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Halloooo, ist da jemand?

Von Feierabend-Mitglied Samstag 01.02.2020, 09:00 – geändert Dienstag 13.07.2021, 08:54

Habt ihr noch Lust auf mehr und wollt meine Geschichte lesen?

Ich bin Lilith, ehemals wurde ich Sunny genannt. Bin ca. im Mai 2014 in der Türkei geboren.
Ich lebte mit meinen Geschwistern auf der Straße, mehr schlecht als recht. Meine Mutter war immer unterwegs Futter zu organisieren, was nicht so einfach war. Manche Hotels stellte Essensreste für uns vor die Tür. So kam es, dass eine Urlauberin uns bemerkte, und sie machte die Tiernothilfe Antalya auf uns aufmerksam.
Bei einigen meiner Geschwister kam jedoch jede Hilfe zu spät, sie waren zu krank und schafften es nicht mehr. Aber mich konnten sie aufpäppeln und gesund pflegen.
Bei den dortigen Dosenöffnern und unter den anderen Mitbewohnern, habe ich mich ganz wohl gefühlt. Doch eines Tages bat man mich, zu einem Fototermin und anschließend, weiß gar nicht warum, meinen Koffer zu packen.
Die Tierarzttermine habe ich immer gehasst, noch schrecklicher war der eine Arztbesuch, mit anschließender OP. Sträuben war zwecklos, ich wurde kastriert. Als es mir besser ging, wurden einige andere von uns, einschließlich mich, in einen großen Raum verfrachtet. Wir saßen alle in Käfigen, auch Hunde waren dort. Es war eine öde und für mich wirklich schreckliche Zeit. Keiner von uns wusste was als nächstes auf uns zukam. Viel wurde spekuliert! Gerüchte, wie die, dass wer keinen Dosenöffner fand in diese eine grausige Kammer musste und nicht mehr lebend herauskam.
Ist ja immer so, dass es Klugscheißer gibt, die Gerüchte und Angst verbreiten, und doch nichts Genaues wissen.
Dann eines Nachts schreckte mich grellend weißes Licht aus dem Schlaf. Man war das eine Unruhe und Lärm in dem Raum. Kläffen, Bellen, Miauen und Fauchen. Jemand schrie, das wir darauf vorbereitet werden, damit wir nach Deutschland ausgeflogen werden können.
Was für ein Schreck, und ich bekam furchtbare Angst! Dann wurde ich gepackt und bekam schon eine Spritze verpasst, und mir wurde ganz leicht und schläfrig. Also hatten einige doch recht, und uns stand eine abenteuerliche Reise bevor.
Mein Koffer war gepackt, aber nicht nur für mich alleine! Nö, da saß schon ein Kumpel drin, der auch die gleiche Reise gebucht hatte.
Während des Fluges, es war sehr dunkel, sehr laut und sehr kalt.
Trotz meiner Angst hatte ich Zeit zum Nachdenken. Es schienen einige Gerüchte zu stimmen. Dass hieße ja, dass mich eine neuer Dosenöffner gefunden hatte, wahrscheinlich, durch mein Foto auf der Homepage der Tierhilfe Antalya.
Angekommen im kalten Deutschland, mitten in der wohlverdienten Nachtruhe, um 2 Uhr morgens, sollte ich mich sehr unsanft von meinem Koffer und Reisekumpel trennen.
Wie stellten sie sich denn das nur vor? Was haben sie sich nur dabei gedacht?
Ein ziemliches Durcheinander war entstanden, denn wir wurden von zwei verschiedenen Dosenöffner adoptiert, und der neue von meinem Kumpel hat nicht nur ihn, sondern auch einen Hund adoptiert. Der kam auch mit unserem Flug mit einem riesigen Koffer, na ja, der Hund war ja auch riesig.
Nun standen wir alle ratlos, die neuen Herrchens von dem Hund und meinem Kumpel, die Betreuerin von der Tiernothilfe und meine neue Besitzerin. Wir waren drei Tiere, aber es gab nur zwei Transporter.
Was nun?
Als erstes wurde der Hund aus seinen Koffer herausgeholt, der war ja auch noch etwas benebelt von der Spritze, wie wir anderen auch. Dadurch gingen die neuen Dosenöffner ohne Probleme mit ihm Gassi.
Es gab zu Essen und zu Trinken, und allgemeines Kennenlernen untereinander war angesagt,
Ich sage euch, der Hund, das war eine ganz Liebe, lief sofort prima an der Leine und schloss Freundschaft mit den neuen Besitzer und meinen Kumpel, auch mit uns. Das hat wunderbar geklappt!
So einigte man sich, der Hund kam in den Kofferraum vom Kombi, mein Kumpel mit meinen kleinen Koffer in den Innenraum auf einen der Sitze, damit die beiden sich getrennt beschnuppern konnten.
Natürlich habe ich meinen Kumpel und meinen Koffer versucht ehrenvoll zu verteidigen, so dass der Unruhestifter nicht ohne Blessuren davon gekommen ist, es half aber nichts. Am Schlafittchen gepackt wurde ich in den riesengroßen Koffer vom Hund gesteckt, der einzige, der nun frei war. In dem hätten noch mindestens 50 weitere meiner Kumpels mitreisen können!
Bald darauf nahmen wir alle Abschied, die vier in eine andere Richtung als wir drei.
Dass Schlimme war, der Koffer roch furchtbar nach Hund, und ich war heilfroh, als nach einer kurzen Autofahrt mein neues Zuhause erreicht war, und ich etwas schwindelig und vernebelt, die Box verlassen konnte!
Ich durfte gleich einen Raum beziehen, in dem ein riesiger Kratzbaum stand, bekam die besonders wichtige Örtlichkeit gezeigt und auch meine neuen Mitbewohner Baghira und Jemima.
Die verschwanden aber blitzartig als sie mich gewahr wurden. In diesem Raum hielt ich mich die kommenden Wochen überwiegend auf. Ab und zu, schaute ich auch einmal um die Ecken, denn der Raum blieb immer unverschlossen.
Dann musste ich eine Pause mit den Erkundungstouren einlegen.
Denn ich war krank geworden. Mein Fell ist ja nur 1 cm lang und ohne Unterfell, war für diese niedrigen Temperaturen im Frachtraum des Flugzeuges nicht geeignet. Dann der ganz Stress vor dem Flug, monatelang, die Angst, die ich ausgestanden habe, das neue Futter und das andere Wasser. Die neue Umgebung und all die fremden Wesen, das war einfach zuviel für mich.
Der neue deutsche Doktor war prima, hat mich sofort in sein Herz geschlossen. Begeistert klärte er meinen Dosenöffner auf: Dass ich viel von einer Falbkatze in mir trage, eine tolle Straßenmischung sei. Eine richtige kleine wilde Katze (keine Wildkatze), aber nur eine halbe Portion, mit einem extra langen dünnen Schwanz, geringelt bis zum spitzen Schwanzende.

Wenn ihr wollt, erzähle ich im 2. Teil weiter, davon, als es mir wieder besser ging und auch warum ich hierher zu Baghira und Jemima kam.
©Monika Koch

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