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Es war im Winter

Von Feierabend-Mitglied 27.05.2018, 09:15 – geändert Dienstag 13.07.2021, 09:11

Es war mitten im Winter, als ich spät abends von der Arbeit nach Hause kam. Freudig wurde ich von Snoopy, dem Hund begrüßt und auch Tigger, das Katerchen war gekommen und rieb sich an meinen Beinen. Und dann war es passiert, ich hatte die Haustür noch nicht richtig geschlossen und Tigger war durch den Spalt entwischt. Er, der ja kein Freigänger war, war stiften gegangen..
"Es ist doch so furchtbar kalt und er ist es nicht gewöhnt draußen zu sein", das waren meine Gedanken. Entsetzt rief ich nach meiner jüngsten Tochter, und stellte schnell fest, dass auch sie ausgeflogen war. So bin ich alleine losgezogen, nur mit dem Hund. Habe mit der Dose seiner Leckerlies gerasselt, aber er kam nicht, auch mein Rufen blieb erfolglos.
Irgendwann war es dann zu spät und zu dunkel um weiterzusuchen. Tigger hätte ich nicht mehr sehen können, denn bis auf seine weißen Pfötchen und der Brustlatz war das Kerlchen ja rabenschwarz. Mittlerweile fiel auch frischer Schnee auf den schon liegenden, sodass selbst Snoopy bald die Spur von Tigger verlor.
Wieder zurück zu Hause, lief schnüffelnd Snoopy durch die Wohnung und pienzte dabei, als wenn er den Kater vermissen würde, aber es waren wohl nur die Spuren von Tigger, die der Hund ja vorher suchen sollte.
Am nächsten Morgen als ich mit Snoopy vom "Gassigehen" nach Hause kam, vermeinte ich an der Haustür ein leises Maunzen zu hören. Rief sofort nach dem Katerchen, aber er zeigte sich nicht.
Überall, wohin ich auch in der Wohnung ging, hörte ich das klägliche Maunzen des Katerchens. Es war nicht zum aushalten...
Also zog ich mich wieder winterfest an. Nahm seine Leckerli-Dose, und damit ich keinen Nachbarn weckte, denn es war erst kurz nach sechs Uhr morgens, marschiert ich unter leisem Rufen und Rüttteln der Dose rund ums Haus. Blieb hier stehen und horchte dort, kein Maunzen zu hören.
Wieder zurück zur Haustür. Hier vernahm ich wieder das leise Maunzen. Durch die Dunkelheit versuchte ich das Fellbündel zu entdecken, schaute nach rechts und nach links ob ich einen dunklen Felck erkenne. Dann kam ich darauf, dass das Maunzen hinter den über zwei Meter hohen Holzzaun des Nachbarn herkam. Dieser Holzzaun hatte keine Lücke, sondern war eine Wand aus Holz, die zwischen zwei Hauswänden verankert war.
Mit zuckersüßen Worten lockte ich den Kater und ich hörte dann mehr als ich sah, dass er auf den hohen Zaun gesprungen war. Dort oben sah ich dann seinen Kopf. Er hing, wie ein Schluck Wasser und kam nicht vor und zurück. Selbst wenn ich auf Zehenspitzen  und mit ausgestreckten Armen  stand, konnte ich ihn nicht erreichen. Dann auf einmal schaffte Tigger es und rutschte mit den Vorderpfoten langsam an der Holzwand abwärts. Seine Krallen verursachten dabei ein kreischendes Geräusch, dass mir ein Schauer über die Haut lief. Mit einem Sprung landete er auf meine Schulter, rieb mit seinen Kopf den meinen und maunzte.
Ich war heilfroh, dass dieser Ausreißer wieder da war, selbst der Hund, hat ihn unter Gebell begrüßt und zu seiner Freude erst einmal durch die ganze Wohnung gejagt. Und meine jüngste Tochter, die ja die eigentliche Dosenöffnerin von Tigger war? Die hat von dem Ereignis rein gar nichts mitbekommen, erfuhr erst wesentlich später davon, als Tigger sich zu einem stolzen Freigänger gemausert hatte.
©Monika Koch

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