Halloooo, ist da jemand? 2. Teil
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Feierabend-Mitglied
Samstag 08.02.2020, 08:08 – geändert Dienstag 13.07.2021, 09:23
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Samstag 08.02.2020, 08:08 – geändert Dienstag 13.07.2021, 09:23
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Zwei Wochen ging es mir sehr schlecht, und alle bangten um mich. Immer wieder schauten sie bei mir rein, beschnupperten mich oder gaben mir ein Küsschen.
Nach 3 Wochen ging es mir wieder besser.
Nahm all meinen Mut zusammen, und ignorierte mein bibberndes Herz.
Im Wohnzimmer auf dem Sofa sah ich meine Mitbewohnerin Jemima liegen, und ich tat so, als wenn es nichts Besonderes wäre, und legte mich dazu.
Ihr meint, das wäre nichts Außergewöhnliches?
Für mich schon! Bisher war ich immer nur zur Stippvisite in diesem Raum. Hatte ihn zwar ausgiebig erkundet, aber zum längeren Aufenthalt mich nicht entschließen können. Vielleicht lag es an der anderen Mitbewohnerin, die Baghira heißt und eine ausgesprochene Primadonna ist, und sich überwiegend im Wohnzimmer aufhält.
Bald habe ich gemerkt, dass diese schwarze Baghira, gar nicht so divenhaft ist, wie sie immer tut.
Ich glaube, sie hat ein Geheimnis und benimmt sich nur so, um sich zu schützen.
Sie ist eigentlich ganz lieb zu mir, noch lieber als Jemima.
Gestern nämlich, lag sie, die Primadonna bei Frauchen auf dem Oberkörper und wurde gestreichelt. Da bin ich auch hin, um gestreichelt zu werden, habe es auch lautstark angemeldet. Ganz dicht bin ich an die Diva ran, sie hat nicht gebrummt und auch nicht ihre Krallen ausgefahren. Lag nur da und hat sich streicheln lassen, und ich konnte mich daneben legen und wurde auch gestreichelt.
Man war ich erstaunt und glücklich!
Jemima, hätte nicht so reagiert. Sie faucht mich jedes mal an, wenn sie bei Frauchen liegt, und ich bekomme eine geflammt, dann haut sie ab und ignoriert mich für eine Weile .
Tja, und heute, heute lag dann Baghira auf dem Sofa...
... und Frauchen ist auf einmal rasend schnell mit der Baghira weg gegangen, und als sie nach einem längeren Zeitraum wieder zurückkamen, hat sich die Primadonna tatsächlich mit mir unterhalten und erzählt, dass sie beim Doktor waren, weil sie so schlimm krank ist.
Und weil es ihr nun besser ging, ja da hat dann sie angefangen zu erzählen. Von ihrem Leben. Bevor sie zu unserem gemeinsamen Dosenöffner kam, und dass hat mich unendlich traurig, aber auch froh gemacht, denn es hat mir gezeigt, dass wir uns gar nicht so fremd sind, weil wir doch beide unheimliches Glück im Unglück hatten.
Ich bin froh, dass es Baghira wieder besser geht, denn nun konnte sie mir endlich erzählen warum ich zu ihnen nach Deutschland kam.
Ich war schon sehr gespannt und kuschelte mich bei Baghira an, die auf dem Sofa lag, und sie begann:
„Zu der Zeit als Jemima bei uns einzog, fühlte ich mich schon recht schlecht, wusste aber nicht warum. Konnte nicht mehr spielen und hustete bei jeder Anstrengung.
Jemima war deswegen oft beleidigt, und sagte zu mir, ich stelle mich nur so an, weil ich nicht mit ihr spielen wolle.
Ich dachte ich wäre so schlapp, weil ich über Pepitas Tod so traurig war, aber dem war nicht so, wie der Tierarzt bei einer Untersuchung feststellte.
Mein Herz ist krank, schon seit meiner Geburt, und ein Tumor ist in meiner Lunge; und weil ich ein deformiertes und viel zu kleines Herz habe, meint der Arzt eine OP, um den Tumors zu entfernen, wäre zu riskant.
Darum muss ich sehr oft zum Doc, bekomme dann Spritzen, weil die täglichen Medikamente nicht richtig greifen. Danach geht es ganz gut, nur spielen und herumtoben kann ich nicht mehr.
Nun weißt Du auch warum ich nicht spiele und soviel schlafe.
Eins will ich dir noch sagen! Schmusen kann ich noch prima, auch mit Dir, wenn du willst?
Dabei könnte ich dir dann die Geschichte erzählen, die mir unser Frauchen, eines Tages erzählte, als ich wieder einmal so krank war. Wie sie es empfunden hatte, damals, die ersten Tage mit mir. Auch für sie waren es besondere Tage, hatte sie doch unendliche Jahre keine Fellnase mehr gehabt.
Was?
Ach, so!
Ja, ja, ich weiß, ich schreite so majestätisch durch die Zimmer!
Unser Dosenöffner sagt, es wäre ein typisch lasziver Katzengang.
Dabei gehe ich absichtlich so betont langsam, damit ich keinen Hustenanfall bekomme. Der Doc sagt, das wäre ein typischer Herzhusten.
...Und Jemima braucht doch dringend eine Spielkameradin, die ich ihr nicht sein kann, darum bist du zu uns gekommen.“
„Ja, nun weiß ich, warum ich hier gelandet bin.
Mein Reich hatte ich mir in den vergangenen Wochen im Schlafzimmer aufgebaut, es war mir auch nicht langweilig, denn Jemima, sie ist ja soooo nett, leistete mir oft Gesellschaft.
Bis jetzt habe ich mich ja noch nicht getraut, aber heute Abend lade ich sie mal ein, und dann frage ich sie, ob sie vielleicht meine Freundin werden will.
Ach wäre das schöööööööön.
Vor ein paar Tagen rief der Dosenöffner und irgendwie hatte ich das Gefühl mit Lilith meinte er mich, und da ich diesen Namen schön finde, reagierte ich, indem ich zu ihm lief.
Total happy war der Dosenöffner, als er mich erblickte.
Nun habe ich das Gefühl, er will dauernd etwas von mir!
In meinen Ohren klingelt es: "Lilith!" "Lilith, Lilith, Lilith!"
Ich bin am überlegen, ob ich vielleicht so tue als wenn ich kein deutsch verstände?
Ja, nun bin ich am Ende meiner Geschichte angelangt. Mein neuer Dosenöffner wird bestimmt immer wieder einmal Geschichten von uns erzählen, das glaube ich ganz fest“
NS: Foto: Erstes Kuscheln von Lilith im Wohnzimmer mit Jemima
©Monika Koch