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Katzen gewinnen immer, aber Hunde ...(3)

Von tastifix 17.09.2023, 16:35

„Los, rauf mit Euch!!“, übt sich Bengel als Hundefeldwebel.
Die vier Herrchen Herrchen stolpern gezwungenermaßen hoch auf die Podeste. Pfiffs Vorgesetzter, ist tatsächlich noch so unverschämt, nach der Seite hin entwischen zu wollen, was aber erstens die Leine, zweitens die Fußfesseln und drittens vor allem Winzelns kneifende Zähne bestens zu verhindern wissen. So nimmt auch er den ihm vorbestimmten Platz ein.

Der Kleber pappt ausgezeichnet. Nicht mal das die-Füße-nur-ein-wenig-Anheben klappt noch. Stumm und regungslos stehen die Zweibeiner dort.
„Gleich wird es erst richtig interessant!“, flüstert Pfiff den Freunden zu.
Und schon spazieren die ersten Messebesucher an dem kunterbunten Quartett vorbei, lachen laut und machen gehässige Bemerkungen. Aber es sind nicht etwa Menschen, sondern Vierbeiner aller Rassen und Nichtrassen.
„Die sehen aus wie Kasperlefiguren, hihi!“
„Wie bekloppt die wirken, mit diesen Drehdingern im Fell!“
„Geschieht denen ganz recht!!“, knurren Einige.
„Oh: ´Frauchens Liebling`!! - Hat sie Dich so untergebuttert?“
Mindestens eine halbe Stunde lang geht es so. Den vier Statuen werden allmählich die Beine lahm. Ihre Hunde lässt dies ziemlich kalt.
„Dauert ja nur noch ne halbe Stunde!“, tröstet Pfiff spöttisch.
Allein wütende Blicke treffen ihn, mehr ist ja nicht drin.

Doch die Zweibeiner sollen noch mehr ertragen müssen. Kurz darauf naht eine edle Pudeldame mit ihrem zahlreichen Nachwuchs, alle in vornehmes Silber gekleidet.
„Seht mal!“, spricht sie zu den Kleinen.
„Waulewau, quietsch! Was ist denn mit denen los, Mama?“
„Haben die mit ´nem Farbeimer gespielt und sind rein geplumpst?“
„Mama, will auch so ne Quietschpuppe!“
Die Pudelwelpen kringeln sich fast vor Spaß. Aber dann entdeckt einer von ihnen, Plim mit Namen, die Fesseln und die Leine:
„Warum sind die denn angeleint?“
So etwas kennt er eigentlich nur von Hunden und genau deshalb grübelt er scharf nach:
„Mama, waren die böse?“
„Keine Ahnung! Jedenfalls habe ich so etwas auch noch nie gesehen!“

Prompt werden Plims Geschwister neugierig.
„Vielleicht haben die ja ...“
„Oder die sind ...“
Wieder ist es dann Plim, dem das wohl Beste überhaupt einfällt:
„Ob die etwa dreist das Hundefutter weggefr ... ?“
„Plim!!!“
„Aber, falls doch ...“, bleibt Plim hartnäckig.
„Menschen fressen nicht. Die essen!“, verbessert ihn sein älterer Bruder Plum.
„Stimmt gar nicht: Manche von denen fressen!“
Bevor ihre fantasiebegabten Kleinen noch weitaus deftigere verbale Schnitzer von sich geben können, sucht die ums Ansehen der guten Welpenstube besorgte Pudeldame mit den Minis schleunigst das Weite.

Softy, Pfiff, Bengel und Winzel haben freudig erregt zugehört. Ihre Herrchen dagegen schäumen vor Wut, besonders deshalb, weil sie sich nicht wehren können, nicht mal mit deftigen Flüchen. Hilflos sind sie der Lächerlichkeit preisgegeben. Verzweifelt rucken sie auf den Podesten hin und her, doch der Kleber hält, was er versprochen hat und all die Mühe ist vergeblich. Immer bleicher um die Nasenspitzen herum, stehen die vier Menschen dort leicht vorgebeugt mit krummen Rücken vor Schwäche und schicken flehende Blicke zuerst zu der einst so sanften Softy, dann auch zu Pfiff.
Prüfend mustert die Dogge ihr Herrchen:
„Schrecklich, wie groggy der aussieht!“, regt sich in ihr das Mitleid. „Und die anderen Drei ebenfalls!“
„Du, Pfiff!“, meint sie. „Sollen wir sie nicht so allmählich erlösen?“
Pfiff streift die menschlichen Jammerlappen mit einem verächtlichen Blick:
„Hm, Bengel, Winzel, was sagt ihr?“
„Etwa jetzt schon ... !?“, bellt Bengel bengelig zurück.
„Vielleicht hat Softy ja doch Recht", meldet sich Winzel zögerlich zu Wort. Ser unsicher, ob sein ´Vielleicht` für die Ohren seines Herrchens eventuell wie eine Frechheit geklungen hat, guckt der Chihuahua sicherheitshalber anderswohin.
„Eigentlich hätten sie verdient, sich noch länger die Beine in den Bauch stehen zu müssen. Aber so fix und fertig, wie die aussehen, kippen sie uns gleich noch um, was wir nicht riskieren dürfen. Schließlich steht unser guter Ruf als anständige Hunde auf dem Spiel!“
„Oh je!“
„Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht!“, gibt sich selbst Bengel erschrocken geschlagen.
Wenn er sich vorstellt, dass er sich dann im Jagdklub nicht mehr sehen lassen dürfte ...
„Mich würden meine hoch adligen Verwandten keines ´Wuffs` mehr würdigen“, schließt sich Softy an.
„Und unter Garantie bekäme ich abends nie mehr mein Super-einschlaf-Leckerchen!“, klagt Winzel.
Das würd der kleinen Schleckerschnute gerade noch fehlen.
„Nun“, setzt Pfiff mit entschiedener Miene zu dem selbstverständlich noch entschiedeneren Entschlussbellen an, „wir sind uns also einig geworden, oder?“
Die drei Kumpanen wedeln Zustimmung.

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