mit der kleinen, fremden Katze umgehen, ist einfach nur süß. Aber trotzdem war es für Lilith Stress und Strapazen, die sie in der letzten Zeit erlebte, so musste sie sich erst einmal erholen und dann ihre Scheu vor mir verlieren und mir vertrauen lernen.
©Monika Koch

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